FC Bayern jagt Dayot Upamecano: Das Rundum-sorglos-Paket

RB Leipzigs Dayot Upamecano gehört zu den begehrtesten Abwehrspielern der Welt. Neben dem FC Barcelona, Arsenal und ManUnited ist auch der FC Bayern München hinter dem 21-Jährigen her. Egal, ob schon im kommenden Sommer oder später, der deutsche Rekordmeister wird alles daran setzen, den bulligen Franzosen an die Isar zu lotsen. Aus guten Gründen.

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Robert Lewandowski dürfte an die meisten Spiele der Bundesliga-Saison 2019/20 durchweg positive Erinnerungen haben. Wie sollte es auch anders sein? Immerhin traf der Pole in Diensten des FC Bayern in fast jedem Spiel (25 Tore in 23 Auftritten), düpierte die Abwehrreihen der Liga wie nie zuvor in seiner glorreichen Karriere.
Aber Ausnahmen gibt es immer. Eine solche ereignete sich am 9. Februar in der heimischen Allianz Arena, als Bayerns Überflieger nicht nur torlos blieb, sondern über 90 Minuten dermaßen in Schach gehalten wurde, dass selbst die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters nicht schlecht staunten.
Hauptverantwortlich dafür: Dayot Upamecano. Der 21-Jährige Innenverteidiger von RB Leipzig legte Lewandowski in beeindruckender Manier an die Kette, sicherte seinem Team beim 0:0 einen Punkt - und beförderte sich spätestens mit diesem Auftritt ganz oben auf die Wunschliste der Münchener.
Upamecanos Arbeitspapier bei den Sachsen läuft noch bis 2021. Einen Bericht von "Sky", wonach der Franzose kurz vor einer Vertragsverlängerung bis 2022 stehe, dementierte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Freitag. Laut "Bild" soll sich der umworbene Youngster dagegen bereits mit Bayern einig sein. Ob ein Transfer schon im kommenden Sommer zustande kommt, ist dennoch fraglich.
So oder so wird Bayern wird die Personalie aber nicht ruhen lassen. Aus guten Gründen.

Upamecano: Prototyp des modernen Innenverteidigers

Upamecano gilt als Prototyp des modernen Abwehrchefs. "Ich habe noch keinen schnelleren Innenverteidiger gesehen. Dayot hat eine unglaubliche Physis", schwärmte Teamkollege Timo Werner bereits kurz nach Upamecanos Ankunft in Leipzig.
Ralf Rangnick entdeckte den 1,86 Meter großen Verteidiger bereits 2015 in der Jugendabteilung des FC Valenciennes und holte ihn nach anderthalbjährigem Zwischenstopp in Salzburg im Januar 2017 nach Leipzig. Dort reifte der Franzose mit Wurzeln in Guinea-Bissau nach kurzen Anfangsschwierigkeiten schnell zum Stammspieler und Leistungsträger.
Was Upamecano von vielen hochveranlagten Defensivtalenten abhebt, ist sein Spielverständnis und seine Übersicht. 91% seiner Pässe fanden in der aktuellen Spielzeit ihren Weg zum Mitspieler. Upamecano ist der erste Spielmacher im System von Julian Nagelsmann. Egal, ob Dreier- oder Viererkette. Eine Eigenschaft, die ihm bereits Vergleiche mit Virgil Van Dijk oder dem großen Marcel Desailly einbrachte, der die französische Nationalmannschaft rund um Zinédine Zidane 1998 zum Welt- und 2000 zum Europameistertitel geführt hatte.
So weit ist Upamecano freilich noch nicht. Eine Berufung in die Équipe Tricolore steht noch aus. Sein großes Talent dürfte aber auch Nationalcoach Didier Deschamps nicht entgangen sein.
"Es gibt fast nichts, was er nicht hat", erklärte RB-Mittelfeldspieler Konrad Laimer im Gespräch mit "web.de": "Wenn er noch weiter an sich arbeitet und nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, kann er ein ganz Großer werden."

Upamecano: Reflektiert und realistisch

Dass es den 21-Jährigen nach drei Jahren bei den Bullen noch zu keinem größeren Verein gezogen hat, liegt auch an seiner zurückhaltenden und reflektierten Art. Interesse gab es zu Genüge. Bereits 2018 wurden in den Medien Mondsummen jenseits der 80 Millionen Euro Ablöse diskutiert. Barça, Arsenal oder Manchester United waren und sind heute noch interessiert.
Doch Upamecano weiß, was er an Leipzig hat. Trotz seines jungen Alters wirkt er sehr besonnen, manchmal zurückhaltend. Während Altersgenossen wie Ousmane Dembélé auf Wechsel und das große Geld pochten, verinnerlichte "Upa" die Prinzipien seines Förderers Rangnick, auf den er bis heute nichts kommen lässt, und konzentrierte sich demütig auf seine sportliche Entwicklung. Man möchte fast von einem personifizierten Rundum-sorglos-Paket sprechen.
"Meine Familie und ich haben ihm viel zu verdanken. Alles, was uns Herr Rangnick versprochen und vorhergesagt hat, ist eingetreten", schwärmte der junge Verteidiger in der "Leipziger Volkszeitung" über seinen Mentor: "Ein toller Trainer, Sportdirektor und Mensch."
Verwunderlich wäre es also keineswegs, sollte Familenmensch Upamecano tatsächlich bis 2022 in Leipzig verlängern. Ewig wird der Franzose, falls nichts Unvorhergesehenes geschieht, aber nicht bei den Sachsen bleiben. Das weiß Upamecano, das weiß der Klub.

Bayern-Interesse: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Wobei wir wieder beim FC Bayern wären.
Laut "Sky" würde Upamecanos neuer Vertrag auch 2021 wieder eine angepasste Ausstiegsklausel enthalten. Selbst wenn sich der 21-Jährige und die Leipziger vorerst auf eine Ausdehnung des Kontrakts einigen sollten, wäre der Rekordmeister einen Sommer später wieder im Rennen.
Ohnehin sind die Münchener aktuell in der Innenverteidigung üppig besetzt. Mit dem neuen Abwehrchef David Alaba, Rückkehrer Niklas Süle, Lucas Hernández, Benjamin Pavard, Jérôme Boateng und Javi Martínez hat Coach Hansi Flick gleich sechs hochklassige Optionen für zwei Positionen. Eine Vertagung um ein Jahr käme dem FCB also womöglich gar nicht ungelegen.
Aufgeschoben ist aber sicher nicht aufgehoben. Stand jetzt wäre es fahrlässig, sich ein Talent des Kalibers Upamecano durch die Lappen gehen zu lassen.
Einen Spieler würde es auf jeden Fall besonders freuen, wenn der Franzose in Zukunft das Bayern-Dress tragen würde: Robert Lewandowski.
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