Michael Rösch im Interview: "Franziska Preuß hat eine enorme mentale Stärke"
Die deutschen Biathletinnen und Biathleten befinden sich aktuell in einem echten Rausch: Auch am zweiten Wochenende in Östersund lieferten die Ski-Jäger Podest-Plätze en masse. Michael Rösch spricht im exklusiven Interview über die Gründe für die deutsche Erfolgswelle, erklärt das Formtief von Johannes Thingnes Bö und gibt einen Ausblick auf das anstehende Rennen in Hochfilzen.
Vanessa Voigt (l.) und Franziska Preuß
Fotocredit: Getty Images
Die deutschen Biathletinnen und Biathleten sorgen in der noch jungen Saison für Euphorie. Nach dem Saison-Auftakt in Östersund tragen Franziska Preuß bei den Damen und Philipp Nawrath das Gelbe Trikot des Gesamtweltcupführenden.
Nach insgesamt zwölf Top-10-Ergebnissen samt vier Podestplatzierung mit einem Sieg durch Philipp Nawrath aus den Sprints und den Verfolgungsrennen am vergangenen Wochenende schwimmt der Deutsche Ski-Verband (DSV) auf einer regelrechten Erfolgswelle.
Dabei begeistern die starken Leistungen der deutschen Ski-Jäger nicht nur die Fans, sondern auch echte Experten.
Im exklusiven Interview spricht Michael Rösch, Eurosport-Kommentator und Olympiasieger von 2006, unter anderem über den anstehenden Weltcup in Hochfilzen, Philipp Nawrath und Franziska Preuß, den deutschen Nachwuchs und erklärt das Formtief von Johannes Thingnes Bö.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/12/3314228.jpg)
Eurosport-Experte Michael Rösch
Fotocredit: Eurosport
Schon wieder ein wahnsinniges Wochenende für die deutschen Biathletinnen und Biathleten. Jetzt geht es von Östersund nach Hochfilzen. Was spricht dafür, dass es in den Tiroler Alpen genauso weitergeht wie in Schweden?
Michael Rösch: Wenn man so eine Form hat, wie einige der Deutschen, dann geht die nicht so schnell verloren. Rein läuferisch sollte das auch in Hochfilzen passen. Gerade weil jetzt drei Ruhetage anstehen, nachdem die zehn Tage in Östersund mit der Anzahl an Rennen und besonders der Kälte eine enorme Belastung für alle waren. Nach den teilweise Minus 17 Grad hat man hier und da schon einige Stimmen gehört, dass alle ganz schön am Limit sind. Ich bin gespannt, wie das mit dem Material weitergeht. Das war explizit bei den Deutschen mehr als sensationell. Wenn das in Hochfilzen ähnlich ist, dann steht guten Ergebnissen auch dort nichts im Weg. Ich kenne das ja selbst: Wenn man mal in so einer Euphorie drin ist, hält das zwar ein Stück weit an, aber du musst auch damit rechnen, dass es irgendwann wieder in die andere Richtung geht. Das hat Uros Velepec (Herren-Cheftrainer, Anm. d. Red.) auch gesagt. Aber aktuell soll das Team die Erfolge mitnehmen und genießen.
Inwiefern spielt die Charakteristik der Strecke in Hochfilzen eine Rolle? Das Pflaster dort ist ja ein anderes als in Östersund.
Rösch: Jede Strecke hat ihre Eigenheiten. Der eine Punkt ist das Wetter: Hochfilzen ist besser bekannt als “Schneefilzen”, weil es dort eben gerne auch mal schneit und das spielt wiederum eine Rolle für das Material. Der andere Punkt ist der Verlauf der Loipe. Es ist alles offen und es gibt einen langen Anstieg. Insgesamt ist es eine sehr flüssige Runde mit einer anderen Charakteristik als Östersund. Vor allem der Anlauf an den tückischen Schießstand unterscheidet sich, weil man aus einem leichten Anstieg dort ankommt. Für mich bleibt entscheidend, dass die Wachser einen guten Job machen und das Material passt.
Bei den Biathlon-Herren ist der Traum-Start für den DSV umso erfreulicher, weil keiner damit gerechnet hatte, dass Philipp Nawrath, Roman Rees und Co. konstant um Siege mitlaufen können. Welche Rolle spielt das neue Trainerteam um Uros Velepec und Jens Filbrich?
