FC Bayern München | Arsène Wenger als Nachfolger von Niko Kovac: Passt das?

Die Luft für Niko Kovac beim FC Bayern München wird immer dünner. Nicht auszuschließen, dass die Bosse bald die Notbremse ziehen. Als möglicher Nachfolger soll intern immer häufiger der Name Arsène Wenger fallen. Der "Telegraph" berichtete, auch Wenger habe starkes Interesse am Bayern-Job. Wir haben einen Experten aus London gefragt, ob und wie der 69-Jährige zum FCB passen würde.

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Fotocredit: Eurosport

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Arsène Wenger wieder ins Fußballgeschäft zurückkehren möchte. Das hatte er erst kürzlich in einem Interview betont: "Ich werde ab Januar 2019 wieder einen Klub betreuen", versicherte der 69-Jährige.
Mit einer Einschränkung. Der Franzose kann sich nicht mehr vorstellen, einen Klub in der Premier League zu trainieren. Aber alle anderen Angebote, die ihm ins Haus flattern, schaut er sich gerne an. Angeblichen Avancen des AC Mailand erteilte er jedoch eine klare Absage.
Laut der grundsätzlich seriösen englischen Zeitung "The Telegraph" habe er großes Interesse daran, den FC Bayern München zu übernehmen.

"Wenger könnte eine Lösung sein"

Eurosport.de hat in England nachgehakt und Fußball-Experte Tom Adams von Eurosport.co.uk gefragt, was er über Wenger und den FC Bayern denkt. Würde das überhaupt passen?
Adams erklärt:
Sprich: Als Übergangslösung könnte er mit seiner immensen Erfahrung genau der richtige Mann sein.
Wenger war von 1996 bis zum Ende der Saison 2017/18 als Trainer bei den "Gunners" tätig. Aber ihm lastet der Makel an, in den ganz wichtigen Spielen der Königsklasse keine passenden Lösungen gefunden zu haben.
Jetzt taucht der Name Wenger im Zusammenhang mit Bayern auf, weil Niko Kovac nach dem blamablen 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf beim Rekordmeister gerade maximal unter Druck steht. Uli Hoeneß gab dem Kroaten zwar für das Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon am Dienstag eine Jobgarantie, jedoch müsse der Verein jetzt "alles hinterfragen". Von "bis aufs Blut verteidigen" keine Spur mehr.
Falls Wenger nach München kommen würde, wäre sein großer Vorteil, dass der gebürtige Straßburger fließend Deutsch spricht. Eine der Anforderungen, welche die Bayern-Bosse nach dem Aus von Carlo Ancelotti an neue Trainer stellten.
Dazu erklärt Adams:

Wenger ist nicht an Kompromissen interessiert

An der Säbener Straße würde es Wenger aber mit zwei ausgemachten Platzhirschen zu tun bekommen, welche die Geschicke des Klubs seit Jahren leiten - nämlich Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.
Mit beiden müsste Wenger klarkommen. Damit könnte er aber Probleme bekommen, so Adams:
Trotzdem hätte München durchaus auch seine Reize - dort würde er um Titel und in der Königsklasse spielen.
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Thierry Henry and Arsen Wenger

Fotocredit: Imago

Das sieht Adams ähnlich:
Kleiner Nebeneffekt: Wenn Wenger nach München kommen würde, hätte er vielleicht den einen oder anderen Spieler im Gepäck, den Bayern dringend benötigt.
Zuletzt war Aaron Ramsey im Gespräch, den der bereits mehrfach mit Bayern in Verbindung gebracht wurde. Der walisische Nationalspieler steht seit 2008 beim FC Arsenal unter Vertrag.

Wenger und Ramsey zum FC Bayern?

Im kommenden Sommer wird der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler seinen Verein ablösefrei verlassen. Er hat den Klub-Bossen bereits mitgeteilt, dass er keinen neuen Vertrag bei den "Gunners" unterschreibt und eine neue Herausforderung sucht.
Adams meint:
Zwar hatte Wenger auch immer einen sehr guten Draht zu Mesut Özil, aber diesen Spieler würde Hoeneß niemals beim Rekordmeister akzeptieren. Dafür hat er Özils Spielweise viel zu oft kritisiert.
Falls Wenger kommen sollte, würde er wie bei Arsenal einen offensiven, attraktiven Fußball favorisieren. Er legt Wert auf Spieler, die kreativ sind und auf dem Platz selbstständig Lösungen finden.
Sich selbst beschrieb Wenger in einem "L'Equipe"-Interview 2015 wie folgt:
So schön der offensive Arsenal-Fußball in den vergangenen Jahren auch anzuschauen war, unter Wenger litt die Defensive. Einer der Punkte, warum Arsenal unter Wenger nie die Champions League gewann. Näher als im Endspiel 2006 gegen den FC Barcelona war Wenger nie am "Henkelpokal" dran. Auch in München wackelt die Defensive aktuell bedenklich - auch ohne Wenger.
Fußball-Experte Adams erklärt:
Erst im hohen Alter erlangte Wenger somit etwas mehr taktische Flexibilität, ansonsten rückte der Weltklasse-Trainer nicht von seinen Grundprinzipien ab.
Schwer zu sagen, ob Wenger wirklich zu Bayern passen würde. Viele Dinge sprechen dafür, einige dagegen. In absehbarer Zukunft wird sich zeigen, ob die Münchner, falls Kovac tatsächlich seine Sachen packen muss, auf die Erfahrung der Trainer-Legende zurückgreifen.
Trainer-Check:
Doch auch wenn der Franzose aktuell als heißester Kandidat auf die mögliche Kovac-Nachfolge gehandelt wird, ist er nicht der einzige denkbare Nachfolger. Mit Zinédine Zidane und Antonio Conte haben wir zwei weitere Optionen genauer unter die Lupe genommen.
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