BVB bleibt bei Jadon Sancho hart: Dortmunds Antwort an den Tegernsee
Die Insel muss warten: Der umworbene Jadon Sancho bleibt mindestens eine weitere Saison beim BVB, das verkündete Sportdirektor Michael Zorc im Trainingslager in der Schweiz in aller Deutlichkeit. Ein überraschender Coup und ein Statement, mit dem sich Borussia Dortmund nicht nur Planungssicherheit verschafft, sondern auch Kritiker Lügen straft. Mit besonderem Gruß an den Tegernsee.
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Die Klarheit dieser Botschaft am vergangenen Montagnachmittag verdutzte nicht nur die anwesenden Journalisten, sondern auch die Profis des BVB.
"Wir wussten das - bis Michael Zorc zu den Medien sprach - auch nicht vorher. Natürlich sind wir sehr happy über die Nachricht“, gab Axel Witsel am Rande des Trainingslagers im Schweizer Kurort Bad Ragaz unumwunden zu.
Die Rede ist selbstverständlich von Jadon Sancho, der – und das machte Sportdirektor Zorc auf Nachfrage gleich mehrfach deutlich – auch in der kommenden Saison das Trikot des BVB tragen wird. Die Entscheidung sei "definitiv", so der 57-Jährige. Das überrascht angesichts der Berichterstattung der vergangenen Wochen – und muss besonders deshalb als starkes Signal von Borussia Dortmund verstanden werden.
BVB setzt ein starkes Zeichen
Der Verbleib Sanchos ist ein Coup, so viel ist sicher. Dass Dortmund seine Hausaufgaben gemacht und vor einem Jahr bereits heimlich den Vertrag um ein Jahr bis 2023 verlängert hatte, ist noch beeindruckender.
"Er ist ein herausragender Fußballer. Er ist der Spieler, der in vielen Spielen den Unterschied macht", zeigte sich Mats Hummels begeistert, der seinem jungen Kollegen "relativ unbegrenztes Potenzial" attestierte.
Manchester United hatte eine faire Chance bekommen, eine Deadline bis zum 10. August. 120 Millionen Euro hatten die Oberen des BVB gefordert, gerne auch auf Raten. Doch das war der 20-Jährige, der sich mit dem englischen Top-Klub bereits einig gewesen sein soll, den Red Devils in diesen finanziell ungewissen Zeiten dann doch nicht wert.
Dass Dortmund in den Verhandlungen hart blieb und sich auf keine Sperenzchen einließ, ist eine Botschaft. An die Konkurrenz im In – und Ausland – und vor allem an den Tegernsee.
Dortmund kontert die Hoeneß-Aussagen mit Taten
Erst vor wenigen Tagen hatte der dort ansässige Ex-Bayern-Patron Uli Hoeneß nämlich zur urplötzlichen Attacke auf den Erzrivalen geblasen und besonders die Transferpolitik des BVB scharf kritisiert.
Es sei "unklug", Talente zu scouten, zu entwickeln und dann für teures Geld weiterzuverkaufen, sagte Hoeneß der "FAZ".
Sicher ist die unterschwellige Message, der BVB könne als Durchlaufstation und Ausbildungsverein nicht um die ganz großen Titel mitspielen, nicht an den Haaren herbeigezogen. Dass die Westfalen mittlerweile auf dem Transfermarkt jedoch auch anders können, haben sie keine Woche später eindrucksvoll bewiesen. Ein nicht geplanter, aber umso passenderer Konter.
Natürlich bleibt ein bisschen Skepsis. Das Transferfenster hat in diesem Jahr schließlich bis zum 5. Oktober geöffnet und Zorc und Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke hatten sich in jüngerer Vergangenheit mit ähnlichen Aussagen zu Ousmane Dembélé oder Henrikh Mkhitaryan zu weit aus dem Fenster gelehnt und mussten am Ende zurückrudern.
Doch Zorcs Deutlichkeit lässt sehr darauf schließen, dass die Schwarz-Gelben diesmal mit Sancho ein Statement setzen wollen.
BVB: Favre bekommt mit Sancho sportliche Planungssicherheit
Neben aller symbolischer Strahlkraft darf natürlich nicht vergessen werden, dass der BVB mit der Entscheidung auch Coach Lucien Favre das Leben auf dem Platz leichter gemacht hat.
20 Tore und 20 Vorlagen wären in der kommenden Saison nur schwer zu ersetzen gewesen, zumal hinter dem weiter angeschlagenen Marco Reus (Adduktoren) ein Fragezeichen als Vollzeitkraft in der Offensive steht.
Mit Sancho hat Favre nun Planungssicherheit, kann sich die junge und hochtalentierte Offensive um den Engländer, Erling Haaland, Julian Brandt und Giovanni Reyna weiter einspielen. Das ist essentiell, will der BVB "in allen Wettbewerben etwas besser werden als vergangene Saison", wie es Hummels vorsichtig formulierte.
In Bad Ragaz ließ sich Sancho auf jeden Fall keinerlei Frust über den verwehrten Wechsel anmerken und strahlte gleich auf mehreren Bildern über beide Backen.
Sie wirkten fast wie freundliche Grüße an den Tegernsee, wo sich Hoeneß aufgrund der jüngsten Entwicklungen einen Schmunzler sicher nicht verkneifen kann.
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