Rösch: Uros ist ja jetzt im zweiten Jahr dabei. Bei ihm muss ich zugeben, dass ich etwas skeptisch war, ob er nicht schon zu alt ist, weil ich ein Befürworter von jungen Trainern mit neuen Trainingsmethoden bin. Aber Uros ist ein echter Experte, gerade was Training in der Höhe angeht. Er war mit den Jungs im Sommer drei Wochen im Höhentrainingslager, damit sie lernen, wie ihre Körper in der Höhe reagieren. Das hat mich überrascht, weil ich das zu meiner aktiven Zeit eigentlich schon mit 20 gemacht hatte. Die Norweger machen das teilweise schon mit 16 oder 17 Jahren. Aber da sieht man, wie wichtig die Expertise eines Uros Velepec sein kann. Jens Filbrich kenne ich schon sehr lange - auch wenn er Langläufer war - weil wir beide Fans von Bayer 04 Leverkusen sind. Das ist ein absolut cooler Typ. An der Strecke habe ich zwar eine komplett andere Art, weil ich rumbrüllen und Hampelmänner machen würde, aber er ist da eben passend zu seiner Art sehr zielgerichtet und konsequent. Und das kommt, was ich so gehört habe, sehr gut an. Zu der ganzen Expertise kommt dann noch der psychische Aspekt. Das Beispiel eines Johannes Kühn zeigt, wie gut das Trainerteam auf die Jungs einwirkt. Kühn hat es am Wochenende geschafft, nach der verkorksten Staffel wieder reinzukommen. Uros weiß, was die Jungs können, wie groß ihr Potenzial ist und er sagt ihnen immer wieder, dass sie an sich selbst glauben müssen. Vielleicht war beim ein oder anderen in den letzten Jahren der Glaube weg, dass er es auf das Podest schaffen kann. Und jetzt kommt plötzlich viel zusammen, weil die Norweger und die Franzosen schwächeln und dann läuft es auf einmal, weil einer vorneweg geht und die anderen mitzieht.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/03/3837677-77986473-2560-1440.jpg)
Nawrath wimmelt Christiansen ab und bleibt in Gelb
Quelle: Eurosport
Roman Rees konnte sein Gelbes Trikot am Wochenende krankheitsbedingt nicht verteidigen. Überwiegt da aus Ihrer Erfahrung bei ihm der Ärger über den eigenen Ausfall oder die Freude darüber, dass der Gesamtführende mit Philipp Nawrath weiter aus der deutschen Mannschaft kommt?
Rösch: Auch wenn ich selbst leider nie das Gelbe Trikot getragen habe, glaube ich, dass er das Sprint-Rennen auf jeden Fall genossen hat. Es ist natürlich bitter, wegen einer Infektion zuschauen zu müssen, obwohl du weißt, dass du im Weltcup eigentlich gut dabei bist. Aber andererseits merkt man eben auch den Teamgeist in der Mannschaft, weil sich jeder mit dem anderen freut. Bei der Siegerehrung sind vom Techniker über die Physiotherapeuten und die Sportler wirklich alle dabei, wenn es einer aufs Treppchen schafft. Das gab es bei uns früher so gar nicht. Von daher ist es wirklich toll zu sehen, wie sie sich gegenseitig pushen. Ein Roman Rees fällt aus, aber es kommt mit Philipp Nawrath einfach einer nach, der bisher eher unter dem Radar geflogen ist. Und dann gibt es immer noch einen Benedikt Doll oder einen David Zobel, der ein super Verfolgungsrennen gemacht hat, oder einen Johannes Kühn. Die deutschen Biathlon-Männer sind aktuell einfach gut und vor allem breit aufgestellt.
Philipp Nawraths Wochenende hätte mit einem ersten und einem zweiten Platz kaum besser laufen können. Beim letzten Schießen in der Verfolgung am Sonntag haben ihn dann aber doch ein bisschen die Nerven erwischt, als Sebastian Samuelsson neben ihm auftauchte. Fehlt da noch ein Stück Nervenstärke, damit er ein dauerhafter Sieganwärter ist?
