Mick Schumacher vor F1-Debütsaison: Die Konkurrenten des Haas-Piloten

Kaum ist die Saison 2020 vorbei, richten sich schon alle Augen auf die Formel-1-Saison 2021. Das liegt nicht nur daran, dass es bereits im März in Melbourne wieder losgehen soll, sondern auch an den zahlreichen Fahrerwechseln. Allen voran am Debüt von Mick Schumacher im Haas und an Sebastian Vettels Wechsel zu Aston Martin. Doch noch sind gar nicht alle Cockpits vergeben. Eine Übersicht.

Formel 1: Viele Fahrerwechsel für 2021

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Am 2. Dezember kam die Nachricht, auf die ganz Motorsport-Deutschland seit Sommer gehofft hatte: Mick Schumacher steigt zur Saison 2021 in die Formel 1 auf und erhält ein Cockpit beim US-Rennstall Haas. Mitte Dezember holte der 21-Jährige in Bahrain dann auch noch den Titel in der Formel 2 und hatte somit auch sportlich endgültig alle Argumente für den Aufstieg auf seiner Seite.
Beim Saisonfinale eine Woche später in Abu Dhabi durfte er dann auch gleich Formel 1 Luft schnuppern und für Haas das erste Freie Training vor dem Saisonfinale bestreiten. Dabei konnte er direkt überzeugen. "Mick hat sich sehr gut geschlagen. Das war perfekt für das erste freie Training", schwärmte Teamchef Günther Steiner im Anschluss bei "Sky".
Der Hype um den Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher ist riesig. Doch Top-Platzierungen oder gar Podestplätze sind von ihm erstmal nicht zu erwarten. Dazu ist der Haas einfach nicht stark genug, was auch am schwachen Ferrari-Motor liegt.
Deutlich besser dürfte die Chance auf Podestplätze bei Sebastian Vettel stehen. Der viermalige Weltmeister wechselt zur kommenden Saison von Ferrari zu Aston Martin. Nach einer völlig verkorksten Saison bei der Scuderia, die er auf einem enttäuschenden 13. WM-Gesamtrang und deutlich hinter Teamkollege Charles Leclerc beendete, hofft der Heppenheimer mit der britischen Traditionsmarke wieder zu alter Stärke zu finden und Mercedes herausfordern zu können.
Vettels Wechsel von Ferrari zu Aston Martin ist aber nicht der einzige Fahrertausch in der Formel 1 nach der Saison 2020. Gleich sechs der zehn Teams werden nach aktuellem Stand im nächsten Jahr mit mindestens einem neuen Piloten antreten. Bei zwei Rennställen ist sogar noch ein Cockpit offen. Eurosport.de gibt eine Übersicht, wer gehen musste, wer ein Cockpit sicher hat und bei welchem Team noch ein Platz frei ist.

Die Teams und Fahrer der Saison 2021 in der Übersicht:

Mercedes: Lewis Hamilton* / Valtteri Bottas
Lewis Hamilton* (Großbritannien): Noch steht hinter dem 35-Jährigen ein Sternchen, denn offiziell hat der jetzt siebenmalige Weltmeister noch gar keinen Vertrag für die kommenden Saison. Angeblich war bisher einfach noch keine Zeit für finale Gespräche. Eine Verlängerung gilt aber als sicher, schließlich hat der 95-fache Grand-Prix-Sieger im nächsten Jahr im Mercedes sehr gute Chancen sich zum achtmaligen Weltmeister zu krönen und Michael Schumacher als alleiniger Rekordchampion abzulösen.
Valtteri Bottas (Finnland): Im Gegensatz zu Hamilton hat Bottas bereits einen Vertrag für die kommende Saison. 2019 und 2020 wurde er im Silberpfeil jeweils Vize-Weltmeister und steuerte wichtige Punkte zur Konstrukteurs-WM bei. An Hamilton war bisher aber kein Vorbeikommen. Gegen Saisonende schwächelte der 31-Jährige zuletzt. Im nächsten Jahr wird er erneut versuchen, am Thron seines Teamkollegen zu rütteln.
