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Silverstone: Die Veränderungen im Qualfying-Modus der Formel 1 von 1950 bis heute
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Publiziert 17/07/2021 um 11:51 GMT+2 Uhr
100 Kilometer bis zur Pole Position: Die Formel 1 testet am Samstag (17:30 Uhr MESZ) in Silverstone erstmals ein Sprintrennen als Qualifying-Ersatz, über 17 Runden kämpfen die Fahrer um die besten Startplätze. Das Format wird in dieser Saison insgesamt drei Mal zum Einsatz kommen, bewährt es sich, soll es bei einigen Rennen pro Jahr zum Standard werden.
Gedrängel auf der Fahrbahn von Silverstone
Fotocredit: Getty Images
Es ist nicht die erste, aber die radikalste Änderung des Qualifying-Modus in der Geschichte der Königsklasse.
Die Poleposition für das angesetzte Sprint-Qualifying sicherte sich am Freitag Rekordmeister Lewis Hamil im Mercedes.
Der Brite verwies bei seinem Heimspiel in 1:26,134 Minuten WM-Rivale Max Verstappen im Red Bull auf Rang zwei (+0,075).
Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel, der die Pole-Regel beim neuen Sprint-Modus bereits öffentlich kritisierte, fuhr auf Startplatz zehn (+1,045).
Eurosport gibt einen Überblick über die historischen Änderungen des Qualifying-Modus.
1950-1995: Zwei Einheiten à 60 Minuten
46 Jahre lang wurde die Startreihenfolge in der Formel 1 in zwei einstündigen Einheiten ermittelt, eine fand am Freitag und eine am Samstag jeweils von 13 bis 14 Uhr Ortszeit statt. Die Piloten durften so oft fahren, wie sie wollten. Es war ein gerechter Modus, der aber für das Fernsehen zu langatmig und zu arm an Überraschungen war. Wenn es freitags trocken blieb und samstags regnete, war zudem der zweite Teil obsolet.
1996-2002: Eine Stunde, zwölf Runden
Um die Spannung zu erhöhen und dem Faktor Glück mehr Raum zu geben, wurde das Qualifying zur Saison 1996 gestrafft. Gefahren wurde nur noch eine Stunde am Samstag, jeder Fahrer hatte zwölf Runden zur Verfügung. Dieser Modus fand sein Ende, weil die Top-Teams sich ihre schnellen Runden oft bis zum Ende aufhoben und die Zuschauer lange nur die Hinterbänkler als "Kehrdienst" zu sehen bekamen.
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Michael Schumacher (Ferrari) San Marino Grand Prix am 25. April 1998
Fotocredit: Getty Images
2003: Einzelzeitfahren
Mit dem Einzelzeitfahren wie im Ski alpin sollten alle Schwächen auf einen Schlag ausgemerzt werden: Permanente Action auf der Strecke, garantierte Fernsehzeit für alle, die Top-Stars meist am Schluss an der Reihe. Das Ganze erwies sich in der Praxis aber als öde. Freitags wurde lediglich die Startreihenfolge für Samstag ermittelt. Dort setzten sich auf einer Runde in der Regel die Schnellsten durch, weil sie freie Fahrt hatten.
2004: Einzelzeitfahren, die Zweite
Nach nur einem Jahr wurde das Qualifying modifiziert. Weiterhin hatte das Einzelzeitfahren Bestand, nur wurde die Startreihenfolge nun am Samstagvormittag vor dem eigentlichen Qualifying ermittelt. Beide Einheiten lagen allerdings so dicht beisammen, dass einige Teams ihre Performance im ersten Teil stark an der Wetterprognose ausrichteten, um im entscheidenden Abschnitt möglichst bei besten Bedingungen auf die Strecke zu gehen.
2005: Einzelzeitfahren, Teil drei und vier
Wieder nur eine Saison darauf wurde das Einzelzeitfahren erneut modifiziert. Samstags drehte jeder Pilot eine schnelle Runde bei freier Fahrt mit fast leerem Tank. Am Sonntagvormittag folgte eine zweite Einheit - und zwar mit der Betankung, mit der ins Rennen gegangen werden sollte. Beide Zeiten wurden addiert, um die Startreihenfolge zu ermitteln. Der Modus wurde nach nur sechs Rennen eingestampft, weil der Samstag dadurch quasi bedeutungslos war. Bei den letzten 13 Saisonläufen fuhren die Piloten nur noch am Samstag eine schnelle Runde und gingen mit der Rest-Betankung ins Rennen.
2006 bis 2015: Die Elimination
Das heute noch gültige Modell mit drei Qualifying-Abschnitten (Q1, Q2, Q3) wurde zur Saison 2006 eingeführt und abgesehen von kleineren Modifikationen bis inklusive 2015 beibehalten. Nach dem Ende jedes Segments war das Qualifying für eine bestimmte Anzahl der schwächsten Piloten beendet, in Q3 fuhren die besten zehn die vorderen Plätze aus. Fahrer, Fans und Medien waren weitgehend zufrieden, weil für Spannung gesorgt war und zugleich Überraschungen möglich waren.
Anfang 2016: Reise nach Jerusalem
In einer Hauruck-Aktion wurde Ende Februar 2016 dennoch ein neuer Modus beschlossen und nach einigem Hick-Hack bereits beim Saisonstart am 19. März in Australien eingeführt. Vergleichbar mit dem Kinderspiel "Reise nach Jerusalem" schied in drei Qualifying-Abschnitten nach einer bestimmten Einfahrzeit alle 90 Sekunden der schwächste Fahrer aus. Das erhoffte Spannungsmoment eines ultimativen Duells um die Pole Position blieb allerdings in Melbourne aus. In Q3 arrangierten sich fast alle Piloten aus rennstrategischen Gründen mit ihren Positionen, vier Minuten vor dem Ende des Abschnitts schwiegen sämtliche Motoren. Die Teams sprachen sich einstimmig für eine sofortige Rückkehr zum alten Format aus, die Regelmacher schleppten den Modus aber noch bis zum kommenden Rennen in Bahrain durch. Danach war dann aber Schluss, das gewohnte Qualifying kam zurück.
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(SID)
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"Let's Go!" Bird triumphiert beim zweiten Rennen von New York
Quelle: Eurosport
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