"Respektiere die Athletin": Justine Braisaz-Bouchet äußert sich erstmals zur Kreditkarten-Affäre um Julia Simon

Die Affäre um gestohlene Kreditkarten hat die französischen Biathletinnen schwer erschüttert. Während Julia Simon die Taten vor Gericht eingestanden und vom Verband für einen Monat gesperrt wurde, versuchen ihre Teamkolleginnen trotz der Umstände nach vorne zu blicken. Justine Braisaz-Bouchet, die dem Diebstahl zum Opfer fiel, äußerte sich nun erstmals dazu und traf dabei erstaunliche Aussagen.

Julia Simon, Justine Braisaz-Bouchet, Oceane Michelon und Lou Jeanmonnot feierten noch im Februar einen gemeinsamen WM-Erfolg.

Fotocredit: Getty Images

Knapp drei Wochen vor Beginn der Biathlon-Saison bereiten sich die französischen Sportlerinnen im Trainingslager in Bessans auf den Auftakt im schwedischen Östersund vor.
Mit dabei ist auch Justine Braisaz-Bouchet, die als Hauptgeschädigte im Fall Simon gilt. Ende Oktober hatte ihre Teamkollegin zugegeben, die Kreditkarte der 29-Jährigen gestohlen und benutzt zu haben.
"Man könnte sagen, dass man sich dadurch vielleicht noch mehr auf den Sport konzentrieren kann", sagte Braisaz-Bouchet nun in einer Pressekonferenz gegenüber "RMC Sport" und anderen Medien.

Braisaz-Bouchet will sich auf Sport konzentrieren

Die Massenstart-Olympiasiegerin von 2022 kämpfe darum, dass die Affäre ihre Leistungen nicht beeinträchtigt: "Wie schon seit zwei Jahren gebe ich mein Bestes, um zwischen dem Sport und allem, was außerhalb des Sports liegt, zu unterscheiden."
"Ich bin eine Sportlerin und Mutter und verlasse meine Familie, um an Trainingslagern und Wettkämpfen teilzunehmen. Wenn ich weg bin, geht es nur um den Sport, denn es ist schon schwer genug, eine fast dreijährige Tochter zurückzulassen", fügte die 29-Jährige hinzu.
Sie gebe alles, um "an diesen Olympischen Spielen teilzunehmen und die besten Jahre meiner Karriere zu erleben. Dafür arbeite ich und umgebe mich mit den richtigen Menschen. Ich versuche, alles andere so weit wie möglich auszublenden, sonst hätte es für mich wirklich keinen Sinn."

Braisaz-Bouchet online beleidigt

Wie schwer der Umgang mit der Kreditkartenaffäre auch für sie war, ließ die Sprint-Weltmeisterin ebenfalls durchblicken. Braisaz-Bouchet hatte in den Sozialen Medien Anfeindungen und Anschuldigungen über sich ergehen lassen müssen, weil sie die Kreditkartenaffäre um Simon ins Rollen gebracht hatte.
"Das war nicht immer einfach, denn ich bin auch nur ein Mensch, und es werden Dinge gesagt oder geschrieben, die ungerecht und unwahr sind, manchmal sogar diffamierend", beklagte sie sich.
Auch wenn sie keine Anzeige gegen diese User erstatten wollte, "gab es Dinge, die schwierig waren, aber ich habe versucht, mich davon fernzuhalten, was nicht immer gelungen ist. Ich weiß, was gesagt wurde, das ist die Meinung der Leute. Ich glaube nicht, dass ich mich für irgendetwas rechtfertigen muss, jedenfalls nicht für die Beleidigungen, die geschrieben wurden."

Simon-Affäre droht Stimmung im Team zu belasten

Der Vorfall droht, die Stimmung im französischen Team nachhaltig zu belasten. Zumal Simon nach den Rennen in Östersund in den Kreis der Mannschaft zurückkehren wird. Braisaz-Bouchet wollte von Problemen bei der Wiedereingliederung allerdings nichts wissen, solange "Respekt und Fairplay" herrschen.
"Ich habe immer versucht, ehrlich zu sein und die Arbeit des gesamten Teams zu respektieren. Das ist schon seit einiger Zeit so. Alle sind über die Situation informiert."
Und sie fügte hinzu: "Ich respektiere die Athletin aufrichtig und es gibt diesbezüglich keine Probleme."
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Quelle: Eurosport


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