Red Bull: Max Verstappen / 2. Fahrer noch offen
Max Verstappen (Niederlande): Der 23-Jährige ist die klare Nummer eins im Team. Red Bull will mit dem hochtalentierten Eigengewächs den WM-Titel holen. In 2020 gewann Verstappen das zweite Rennen in Silverstone sowie den Saisonabschluss in Abu Dhabi und stand neun weitere Male auf dem Podest. Am Ende wurde er WM-Dritter, sein bisher bestes Ergebnis. Auch 2021 dürfte es erneut schwer werden, den Traum vom WM-Titel wahr werden zu lassen. Die Lücke zu Mercedes könnte aber erneut kleiner werden.
2. Fahrer noch offen:Alexander Albon war Verstappen in der abgelaufenen Saison deutlich unterlegen. Albons mangelnde Konstanz schmälerte Red Bulls Chancen in der Konstrukteurs-WM und könnte ihn den Job kosten. Sollte Albon sein Cockpit verlieren, gilt Sergio Pérez als heißester Nachfolger-Kandidat. Nico Hülkenberg werden nur noch Außenseiterchancen eingeräumt.
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Alexander Albon (Red Bull) - GP of Turkey 2020

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Aston Martin (ehemals Racing Point): Sebastian Vettel / Lance Stroll
Sebastian Vettel (Deutschland): Schon im Frühjahr wurde bekannt, dass der viermalige Weltmeister Ferrari nach sechs Jahren verlässt. In dieser Zeit holte er 14 Rennsiege für die Scuderia, sein großer Traum in Rot Weltmeister zu werden, erfüllte sich jedoch nicht. Die Abschiedssaison des 33-Jährigen war völlig verkorkst. Nun sucht der viermalige Weltmeister eine neue Herausforderung und ersetzt bei Aston Martin Sergio Pérez. Mit der britischen Traditionsmarke will er wieder zurück an die Spitze und Mercedes und Red Bull herausfordern.
Lance Stroll (Kanada): Der Sohn von Teambesitzer Lawrence Stroll ist der Inbegriff eines Pay-Drivers. Würde seinem Vater nicht das Team gehören, würde der 22-Jährige wohl kaum im kommenden Jahr in diesem Auto sitzen. 2020 holte er 50 Punkte weniger als Sergio Pérez, der für Vettel seinen Platz trotz bestehendem Vertrag räumen musste. Doch Stroll konnte auch glänzen: Er fuhr zweimal aufs Podest und holte sich in Istanbul erstmals die Pole Position.
McLaren: Lando Norris / Daniel Ricciardo
Lando Norris (Großbritannien): Der 21-Jährige konnte sich in seinem zweiten Jahr in der Formel 1 deutlich steigern. Bei weniger Rennen holte er fast doppelt so viele Punkte wie 2019, was auch an einem stärkeren McLaren lag. Beim Großen Preis von Österreich fuhr er erstmals aufs Podest. Zudem fuhr er konstant in die Punkte. Norris fühlt sich bei McLaren sehr wohl und ist im Team enorm beliebt. Im kommenden Jahr wechselt McLaren von Renault- zu Mercedes-Motoren. Damit sollte der Rennstall, der in diesem Jahr fast schon sensationell Dritter in der Konstrukteurs-Wertung wurde, noch stärker werden.
Daniel Ricciardo (Australien): Nach zwei Jahren bei Renault wird Ricciardo 2021 Nachfolger von Carlos Sainz, der zu Ferrari wechselt. Nach einer schwierigen Saison 2019 mit Renault konnte sich der 31-Jährige in der abgelaufenen Saison enorm steigern. Am Nürburgring und in Imola fuhr er aufs Podium. Der stets gut gelaunte Australier kommt mit viel Selbstvertrauen zu McLaren. Mit seiner Art passt er perfekt zu Lando Norris. Die beiden Teamkollegen dürften sich sehr gut verstehen. Zusammen mit dem neuen Mercedes-Motor im Heck ist von Ricciardo viel zu erwarten.