Rösch: Mit Blick auf dieses Rennen würde ich das verneinen. Das hat er sehr gut gemacht. Man muss sich mal vorstellen, für ihn war das am Sonntag eine komplett andere Welt, weil plötzlich alle Augen auf ihn gerichtet sind und er mit dem Gelben Trikot im medialen Fokus steht. Und ich habe mir sein Schießen angeschaut. Im Liegen war er wie beim Aufwärmen ganz sicher, aber im Stehen hat man gemerkt, dass da ein gewisses Unwohlsein ist. Beim finalen Schießen gibt es dann zwei Sichtweisen. Die eine ist: Er bekommt Nervenflattern. Die andere lautet: Er hat das voll unter Kontrolle. Er hat zwar eine Scheibe stehen gelassen, aber früher hätte er in der Situation wahrscheinlich drei oder vier Mal in die Strafrunde gemusst. Jetzt hat er zwar sehr langsam geschossen, aber er hat um jeden Schuss gekämpft und war sich bewusst, dass es da um etwas geht. Er hat das gut gemacht und wächst mit neuen Aufgaben. Das ist einfach ein Prozess.
Bei den Frauen hat Franziska Preuß zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen einen Sieg um einen Wimpernschlag verpasst. Wann belohnt sie sich mit einem Sieg für ihre starken Auftritte?
Rösch: Vielleicht ist es sogar gut so, dass sie sich die paar Zehntel in Richtung der Weltmeisterschaft aufhebt. Irgendwann wird es klappen. Das Glück ist mit den Tüchtigen und ihre Zeit wird kommen. Aber ich würde an ihrer Stelle dem nicht nachtrauern. Im Verfolgungsrennen wurde sie von der späteren Siegerin Lou Jeanmonnot beim Einlaufen auf die Zielgerade unabsichtlich etwas touchiert. Dadurch hat Franzi ein Stockeinsatz gefehlt und Jeanmonnot war den entscheidenden Meter vorne. Das sind die Kleinigkeiten, die aktuell noch nicht für sie laufen, aber das wird kommen und dann steht sie ganz oben.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/03/3837473-77982393-2560-1440.jpg)
Showdown in Östersund: Preuß fehlen nur wenige Meter zum Sieg
Quelle: Eurosport
Die Enttäuschung über den verpassten Sieg dürfte durch die Führung im Gesamt-Weltcup gelindert werden. Wie stehen ihre Chancen das Gelbe Trikot auch am Ende der Saison zu tragen?
Rösch: Mein Mit-Kommentator Siggi Heinrich hat jetzt des Öfteren gesagt: ‚Ebs, wenn das Mädchen gesund bleibt, ist sie eine Anwärterin auf das Gelbe Triktot.‘ So ist es. Im Jahr vor Olympia war sie das erste Mal nicht krank und direkt Dritte im Gesamtweltcup. So weit vorne landest du nicht durch Zufall. Ich glaube, dass sie durch die Rückschläge der letzten zwei Jahre eine enorme mentale Stärke aufgebaut hat. Sie ist auf einer Welle und kann total befreit sein.
Vanessa Voigt geht bei den Erfolgen von Franziska Preuß fast ein bisschen unter, dabei lag sie bisher bei jedem Rennen genau einen Platz hinter Preuß. Hat Deutschland da ein neues dynamisches Duo?
Rösch: Aktuell ja. Ich bin auch ein totaler Fan von Vanessa. Sie hat einen super Eindruck hier in Östersund hinterlassen, insbesondere in der Verfolgung. Sie war aggressiv auf der Loipe, hat vier Mal auf Stand eins geschossen und das Rennen einfach sehr gut angenommen. Ihre Körpersprache hat für mich da ganz klar transportiert: „Hey Leute, I am the boss! Mit mir könnt und müsst ihr rechnen.“ Eine sehr gute Entwicklung und zusammen mit Franzi ein echt starkes Duo aktuell! Bei den Männern ist es ganz ähnlich: Mal ist es Roman Rees, dann Philipp Nawrath und Johannes Kühn. Justus Strelow hat man noch in der Hinterhand. Bei den Damen darf man Selina Grotian nicht vergessen, die in der Verfolgung mit 19 Jahren trotz vier Fehlern ein gutes Rennen gemacht hat. Das Schönste ist bei den Damen, dass es trotz des Abgangs von Denise Hermann-Wick nahtlos weitergeht, obwohl da vorher schon das Ende für den deutschen Biathlon herbeigeredet wurde. Die Jungen können sich jetzt gleich hinter zwei Top-Athletinnen verstecken. Sogar drei, wenn man Janina Hettich-Walz mitzählt. Wie die Männer sind auch die Frauen breit aufgestellt und haben mit Voigt und Preuß zwei an der Spitze, die es den anderen ermöglichen, sich in ihrem Windschatten zu entwickeln.
