Justine Braisaz-Bouchet und Julia Simon glänzen trotz Differenzen - Präsident Fabien Saguez erklärt Gründe

Die Französinnen haben die Biathlon-WM in Nove Mesto dominiert und nur im Einzel Gold verpasst. Ein Traumteam? Ja und nein. Denn bei aller sportlichen Klasse schwelt weiter die Kreditkarten-Affäre zwischen den beiden Topathletinnen Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet. Fabien Saguez, Präsident des französischen Skiverbands (FFS), erklärt bei Eurosport, warum die Mannschaft dennoch funktioniert.

Simon siegt souverän - Braisaz-Bouchet rettet Bronze nach Sturz

Quelle: Eurosport

Man ist geneigt, sich bei jedem Rennen aufs Neue verwundert die Augen zu reiben.
Da laufen also Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet zusammen in einem Team, holen bei der WM neben vier Einzel-Goldmedaillen Seite an Seite die WM-Titel in der Staffel und Mixed-Staffel.
Dabei steht noch immer ein schwerer Vorwurf im Raum: Braisaz-Bouchet beschuldigt Simon, ihre Kreditkarte illegal für Bestellungen genutzt zu haben. Zusammen mit einem Mitglied des Betreuerstabs erstattete die 27-Jährige Anzeige.
Simon bestreitet die Vorwürfe bis heute, war aber im Oktober kurzzeitig in Polizei-Gewahrsam. Noch immer ist nicht geklärt, was wirklich geschah.

Saguez: "Bei uns gilt jede zunächst als unschuldig"

"Es gibt einen Punkt, über den wir uns im Klaren sind, und das ist das Gesetz: Bei uns gilt jede zunächst als unschuldig", betont Fabien Saguez im Exklusiv-Interview mit Eurosport. Der 53-Jährige steht seit 2022 als Präsident an der Spitze des französischen Skiverbands.
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Highlights: Frankreich-Quartett verbreitet Angst und Schrecken

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"Ich glaube, dass es die große Stärke des Kollektivs, der Verbandsführung, der gewählten Vertreter, der Fachleute, des Staffs, der Teamleiter und Trainer ist, dass sie den Menschen in den Mittelpunkt gestellt haben", führt Saguez aus.
Freilich sei die Situation "außergewöhnlich", aber "trotz des Konflikts, der von der Justiz geregelt wird, hat der Mensch die Oberhand gewonnen". Ergo treten Simon und Braisaz-Bouchet gemeinsam für Frankreich an.

Braisaz-Bouchet: "Bin in der Lage, die Dinge zu trennen"

"Es ist das Ziel der Gruppe, sich auf die Leistung zu konzentrieren und die privaten Angelegenheiten außen vor zu lassen", hatte Braisaz-Bouchet im vergangenen Oktober exklusiv bei Eurosport erläutert. "Ich bin in der Lage, die Dinge zu trennen."
Diese Fähigkeit schlägt sich in den Ergebnissen nieder. Im Gesamtweltcup finden sich sowohl Braisaz-Bouchet als auch Simon in den Top 5, bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto räumte das Duo dann fast alles ab.
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Frankreich holt Mixed-Gold - Enger Kampf um Bronze

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Simon wurde Weltmeisterin in Sprint und Verfolgung, Braisaz-Bouchet gewann den Massenstart. Gemeinsam stand das Duo in der Staffel und Mixed-Staffel ganz oben auf dem Podium. "Die Leistungen des Teams sind im Allgemeinen außergewöhnlich", lobt Saguez.

Präsident hochzufrieden: "Das haben wir gut gemacht"

"Wenn man das Verhalten von Justine, Julia und der gesamten Mannschaft sieht, dann war die Art und Weise, wie wir sie begleitet haben, die bestmögliche", hebt Saguez den gekonnten Umgang des Verbands mit der brisanten Situation hervor.
"Das haben wir gut gemacht", sagt Saguez sehr selbstbewusst. Ein Eigenlob, das in diesem Fall absolut angebracht erscheint.
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