Alpine (ehemals Renault): Fernando Alonso / Esteban Ocon
Fernando Alonso (Spanien): Nachdem Alonso 2018 eigentlich seine Rücktritt als Formel-1-Fahrer verkündet hatte, kehrt der zweimalige Weltmeister in die Königsklasse zurück. Mit seiner Erfahrung soll Alonso das Team, mit dem er 2005 und 2006 den WM-Titel holte, noch einmal auf ein höheres Niveau heben. Ab der kommenden Saison firmiert Renault unter dem Namen der hauseigenen Sportwagen-Marke Alpine. Trotz seiner 39 Jahre wird der Spanier topfit an den Start gehen. Wenn der Rennstall an den Entwicklungssprung von 2020 anknüpfen kann, könnte Alonso die Top-Teams ärgern.
Esteban Ocon (Frankreich): Der 24-Jährige gilt als großes Talent. Beim kuriosen zweiten Rennen in Bahrain wurde er Zweiter und stand erstmals in seiner Karriere auf dem Podium. Das dürfte ihm enorm viel Selbstvertrauen gegeben haben. Mit Fernando Alonso bekommt er einen der besten Formel-1-Fahrer der Geschichte als Teamkollegen. Es dürfte ein hartes Duell um die interne Nummer 1 werden. Gleichzeitig wird Ocon viel von Alonso lernen können und sich noch einmal weiterentwickeln.
Ferrari: Charles Leclerc / Carlos Sainz
Charles Leclerc (Monaco): Direkt in seinem ersten Jahr bei Ferrari gelang es dem Monegassen Sebastian Vettel den Status als interne Nummer 1 streitig zu machen. 2020 schlug er Vettel dann sehr deutlich, holte fast dreimal so viele Punkte wie der Deutsche. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Scuderia in der Konstrukteurs-WM auf Platz sechs abrutschte. Dazu war das rote Auto und vor allem der Motor schlicht zu schlecht. Aufgrund des Reglements sind bei Ferrari für 2021 keine großen Entwicklungen zu erwarten. Er wird also darauf hoffen, ab 2022 wieder in einem siegfähigen Auto zu sitzen.
Carlos Sainz (Spanien): Als im Frühjahr Sainz' Wechsel von McLaren zu Ferrari verkündet wurde, sah er wie der große Gewinner des Fahrerkarussells auch. Nach der sehr schwachen Ferrari-Saison 2020 dürfte der 26-Jährige innerlich sicher nicht mehr ganz so glücklich über seinen Wechsel vom starken McLaren zur schwächelnden Scuderia sein. Dennoch ist es für Sainz nach Stationen bei Toro Rosso, Renault und zwei Jahren bei McLaren natürlich ein großer Schritt. Sein erstes Ziel dürfte sein, Charles Leclerc herauszufordern. Auch für ihn bleibt zu hoffen, dass Ferrari ab 2022 mit dem neuen Reglement wieder ein siegfähiges Auto hat.
AlphaTauri: Pierre Gasly / Yuki Tsunoda
Pierre Gasly (Frankreich): Der 24-Jährige hat eine ganz starke Saison hinter sich. Im eigentlich unterlegenen AlphaTauri gelang es ihm mehrmals den großen Bruder Red Bull zu ärgern und sich gar vor dessen Stammfahrer Alex Albon zu platzieren. In Monza holte er sensationell seinen ersten Grand-Prix-Sieg und den zweiten Rennsieg für AlphaTauri überhaupt. Dem großen Druck bei Red Bull war er 2019 nicht gewachsen, bei AlphaTauri scheint er sich dagegen sehr wohl zu fühlen. Auch im kommenden Jahr will er die Großen ärgern.
Yuki Tsunoda (Japan): Der Red-Bull-Junior wird in der kommenden Saison den bisherigen Stammfahrer Daniil Kvyat im zweiten AlphaTauri ersetzen. Das gab der Rennstall am Dienstag bekannt.. Schon länger wurde über den Aufstieg des 20-Jährigen spekuliert. In der abgelaufenen Formel-2-Saison wurde Tsunoda Dritter hinter Mick Schumacher und Callum Ilott. Dabei gelangen ihm drei Rennsiege. Er ist der erste Japaner in der Formel 1 seit 2014, als Kamui Kobayashi im Caterham fuhr.
