Biathlet Emilien Jacquelin trainiert künftig beim Radteam Décathlon - Olympiasieger verrät exklusiv Beweggründe
Publiziert 30/03/2026 um 23:54 GMT+2 Uhr
Biathlet Emilien Jacquelin geht neue Wege: Der Franzose wird ab dem 1. Mai für sechs Monate beim Entwicklungsteam von Décathlon CMA CGM aufs Rad steigen. Im exklusiven Eurosport-Interview erklärte der 30-Jährige, wie es zu diesem "verrücktesten Kindheitstraum" kam, was die Olympischen Spiele 2030 damit zu tun haben und wie ihn der Radsport taktisch auf der Biathlon-Loipe verbessern könnte.
Jacquelin nach Staffel-Gold: "Es gab nur alles oder nichts"
Quelle: Eurosport
"Ich habe diese Lust, etwas anderes zu probieren, Radsport auf meinem Niveau zu praktizieren. Letztlich ist es eine Herausforderung, bei der es nicht nur um Spaß geht. Das Ziel ist es, meinen Horizont zu erweitern, mich herauszufordern", erklärte Jacquelin seine Entscheidung bei Eurosport.
Auch dank seiner Kontakte zu Sébastien Joly, dem Sportdirektor von Décathlon, sowie einigen Radprofis wie dem Franzosen Aurélien Paret-Peintre gelang der Überraschungsmove in den Radsport.
Als Beweggrund nannte der aus Grenoble stammende Biathlet zudem die Olympischen Winterspiele 2030 in den heimischen französischen Alpen. 2026 hatte er bei den Spielen in Mailand und Cortina Gold mit der Staffel geholt - und danach über ein Karriereende im Jahr 2027 nachgedacht.
Jacquelin hob die "neuen Trainingsmethoden" im Radsport sowie die "Ernährungsmethoden" hervor, die ihm helfen könnten, sich auch mit 30 Jahren noch zu verbessern: "Das kann mich körperlich weiterbringen und mir helfen, meine Ausdauer und Antritt zu verbessern."
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Emilien Jacquelin wechselt im Training von der Loipe auf das Rennrad
Fotocredit: From Official Website
Jacquelin eifert Vorbild Pantani nach - erhofft sich taktische Fortschritte
Auch taktisch könne er etwas aus dem Radsport lernen. Der Fünfte des Gesamtweltcups schilderte: "Vielleicht hilft es mir auch, die Siege nicht ganz so knapp zu verpassen. In diesem Jahr bin ich der Athlet mit den drittmeisten Podiumsplätzen im Weltcup, hinter Eric [Perrot] und Sturla [Lägreid], aber ich habe keinen einzigen gewonnen." Der neue Schritt solle auch seine "Siegermentalität" neu entfachen.
Selbst im Bereich Schießen erhofft sich Jacquelin einen positiven Effekt: "Manchmal hilft es auch, Abstand vom Gewehr zu gewinnen, einen Schritt zurückzutreten und sich wieder auf die einfachen Dinge zu besinnen."
Jacquelins Liebe zum Radsport begann bereits in seiner Kindheit, als er der italienischen Kletter-Ikone Marco Pantani zuschaute. In der Loipe von Antholz, in der er Bronze in der Verfolgung geholt hatte, trug Jacquelin einen silbernen Ohrring, der dem 2004 verstorbenen Pantani gehört hatte.
Der Wechsel vom Biathlon zum Rennrad ist nicht ungewöhnlich. Auch der Tour-Dritte Florian Lipowitz hatte zunächst eine Karriere in der Loipe eingeschlagen, war anschließend aber fest in den Radsport gewechselt.
"Radfahren ist eine der Grundlagen seines Biathlon-Trainings", erklärte Jean-Baptiste Quiclet, Sportdirektor bei Décathlon CMA CGM: "Im Jahr nach den Olympischen Spielen wollen wir ihm die Möglichkeit bieten, sich im Radsport zu versuchen, damit er sein Potenzial entfalten kann."
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(mit SID)
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"Nicht von dieser Welt!" Jacquelin-Wahnsinn in der Staffel
Quelle: Eurosport
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