Wer sind die großen Favoriten? Wer sind die Hoffnungsträger in der deutschen Mannschaft? Und wo könnt ihr die WM sehen? Eurosport beantwortet die wichtigsten Fragen zum Höhepunkt der Biathlon-Saison.

Was steht an?

Biathlon-WM
"Ich will um Medaillen mitkämpfen": Herrmann gibt sich vor WM angriffslustig
11/02/2020 AM 10:51

In Antholz findet die 51. Biathlon-WM statt. Die Gemeinde Rasen-Antholz in Südtirol hat rund 3000 Einwohner und war zuvor bereits fünfmal WM-Gastgeber (1975, 1976, 1983, 1995, 2007), sie setzte sich bei der Abstimmung 2016 gegen Oberhof und Pokljuka durch. Vom 13. bis 23. Februar fallen insgesamt zwölf Entscheidungen im Einzel, Sprint, Verfolgung und Massenstart sowie in der Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Für den Deutschen Skiverband gehen fünf Frauen und sechs Männer an den Start.

Wie stehen die Chancen der Deutschen?

Vor allem bei den Männern dürfen sich einige DSV-Athleten Medaillenchancen ausrechnen. Die größten Hoffnungen liegen auf Benedikt Doll, der im Sprint von Le Grand Bornand seinen zweiten Weltcupsieg holte und in diesem Winter zwei weitere Male aufs Podest lief. Auch Arnd Peiffer und Johannes Kühn empfahlen sich im Weltcup mit Podiumsplätzen für WM-Edelmetall, in der Staffel sind die Aussichten ebenfalls gut. Bei den Frauen darf sich hingegen bei der ersten WM nach dem Rücktritt von Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier nur Denise Herrmann, die bei der WM-Generalprobe in Pokljuka mit ihrem fehlerfreien Sieg im Einzel glänzte, in den Einzelrennen realistische Medaillenhoffnungen machen.

"Perfekter Wettkampf": Herrmann dominiert Einzelrennen

Was ist mit den früheren Leistungsträgern Erik Lesser und Simon Schempp?

Beide hatten in diesem Winter mit enormer Formschwäche zu kämpfen. Der Ex-Weltmeister Simon Schempp war nach den Rennen in Oberhof wie schon im Vorjahr aus dem Weltcup ausgestiegen und wird die EM (26. Februar bis 1. März) im estnischen Otepää bestreiten. Erik Lesser wurde hingegen trotz fehlender sportlicher Qualifikation für Antholz nominiert, immerhin zeigte seine Formkurve bei der Generalprobe in Pokljuka mit Platz 14 im Massenstart leicht nach oben. Denkbar sind laut Bundestrainer Mark Kirchner bei ihm aber nur Einsätze in der Single-Mixed- und der Männer-Staffel. Wie Schempp wird auch Franziska Hildebrand fehlen, die in diesem Winter ebenfalls nicht an frühere Leistungen anknüpfen konnte.

Wie lief es bei der vergangenen WM?

Bei den Titelkämpfen 2019 in Östersund errangen die deutschen Biathleten sieben Medaillen. Herrmann trat dabei aus dem Schatten von Dahlmeier. In der Verfolgung krönte sich die ehemalige Langläuferin zur Weltmeisterin, gewann zudem Silber mit der Mixed-Staffel und Bronze im Massenstart. Dahlmeier wurde jeweils Dritte im Sprint und in der Verfolgung. Bei den Männern triumphierte Peiffer im Einzel, dazu gab es Silber in der Staffel.

Wer sind die Favoriten?

Bei den Männern ist Johannes Thingnes Bö das Maß der Dinge. In neun Einzelrennen ging der Norweger in diesem Winter an den Start, sechsmal siegte er. Im Januar ließ er aufgrund der Geburt seines Sohnes Gustav die Weltcups in Oberhof und Ruhpolding aus, in Pokljuka stand er aber schon wieder ganz oben auf dem Treppchen. Größter Herausforderer ist der frühere Dominator Martin Fourcade, der Franzose glänzte in Bös Abwesenheit. Bei den Frauen stehen neben Herrmann vor allem die Norwegerin Tiril Eckhoff, die in dieser Saison schon sechs Siege feierte sowie Lokalmatadorin Dorothea Wierer und die Schwedin Hanna Öberg im Fokus.

Wer überträgt die WM?

Alle Rennen werden live bei Eurosport im Free-TV und im Livestream im Eurosport Player übertragen.

Wann kommt die nächste WM nach Deutschland?

In Oberhof findet 2023 die WM statt. Im vergangenen Jahr hatte sich die Biathlon-Hochburg aus Thüringen beim IBU-Kongress im kroatischen Porec mit 28 zu 21 Stimmen gegen den tschechischen Mitbewerber Nove Mesto durchgesetzt. Im kommenden Jahr wird die WM im slowenischen Pokljuka ausgetragen.

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(SID)

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