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Bayern vor dem Gipfel: Bei vielen stimmt die Form - doch zwei Fragezeichen bleiben

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Thomas Müller (l.) und Alphonso Davies (r.) vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonTom Müller
25/05/2020 Am 11:16 | Update 25/05/2020 Am 12:16

Der FC Bayern München hat sich mit dem 5:2 gegen Eintracht Frankfurt für den Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund warm geschossen. Während sich einige Profis im Vergleich zum 2:0 bei Union Berlin nochmals steigerten und sich in Top-Spiel-Form präsentierten, bereiten Hansi Flick die Situation von Jérôme Boateng und die schwächelnden Flügel Sorgen.

Thomas Müller ist für seine klaren Aussagen bekannt.

Auch am Samstagabend druckste der 30-Jährige nach dem deutlichen 5:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt nicht lange herum: "Für uns ist das eine ganz, ganz entscheidende Woche", sagte der 30-Jährige im Interview bei "Sky" und lenkte damit den Fokus direkt auf den anstehenden Bundesliga-Gipfel gegen den BVB (Dienstag 18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de): "Wir haben uns klar vorgenommen, diese Woche drei Siege einzufahren."

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Der erste grüne Haken ist gesetzt, doch nach der Pflicht folgt die Kür, das weiß wohl kein Klub in der Bundesliga besser als der FC Bayern. Nur vier Punkte beträgt der Vorsprung des Rekordmeisters in der Tabelle auf die schwarz-gelben Verfolger.

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Mit einem Sieg in Dortmund könnten die Bayern mit dann noch sechs zu spielenden Partien für eine Art Vorentscheidung im Titelkampf sorgen. Doch dafür benötigt Coach Hansi Flick sein komplettes Team am Leistungslimit.

Eurosport.de zeigt, wer sich gegen die Eintracht bereits in Top-Spiel-Form präsentierte und welche Positionen und Spieler dem Coach ein paar Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

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Top: Alphonso Davies

Es ist schon erstaunlich, welch steile Entwicklung der 19-Jährige in den vergangenen Monaten genommen hat. Gegen die Eintracht durfte sich Davies bereits über seinen 26. Startelfeinsatz in Folge freuen – und überzeugte erneut auf ganzer Linie.

Defensiv tadellos (80% gewonnene Zweikämpfe), belohnte sich der Linksverteidiger in der Offensive diesmal für seine ständigen Flügelläufe mit einem Tor und einem Assist. Bereits im ersten Spiel nach der Corona-Pause gegen Union Berlin war Davies ein absoluter Aktivposten.

Natürlich wird der junge Kanadier gegen Kaliber wie Achraf Hakimi, Jadon Sancho oder Julian Brandt in der Defensive mehr gefordert sein, als in den beiden vorherigen Spielen. Dass er es trotz mangelnder Erfahrung mit den schnellen Flügelspielern des BVB aufnehmen kann, hat er jedoch bereits im Hinspiel bewiesen, als er Sancho 36 Minuten lang so aus dem Spiel nahm, dass Lucien Favre diesen noch vor der Pause vorzeitig zum Duschen schickte.

Davies ist bereit für den Gipfel!

Top: Thomas Müller

13 Vorlagen und sieben Treffer. Das ist die Bilanz von Thomas Müller in 17 Bundesliga-Spielen seit der Amtsübernahme von Flick. Neben Davies hat der 30-Jährige wohl am meisten vom Trainerwechsel profitiert.

Gegen Frankfurt stellte er einmal mehr unter Beweis, wie wichtig er für seine Mannschaft ist – wenn man ihn denn richtig einsetzt. Als eine Mischung aus Zehner und Achter wirbelte der Ex-Nationalspieler besonders in der ersten Halbzeit mit variablem Positionsspiel und klugen Laufwegen die Verteidigung der Eintracht durcheinander, bereitete den ersten Treffer vor und markierte den zweiten selbst.

Müller habe "sehr intelligent die Räume genutzt", lobte auch Flick nach Abpfiff. Egal, ob Robert Lewandowski in der Sturmspitze oder Nebenmann Leon Goretzka, Müller weiß sie derzeit alle einzusetzen. "Die Kommunikation ist gut und deswegen macht es momentan Spaß", erklärte er selbst den Lauf in der Bayern-Offensive (80 Tore nach 27 Spieltagen, Bundesliga-Rekord).

