FC Bayern: Diese Probleme hat der Deutsche Meister trotz des Doubles
Der FC Bayern hat sich nach einem insgesamt überzeugenden Auftritt im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen (4:2) wie in der Vorsaison das Double gesichert. Trotzdem wirft speziell die zweite Halbzeit etliche Fragen auf. Letztlich profitierten die Münchener auch von der schwachen Chancenverwertung der Werkself. Im Hinblick auf die Champions League muss Bayern dringend eine Schwäche ausmerzen.
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Bastian Schweinsteiger weiß, wovon er redet.
Immerhin gewann die Ikone des FC Bayern insgesamt sieben Mal den DFB-Pokal - so oft, wie kein anderer Spieler. Auch in seiner neuen Rolle als TV-Experte bei der "ARD" machte Schweinsteiger während des Pokalendspiels zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern (2:4) eine durchweg gute Figur und deckte darüber hinaus nach Abpfiff gnadenlos eine Schwachstelle seines Ex-Klubs auf, die bei aller Euphorie fast untergegangen wäre.
Nach einem freundschaftlichen Wortgefecht mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Thomas Müller mahnte der 35-Jährige, dass der Rekordmeister ein bisschen aufpassen müsse mit dem "Zu-Hoch-Stehen der Viererkette. Das hätte in der zweiten Halbzeit auch zum Gegentor führen können".
Müller hatte jedoch seine eigene Sichtweise auf die Dinge und verteidigte die Defensivleistung seines Teams.
"Es ist natürlich so, dass wir bewusst hoch stehen. Wir müssen uns aufeinander verlassen können. Wir spielen mit einer hohen Linie, wir spielen mit einem hohen Druck. Das wissen die Gegner aber unsere Abwehr ist super drauf eingestellt", so der Pokalsieger.
Bayern verliert zwischenzeitlich die Kontrolle
Trotzdem hatte Schweinsteiger mit seiner Analyse nicht ganz unrecht.
In der zweiten Halbzeit stand die Viererkette des FC Bayern phasenweise viel zu hoch, sodass Bayer Leverkusen immer wieder zu Umschaltmöglichkeiten kam. Insbesondere wenn das von den Münchenern praktizierte Pressing nicht von Erfolg gekrönt war, schlich sich mit zunehmender Spieldauer Müdigkeit ein und es entstanden gefährliche Kontersituationen für den Gegner.
Auch wenn daraus letztlich keine Gegentore resultierten, erwiesen sich die langen Bälle hinter die Kette als probates Mittel gegen die bajuwarische Hintermannschaft.
"In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel komplett unter Kontrolle und hätten auch noch ein, zwei Tore mehr schießen können. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr weitergespielt wie davor. Leverkusen hatte viele Konter, einige davon waren abseits, aber dennoch hätten wir das Spiel etwas besser in den Griff bekommen müssen", erklärte Serge Gnabry, der Torschütze zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung.
Bayer-Trainer Bosz: "Die Möglichkeiten waren da"
In der Tat verlor der deutsche Meister nach gut einer Stunde zunehmend die Kontrolle und profitierte dabei nicht zuletzt von der mangelnden Chancenverwertung der Werkself. Die Offensivabteilung des Europa-League-Teilnehmers um Kevin Volland und Leon Bailey verpasste es gleich mehrfach, das Endspiel in andere Bahnen zu lenken.
"In der ersten Halbzeit war sehr viel Raum da, da muss der letzte Pass besser sein. Deswegen waren wir nicht gefährlich. In der zweiten Halbzeit war es ein bisschen besser. Da kann es noch ein richtiges Spiel werden, aber das war leider nicht der Fall. Die Möglichkeiten waren da", sagte Bayer-Coach Peter Bosz nach der bitteren Final-Pleite.
Kapitän Lars Bender pflichtete seinem Trainer bei: "Es waren Momente da, aber die haben wir leider verpasst."
FC Bayern: Hernández als Dauerlösung?
Erst mit dem in der Vergangenheit oft gescholtenen Lucas Hernández, der in der 69. Spielminute für den vom Feld humpelnden Jérôme Boateng in die Partie kam, stabilisierte sich die Defensive der Bayern. Der 80-Millionen-Neuzugang scheint den Anschluss an die erste Elf endgültig wiederhergestellt zu haben und könnte ausgerechnet zum Höhepunkt der Saison eine weitere Bewährungschance erhalten.
Zumal sowohl hinter Niklas Süle, der nach langer Verletzungspause gegen Leverkusen erstmals wieder im Kader stand, als auch dem angeschlagenen Boateng ein Fragezeichen steht. Obwohl Hansi Flick noch während der Feierlichkeiten Entwarnung bei Boateng gab ("Das macht mir keine Sorgen"), wird sich der ehemalige Nationalspieler vorsichtshalber einer MRT-Untersuchung unterziehen. Somit könnte Hernández vom Notnagel doch noch zur Dauerlösung werden.
Neben möglichen personellen Umstellungen muss der FC Bayern auf taktischer Ebene im Hinblick auf das Final-8-Turnier der Champions League an der Feinabstimmung in der Defensive arbeiten, um gegen die Crème de la Crème des europäischen Fußballs bestehen zu können.
Der letzte Erfolg in der Königsklasse liegt immerhin bereits sieben Jahre zurück - damals noch mit Schweinsteiger auf dem Rasen des Wembley-Stadions.
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