BVB | Trainer Lucien Favre spielt die Gefahr vor dem Spiel in Berlin herunter

BVB-Trainer Lucien Favre muss mit seiner Mannschaft beim Debüt von Jürgen Klinsmann in Berlin unbedingt gewinnen. Ansonsten droht dem Schweizer nach ernüchternden Wochen das Aus. Trotzdem versucht sich der 62-Jährige betont gelassen zu präsentieren. Allein, das gelingt ihm nicht wirklich. Favre ist die Anspannung vor seinem Endspiel deutlich anzumerken.

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Lucien Favre sah schon einmal entspannter aus.
In den Gesichtszügen des Schweizers waren die Anstrengungen der vergangenen Wochen deutlich abzulesen. Auf der obligatorischen Pressekonferenz des BVB vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC am Samstag (ab 15:30 Uhr im Liveticker) wirkte der Trainer des Vizemeisters dann auch noch wortkarger als gewöhnlich.

Zorc und Watzke halten den Druck hoch

Zum Großteil ließ er seinen Manager Michael Zorc sprechen. Der formuliert ohnehin straffer. "Genau das", sagte Favre drei oder vier Mal und nickte zustimmend. Auch als Zorc das Spiel gegen die "Klinsmänner" nicht sehr verklausuliert zum Schicksalsspiel ausrief.
"Wir müssen die Trendwende schaffen", forderte der 57-Jährige. Und weiter:
Favre muss für diese lachenden Gesichter sorgen. Es ist sein Job. Am besten sollte er mit einem solchen vorangehen. Dem Trainer fällt dies aber zunehmend schwerer.
Vor einer Woche hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Druck merklich erhöht. "Fußball ist ein Ergebnissport", hatte "Aki" seinem Trainer auf der Mitgliederversammlung zugerufen. Zwei Spiele sollte der Schweizer noch bekommen. Das erste verlor er mit seinem Team deutlich in Barcelona.
Nun also Berlin. Dort muss gewonnen werden, sonst geraten die selbst gesteckten Saisonziele in zu weite Ferne.

Favre nimmt Mannschaft in Schutz

Favre versucht deshalb den Druck vom eigenen Team zu nehmen und die Gefahr herunterzuspielen. Es gehe nicht um ihn, betonte er. "Ich konzentriere mich auf das Wesentliche und mache weiter. Ich habe Vertrauen in die Mannschaft."
Dieses scheint in der Tat unverwüstlich. Man könne die Mannschaft für "das letzt Spiel nicht kritisieren", meinte Favre. Es sei nicht alles negativ, man habe nicht schlecht gespielt und überhaupt müsse man die Dinge viel positiver sehen. Er sagte:
Im persönlichen Gespräch mit vielen BVB-Fans dürfte der Trainer diese Meinung dennoch exklusiv haben, auch wenn ihm Zorc zur Seite sprang und erklärte, man habe "nicht auf irgendeiner Wiese, sondern in Barcelona" gespielt.
Die Vereinsführung hält ohnehin öffentlich - bei allem Druck - noch zu ihrem Coach.
"Wir haben Vertrauen in Lucien. Er arbeitet sehr intensiv und will die Wende schaffen", sagte Zorc und wirkte dabei durchaus überzeugend. "Wir glauben, dass wir das in dieser Situation hinbekommen. Wir bleiben in der Realität und begeben uns nicht in den Konjunktiv."

Bosse diskutieren wohl bereits über Nachfolger

Intern diskutieren die Bosse aber längst über Daniel Farke, wie Recherchen von "Süddeutscher Zeitung" und "Kicker" ergeben haben. Der 43-Jährige ist derzeit noch Trainer von Norwich City, hat aber eine BVB-Vergangenheit. Bis 2017 betreute er die Dortmunder U23.
Sollte Favres "Endspiel" in Berlin nicht gewonnen werden, könnte Farkes Weg schon bald wieder an den Borsigplatz führen.
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