Michael Greis hat zuletzt seiner Sorge um den deutschen Nachwuchs Ausdruck verliehen. In Östersund haben jetzt vor allem etablierte Kräfte geglänzt. Wie sehen Sie den DSV mittel- und langfristig aufgestellt, was die Nachführung von Talenten angeht?
Rösch: Bei den Damen mache ich mir tatsächlich wenig Sorgen. In der 2. Liga, dem IBU-Cup, hat man mit Julia Thannheimer, Julia Kink und Johanna Puff drei Juniorinnen, die in der Senioren-Klasse jetzt schon die Älteren aufmischen. Bei der Junioren-WM letztes Jahr haben die Mädels gut abgeräumt. Das sind Namen, die man sich auf jeden Fall merken sollte. Auch bei den Männern gibt es gute Leute wie Danilo Riethmüller. Allerdings sieht es dort nicht so rosig aus wie bei den Frauen. Da habe ich leichte Bauchschmerzen. Das Problem ist, dass bei den Ü30-Männern das Karriereende näherrückt. Bei Benedikt Doll ist absehbar, dass er bald aufhört und die dann nachkommen, brauchen ein paar Jahre, um sich zu entwickeln. Bestes Beispiel ist da Justus Strelow, der ist jetzt 26 und hat seine Zeit gebraucht, um im Weltcup anzukommen. Den Weg, den der DSV in der Nachwuchsförderung beschreitet, finde ich gut. Nach dem Vorbild der Norweger, Italiener und Franzosen die Junioren im IBU-Cup antreten zu lassen, ist meiner Meinung nach richtig.
Selina Grotian gilt als das große Talent im DSV-Kader. Was ist von ihr in diesem Winter noch zu erwarten?
Rösch: Auf sie schauen gerade alle. Als vierfache Junioren-Weltmeisterin wird sie in einen Topf mit Lena (Magdalena Neuner, Anm. d. Red.) und Laura (Laura Dahlmeier, Anm. d. Red.) geworfen, was es für sie schwer macht. Aber sie macht das cool. Sie weiß genau, wo sie hinmöchte. Ich bin froh, dass sie unter die besten 20 kommt und wichtige Punkte holt, aber noch etwas unter dem Radar fliegt. Sie ist erst 19. Eigentlich dürfte sie noch zwei Jahre bei den Junioren starten. Aber sie ist absolut zu Recht im Weltcup und wird ihren Weg gehen.
Eine der großen Neuerungen des Winters ist das Verbot von Fluor im Ski-Wachs. Johannes Thingnes Bö hat sich schon über die Änderung beschwert, weil er viel mehr Kraft brauche, um die Skier zum Laufen zu kriegen. Gleichzeitig schwärmen die Deutschen von ihren Brettern. Inwiefern war die Wachs-Thematik in Östersund für die deutsche Mannschaft entscheidend?
Rösch: Ich finde es komisch, dass er erzählt, dass er mehr Muskeln bräuchte und wie schlimm es mit dem Fluor-Verbot ist. Er weiß nicht erst seit gestern, was da auf ihn zu kommt. Das hätte er sich auch vorher ausrechnen und sich entsprechend einstellen können. Es war ja vollkommen klar, dass durch das neue Wachs die Skier langsamer und die Laufzeiten dadurch länger werden. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass das ein Vorteil für Johannes sein würde, weil er durch seine physischen Anlagen besser mit der größeren Belastung umgehen können müsste. Aber der Reibungswiderstand wird natürlich höher. Das heißt man braucht größere Kraft-Ausdauer und mehr Muskulatur, das machen andere momentan einfach besser. Das deutsche Material funktioniert bei kalten Temperaturen wie in Östersund immer gut, deswegen wächst dieser Vorteil natürlich, wenn die Skier generell etwas langsamer sind. Was spannend zu sehen sein wird, ist, wie sich die Lage verändert, wenn die Bedingungen sich verändern. Sollte es in Hochfilzen nasser werden und Neuschnee bei null Grad geben, wird es interessant, ob die Deutschen damit auch so gut umgehen können. Vor der Saison in Sjusjoen wurden die Deutschen für ihr schlechtes Material kritisiert, während Bö und Co. allen davongelaufen sind. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass das für die Norweger einfach nur Glück war. An dem Tag hat das, was sie gewachst haben, funktioniert. Das war nichts Spezielles, sondern Zufall. Natürlich haben alle, mich eingeschlossen, gedacht: „Oh Gott, jetzt geht das schon wieder so los!“ Aber die Truppe um Cheftechniker Sebastian Hopf hat weitergearbeitet und es in Östersund so hinbekommen, dass alle zufrieden waren.