Gut möglich, dass ihn Flick, falls Thiago (Adduktorenprobleme) gegen Dortmund in die erste Elf zurückkehren sollte, wieder auf den Flügel beordert. Doch so oder: Müller ist gesetzt und brandheiß!

Lesetipp: Drei Dinge, die bei Bayern gegen Frankfurt auffielen: Hinteregger zwischen Himmel und Hölle

Top: Leon Goretzka

Peter Neururer sparte am Sonntagmorgen im "Doppelpass" bei "Sport1" nicht mit Komplimenten: "Der Junge ist ein fast perfekter Spieler", sagte der ehemalige Trainer über Goretzka, den er in der Saison 2012/13 selbst beim VfL Bochum betreut hatte.

Bereits in Berlin zeigte der 25-Jährige auf der Zehn eine ansprechende Leistung, gegen Frankfurt packte er in defensiverer Rolle neben Joshua Kimmich noch eine Schippe drauf.

Goretzka bot sich immer wieder an, forderte Bälle und ging weite Wege zwischen eigenem Sechzehner und dem gegnerischen Strafraum, in den er immer wieder mit seiner Dynamik gefährlich hineinstieß. So wie beim 1:0, als er mit Wucht aus dem Rückraum kam und eine Hereingabe von Müller verwertete.

Auch Goretzka hat sich nach schwieriger Hinrunde in der Flick-Elf festgespielt und ist in dieser Form gegen den BVB nur schwer wegzudenken.

Fragezeichen: Coman, Gnabry und die Flügel

Neben den auffälligen Müller und Goretzka fiel der Flügel gegen die Eintracht im Offensiv-Konstrukt der Bayern etwas ab. Sowohl Kingsley Coman als auch Ivan Perisic, der den zuletzt angeschlagenen Serge Gnabry 64 Minuten lang vertrat, taten sich schwer, ins Spiel hineinzufinden.

Gerade Coman, der in Berlin noch 70 Minuten auf der Bank gesessen hatte, konnte gegen die Eintracht lange nicht sein gewohntes Powerplay auf außen aufziehen, auch wenn er sich in Halbzeit zwei steigerte und unter anderem das 3:0 durch Lewandowski mit einer schönen Flanke vorbereitete.

Doch genau diese Eins-gegen-Eins-Duelle von Coman und Gnabry braucht Bayern. Gegen den BVB muss eine klare Leistungssteigerung her. Dadurch, dass Dortmund defensiv mit einer Dreierkette verteidigt, sind sie auf dem Flügel generell anfälliger. Ein Umstand, den Bayerns Außenspieler ausnutzen müssen. Besonders Lukasz Piszczek ist mit seinen 34 Jahren als rechtes Glied der Kette nicht mehr der Schnellste und bietet Angriffsfläche.

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Fragezeichen: Jérôme Boateng

Einen oder zwei Schnitzer leistete sich Jerome Boateng gegen die im zweiten Durchgang stärker werdende Eintracht zwar, deshalb ein Fragezeichen hinter seine Person zu setzen, wäre jedoch zu viel des Guten. Vielmehr muss sich Flick Gedanken machen, sollte der 31-jährige Innenverteidiger, der in den vergangenen Monaten wider Erwarten zu absoluter Top-Form zurückgefunden hat, gegen den BVB ausfallen.

Gegen Frankfurt musste Boateng nach 73 Minuten mit "muskulären Problemen" runter. Zwar gab Flick auf der Pressekonferenz nach Spielende leichte Entwarnung, ein Fragezeichen hinter seinem Einsatz bleibt dennoch.

Mit 80-Millionen-Mann Lucas Hernández, der bereits mit den Hufen scharrt, bietet sich Flick zwar eine hochklassige Alternative, gegen die brandheiße Offensive der Dortmunder (3,3 Tore pro Spiel in der Rückrunde) wird der Bayern-Coach seine Erfolgsviererkette (nur sechs Gegentore in der Rückrunde) jedoch nur höchst ungern umbauen wollen.

Immerhin bezeichnete er David Alaba und Boateng zuletzt als "bestes Abwehrzentrum der Liga".

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