FC Bayern München | Niko Kovac wird vom Verwalter zum Gestalter

Der Sommer 2019 ist für Niko Kovac ein besonderer. Denn in diesem Sommer wird er beim FC Bayern München vom Verwalter zum Gestalter. Mit dem Verkauf von Mats Hummels an Borussia Dortmund ist Kovac einen weiteren internen Gegner los. Die Bayern-Bosse scheinen nun vollends hinter ihrem Trainer zu stehen und ihm "seine" Mannschaft an die Hand geben zu wollen. Jetzt muss Kovac allerdings auch liefern.

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Beinahe wäre dieser Text nie entstanden. Denn wer hätte bitte nach dem blamablen 3:3 gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf zu Hause im November 2018 gedacht, dass Kovac auch ein halbes Jahr später noch Trainer beim FC Bayern ist? Vermutlich die wenigsten.
Doch Kovac hat sich durchgeboxt und mit den Münchnern dank einer starken Rückrunde (42 Punkte) am Ende verdient das Double geholt. "Wir haben zwei Tage nicht mehr weitergewusst", verriet Bayern-Präsident Uli Hoeneß Anfang des Jahres im "Sport1-Doppelpass" in Bezug auf die Herbstkrise.
Jetzt wissen die Vereinsoberen scheinbar weiter. Die Verträge von Franck Ribéry und Arjen Robben sind ausgelaufen, James Rodríguez' Kaufoption wurde nicht gezogen und nun verlässt auch noch Mats Hummels den Verein.

Bayern entledigt sich der Kovac-Opposition

Ja, die internen Gegner von Kovac, die Ende 2018 angeblich gerne einen neuen Trainer an die Seite gestellt bekommen hätten, sie schwinden.
Im November 2018 hatte der "kicker" berichtet, dass sich innerhalb der Mannschaft eine Opposition gegen den Coach gebildet habe, deren Anführer eben Robben, Ribéry, Hummels und Thomas Müller gewesen sein sollen.
Bis auf Müller sind sie nun alle weg, auch James' lautstarke Beschwerden à la ("Wir sind hier nicht bei Eintracht Frankfurt") hat Kovac nicht weiter zu befürchten.
Sicher, in der Rückrunde rauften sich die Bayern-Stars zusammen, nachdem ihnen die Vereinsbosse unmissverständlich klar gemacht hatten, dass Kovac Trainer bleibt.
Hummels etwa avancierte zu einem der besten Münchner Akteure, wurde vom "kicker" sogar zum besten Innenverteidiger der Bundesliga ernannt. Dennoch stimmte der Verein einem Verkauf nun zu - Kovac zuliebe?
Bis auf Müller und Jérôme Boateng hat der ehemalige Frankfurter eigentlich keine Widersacher mehr in den eigenen Reihen. Letzterer könnte bis zum Saisonstart ebenfalls noch verkauft werden.

FC Bayern: Rückendeckung für Kovac

Auf der anderen Seite kann Kovac endlich "sein" Team zusammenstellen. Lucas Hernández ist mit 80 Millionen Euro Ablöse der bisherige Königstransfer, ein Defensivspezialist, ein Mentalitätsspieler, eben einer, der zu Kovac und seiner Spiel-Idee passt.
Es könnten noch weitere Zugänge folgen, Leroy Sané etwa oder vielleicht doch noch Timo Werner? Dass Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic auch Hummels haben ziehen lassen, zeigt: Die Führungsriege steht nun vollends hinter Kovac.
Verweigerte man ihm im Sommer 2018 noch Wunschtransfers wie etwa Kevin Vogt oder Ante Rebic, geht der FCB jetzt offenbar mehr auf Kovac ein.
Das erhöht allerdings auch den Druck auf den Kroaten - jetzt muss er liefern.
Zwar hatte der 47-Jährige auch schon in seiner Debütsaison auf der Bayern-Bank Druck, und das nicht zu knapp, doch dieser dürfte in Richtung 2020 noch ansteigen.

Kovac darf "seine" Mannschaft zusammenstellen

Der groß angekündigte Umbruch an der Säbener Straße ist in diesem Sommer durch die vielen Abgänge der "Oldies" präsenter denn je. Diesen gilt es für Kovac ab dem 8. Juli (offizieller Trainingsstart) zu moderieren.
Das Ziel ist klar: Der deutsche Rekordmeister möchte nach dem Achtelfinal-Aus gegen den späteren Sieger FC Liverpool auch wieder in der Champions League um den Titel mitspielen, gleichzeitig aber auch die nationale Vormachtstellung behalten.
Blickt man gen Dortmund, wird auch den Bayern aufgefallen sein, dass dort eine mehr als konkurrenzfähige Truppe für die kommende Spielzeit bereitsteht.
Kovac wird sich all dem stellen müssen - und sicherlich auch wollen. Noch ist der Kader für die neue Saison nicht komplett, noch ist der eine oder andere Neuling in München zu erwarten. Vermutlich wird dieser oder diese dann ganz den Vorstellungen des FCB-Trainers entsprechen.
Das Bekenntnis seiner Vorgesetzten hat er. "Ich kenne keinen Verein, der seinen Trainer nach dem Double entlassen hätte", betonte Rummenigge. Auch Hoeneß stellte sich nach dem 5:0-Sieg gegen den BVB hinter Kovac:
Die Bayern-Bosse, sie haben ihren Worten Taten folgen lassen und Niko Kovac endgültig vom Verwalter zum Gestalter ernannt.
Nun muss auch Kovac Taten folgen lassen. Mit seiner Mannschaft. Ohne interne Gegner.
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