Denise Herrmann erklärt: Deutsches Biathlon-Team will Zeichen setzen gegen Krieg in der Ukraine
Das deutsche Biathlon-Team will sich beim Weltcup im finnischen Kontiolahti gegen den Krieg in der Ukraine positionieren. "In der Whatsapp-Gruppe haben wir uns besprochen, ob wir ein Zeichen setzen können. Wir wollen definitiv mithelfen", erklärte Einzel-Olympiasiegerin Denise Herrmann im "Bayerischen Rundfunk". Die 33-Jährige fühlt vor allem mit ihren ukrainischen Kolleginnen und Kollegen.
Denise Herrmann
Fotocredit: Getty Images
Die Mannschaft der Ukraine wird bei den abschließenden Weltcup-Events in Kontiolahti, Otepää und Oslo nicht mehr am Start sein. Einige aus dem Kader sollen gar vom Militär eingezogen worden sein, um in ihrem Heimatland gegen die russischen Invasoren zu kämpfen, berichtet die "dpa".
Denise Herrmann ist in Gedanken bei den ukrainischen Biathletinnen und Biathleten. "Ich bin ja selbst bei der Bundeswehr angestellt. Ich kann mir nur im Ansatz vorstellen, wie es denen gehen muss. Das hätten wir uns nicht in den schlimmsten Träumen vorstellen können, das so etwas passiert", sagte die Sächsin. Daher überlege man sich im deutschen Team, in welcher Form man in Kontiolahti ein Zeichen setzen könne.
Vom Krieg in der Ukraine ist Herrmann geschockt. "Die Nachrichten, die einen in den letzten Tagen nach der Rückkehr erreicht haben - schlimmer gehts eigentlich überhaupt nicht. Man kennt so etwas nur aus Büchern, und jetzt passiert das hier wirklich."
Biathlon spielt ob der furchtbaren Ereignisse derzeit nur eine Nebenrolle. Sie habe "keine Ahnung, wie sich das anfühlt, wenn ich jetzt da hinfliege", so die Olympiasiegerin vor ihrer Abreise nach Finnland, wo es vom 3. bis 6. März in Staffel, Sprint und Verfolgung um Weltcuppunkte geht.
Russland boykottiert Biathlon-Weltcup
Die russischen Athletinnen und Athleten werden bei den Wettkämpfen ebenfalls fehlen, da der nationale Verband RBU einen Boykott ausrief.
Grund ist die Entscheidung des Biathon-Weltverbandes IBU, russische und belarussische Profis aufgrund des Krieges nur unter neutraler Flagge starten zu lassen. "Rechtswidrig, unvernünftig und kategorisch inakzeptabel" nannte das der russische Biathlonverband. Und auch Belarus wird in diesem Winter nicht mehr in den Biathlon-Weltcup eingreifen.
Herrmann begrüßt die Entscheidung der IBU, die beiden Teams nur noch unter neutraler Flagge zuzulassen. Man könne "nicht so weitermachen, als wäre nichts gewesen". Gleichwohl sei der von den nationalen Verbänden initiierte Boykott "für den einzelnen Sportler natürlich brutal".
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Nach Olympia-Gold - Herrmann denkt über Karriereende nach
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/19/3323604-67952348-2560-1440.jpg)
Herrmann-Gold überstrahlt maue Bilanz - so lief es für deutsche Biathlon-Stars
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/22/image-98b602cb-ae46-4c06-8857-c6197f655aaf-68-310-310.jpeg)