Der VfL Bochum und Holstein Kiel zittern plötzlich wieder - für den Hamburger SV kam sogar das böse Erwachen. Während der Revierklub Bochum und die Kieler Störche ihre Aufstiegs-Matchbälle am vorletzten Zweitliga-Spieltag leichtfertig vergaben, erlebte der HSV einen rabenschwarzen Sonntag. Durch ein blamables 2:3 (1:1) beim VfL Osnabrück verpasste das Team von Kult-Trainer Horst Hrubesch zum dritten Mal in Folge die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus.
Tabellenführer Bochum und Verfolger Kiel hätte jeweils ein Sieg zum Aufstieg gereicht, doch das Top-Duo patzte: Der VfL kam beim 1. FC Nürnberg nur zu einem 1:1 (0:1), Kiel unterlag beim Karlsruher SC nach Führung 2:3 (1:0).
"Wir wären gerne schon aufgestiegen, müssen mit dem Punkt aber leben", sagte VfL-Kapitän Robert Zulj bei "Sky". "Jetzt müssen wir kommende Woche von der ersten Sekunde an hellwach sein und wollen es dann schaffen." Ein Punkt reicht dafür gegen den SV Sandhausen. In der Tabelle spüren der VfL (64 Punkte) und Holstein (62) nun die SpVgg Greuther Fürth (61) im Nacken. Die Franken siegten 4:2 (2:2) beim SC Paderborn.
2. Bundesliga
"Sinnbild für die ganze Saison": HSV verliert und verpasst Aufstieg
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Für den HSV platzte dagegen einmal mehr der Traum vom Aufstieg wie eine Seifenblase, die Rothosen verspielten die letzte Chance auf den Relegationsplatz. Der zweimalige Ausgleich durch Robin Meißner (37.) und Yassin Ben Balla (79.) war zu wenig für das Hrubesch-Team. Osnabrück verbesserte sich durch die Treffer von Christian Santos (34.), Maurice Multhaup (60.) und Marc Heider (84.) auf den Relegationsrang 16.
"Natürlich tut das weh. Am Ende des Tages müssen wir uns hinterfragen. Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass wir dieses Spiel wollten", sagte Hrubesch. Auch HSV-Sportvorstand Jonas Boldt meinte ernüchtert: "Die Enttäuschung ist groß. Wir hatten uns viel mehr vorgenommen. Die Gegentore haben wir zu leicht bekommen. Das ist sinnbildlich für die Saison."

Eintracht Braunschweig vor dem Abstieg

Fast durch ist dagegen Bochum. Im Showdown am Pfingstsonntag hat der VfL weiter alles in eigener Hand. Am Sonntagnachmittag wurde Nürnbergs Georg Margreitter (38.) mit einem Kopfballtreffer in seinem letzten Heimspiel für den FCN zum Spielverderber, der Ausgleich von Zulj (76.) war zu wenig.
Kiel ging zwar durch Janni-Luca Serra (41.) in Führung und schnupperte schon am Aufstieg. Doch Tore von Malik Batmaz (52.) und zweimal Philipp Hofmann (61. und 77. Minute) drehten die Partie. Per Foulelfmeter konnte Alexander Mühling (84.) noch verkürzen. Am letzten Spieltag empfangen die Störche Darmstadt 98.
"Erst einmal ist man riesig enttäuscht, ich bin auch komplett platt", sagte Routinier Fin Bartels am "NDR"-Mikrofon. Der Mittelfeldspieler fürchtet um die greibar nahe Erstklassigkeit: "Du schleppst jetzt mit dir rum, dass du diesen Matchball nicht genutzt hast."
Im Tabellenkeller rutschte Eintracht Braunschweig durch ein 1:2 (0:2) gegen die bereits als Absteiger festehenden Würzburger Kickers auf Rang 17 ab und muss mehr denn je um den Klassenverbleib zittern, der Rückstand auf Osnabrück auf dem Relegationsplatz beträgt zwei Punkte. Einen weiteren Punkte davor liegt Sandhausen nach dem 2:0 (2:0) gegen Jahn Regensburg weiter knapp über dem Strich.

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