Haas: Mick Schumacher / Nikita Mazepin
Mick Schumacher: Der 21-Jährige, der vor kurzem Formel-2-Champion wurde, steigt zur kommenden Saison in die Königsklasse auf. Damit wird erstmals seit 15 Jahren wieder der Name Schumacher in der Formel 1 fahren. Für Haas ist die Verpflichtung des Sohnes von Rekordweltmeister Michael Schumacher ein Mega-Coup. Denn Schumacher bringt enorme Aufmerksamkeit. Große Sprünge sind von ihm nicht zu erwarten. Dazu ist das Auto auch aufgrund des Ferrari-Motors zu schwach. In erster Linie wird es darum gehen, sich an die Formel 1 zu gewöhnen und den Teamkollegen zu schlagen. 2022 soll dann mit neuem Reglement der Angriff Richtung Mittelfeld gewagt werden.
Nikita Mazepin (Russland): Auch wenn Mazepin in der abgelaufenen Formel-2-Saison Fünfter wurde, so kann man auch ihm nicht den Status eines Pay-Drivers absprechen. Seinem Vater gehört einer der größten Düngemittel-Hersteller Russlands. Daher dürfte Mazepin enorm viele Sponsorengelder ins Team Haas bringen. Der 21-Jährige geriet nach dem Saisonfinale in der Formel 2 wegen eines Instagram-Videos, auf dem zu sehen ist, wie er eine Frau unsittllich berührte, in die Schlagzeilen. Das wurde Video gelöscht und Mazepin entschuldigte sich. Haas distanzierte sich umgehend von diesem Verhalten. Eine weitere Eskapade sollte er sich nicht leisten, sonst könnte die Formel-1-Karriere schnell wieder vorbei sein.
Alfa Romeo: Kimi Räikkönen / Antonio Giovinazzi
Kimi Räikkönen (Finnland): Der Iceman fährt vor allem noch des Spaßes willen. Jemandem beweisen muss der Weltmeister von 2007 nichts mehr. In diesem Jahr stellte er mit dem 330. Grand-Prix-Start einen neuen Rekord auf. Zweimal schaffte es der inzwischen 41-Jährige 2020 in die Punkte. Viel mehr dürfte auch im kommenden Jahr nicht für ihn und Alfa drin sein.
Antonio Giovinazzi (Italien): Der 27-Jährige fährt meist unter dem Radar. Daher haben seine Leistungen im Alfa durchaus Beachtung verdient, schaffte er es in diesem Jahr immerhin dreimal in die Punkte. Seine Vertragsverlängerung Ende Oktober um ein weiteres Jahr war durchaus eine kleine Überraschung, galt doch Mick Schumacher zwischenzeitlich als Kandidat auf sein Cockpit. Doch mit seinen soliden Leistungen konnte Giovinazzi die Verantwortlichen um Teamchef Frédéric Vasseur überzeugen.
Williams: George Russell / Nicholas Latifi
George Russell (Großbritannien): Viele sehen in Russell einen zukünftigen Weltmeister. Im Williams ist er seit zwei Jahren im Qualifying ungeschlagen. Mehrmals schaffte er es mit dem eigentlich schlechtesten Auto im Feld in Q2. Zu was er in der Lage ist, zeigte er beim Großen Preis von Sakhir, als den an COVID-19-erkrankten Lewis Hamilton im Mercedes ersetzte und auf Anhieb Valtteri Bottas herausfordern konnte. Im Rennen hatte der 22-Jährige gar Siegchancen, ehe ihn ein verpatzter Boxenstopp und ein Reifenplatzer stoppte. Ein Wechsel zu Mercedes für 2022 gilt als wahrscheinlich. Bis dahin wird Russell alles dafür tun, die Entwicklung bei Williams voranzutreiben.
Nicholas Latifi (Kanada): Der 25-Jährige hatte kein einfaches Debütjahr in der Königsklasse. Gegen George Russell sah er zwar kaum einen Stich, schlug sich aber beachtlich und kam über das Jahr immer näher an seinen Teamkollegen ran. Sein erstes Ziel für 2021 wird es sein, die Lücke zu Russell weiter zu schließen.
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