Apropos Johannes Thingnes Bö: Der Dominator ist für seine Verhältnisse schwach in den Winter gestartet und fiel gerade am Wochenende mit uncharakteristischen Fehlern auf. Was ist mit ihm los?
Rösch: Unverhofft kommt oft, damit hat wirklich niemand gerechnet. Er ist für jeden der absolute Top-Favorit auf den Gesamtweltcup. Aber er ist zum zweiten Mal Vater geworden und hatte keine optimale Vorbereitung. Er ist läuferisch angreifbar, was dafür sorgt, dass er sich am Schießstand weniger Zeit lassen kann. Der Fehlstart bei der Verfolgung in Östersund spricht für Nervosität. Was für ihn spricht ist, dass er das selbst kritisch sieht und auch anspricht. Im Hinblick auf das Saison-Highlight Weltmeisterschaft muss man die Bälle flach halten. Die Dominanz fehlt ihm aktuell noch, das wird für ihn diesen Winter wahrscheinlich eine Berg- und Tal-Fahrt. Aber spätestens zur WM wird er wieder da sein.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/02/3836746-77967848-2560-1440.png)
"Gänsehaut!" Nawrath distanziert Bö: Highlights der Sprint-Sensation
Quelle: Eurosport
Zum Abschluss noch ein unschönes Thema: Der russische Olympiasieger Dmitry Vasilyev hat jüngst schwere Vorwürfe gegen die Norweger erhoben. Diese würden unter dem Deckmantel Asthma dopen. Ohne die Mittel würde Russland im Weltcup dominieren. Mal abgesehen davon, dass die Russen aktuell wegen des Angriffs auf die Ukraine nicht antreten dürfen: Wie sehen Sie diese Anschuldigungen?
Rösch: Wie sagt man so schön: Getroffene Hunde bellen. Wenn man sich die letzten Jahre mal anschaut, weiß man ja aus welchem Land die meisten Doping-Fälle kamen. Ich weiß gar nicht, warum das ausgerechnet jetzt in der Vehemenz von ihm kommt. Keine Ahnung, ob er da mit 60 Jahren einfach mal ‚Hallo‘ sagen wollte. Ich könnte mir vorstellen, dass er da jetzt ein Thema extra anspricht, das einen gewissen Nerv trifft – wobei ich nicht glaube, dass die Norweger tatsächlich dopen. Es gibt viele Norweger – wie bei anderen Nationen auch – die Asthma-Spray benutzen. Meine persönliche Meinung ist die, dass ein Athlet, der Asthma hat, kein Leistungssportler sein kann. Aber mit einer Ausnahmegenehmigung darfst du das Medikament nehmen. Damit verschaffst du dir aber aus meiner Sicht einen Vorteil. Wenn ich unter Blutarmut leide, darf ich auch kein EPO nehmen, um meinen Hämoglobin-Spiegel anzuheben. Es gibt aber diese Regel und die Norweger nutzen das teilweise sehr konsequent. Wenn Vasilyev das anprangert, gehe ich vielleicht bis zu einem gewissen Punkt mit, weil ich finde, dass es ein schmaler Grat ist. Aber das ist für mich trotzdem noch kein Doping.
Das könnte Dich auch interessieren:Biathleten begeistern DSV-Sportdirektor: "Ergebnisse lügen nicht"
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/09/16/image-7b588819-c629-4120-80b7-28d29eeec768-68-310-310.jpeg)