Jude Bellingham und sein Fabeljahr beim BVB: So wichtig ist der Teenager jetzt schon

Jude Bellingham hat sich in seinem ersten Jahr für Borussia Dortmund zum unumstrittenen Stammspieler und Leistungsträger entwickelt. In der schwierigen Phase Anfang April war er oft ein Lichtblick, im Saisonendspurt zog er noch weiter an. BVB-Coach Edin Terzic geriet nach dem 3:1-Erfolg am Sonntag gegen Mainz geradezu ins Schwärmen. Der 17-Jährige überwand dabei auch einige Widerstände.

Jude Bellingham - Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

45. So viele Spiele bestritt Jude Bellingham in seiner ersten Saison für Borussia Dortmund. Einzig Kapitän Marco Reus (48) und Abwehrroutinier Mats Hummels (47) haben in der laufenden Spielzeit bisher mehr Einsätze.
Der Engländer hängt damit auch Stars wie Erling Haaland (40) oder Jadon Sancho (37) ab. Keine Frage: Bellingham gehört zu den absoluten Eckpfeilern und Leistungsträgern des BVB - im zarten Alter von 17 Jahren.
Dass in Dortmund gerne auf junge Talente gesetzt wird, ist gemeinhin bekannt. Haaland (20), Sancho (21) und Giovanni Reyna (18) sind weitere Beispiele.
Doch vor allem Bellingham machte in den vergangenen Wochen und Monaten noch einmal einen gewaltigen Entwicklungsschritt.

Coach Edin Terzic schwärmt von Jude Bellingham

Coach Edin Terzic zeigte sich nach dem 3:1-Erfolg gegen Mainz 05 am Wochenende vom Youngster schwer beeindruckt. "Wenn man sieht wie er spielt, wenn man sich mit ihm unterhält, kann man kaum glauben, dass er erst 17 ist", meinte der BVB-Trainer bei "Sky".
Hinzu kommt auch die Tatsache, dass Bellingham mit gerade einmal 16 Jahren beinahe allein nach Dortmund zog, nur seine Mutter Denise kam mit nach Deutschland. Vater Marc und Bruder Jobe, ein junges Talent, das mit dem BVB in Verbindung gebracht wird, blieben in England.
Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Familie seit knapp einem Jahr getrennt, für Terzic ist Leistung des 17-Jährigen daher umso bemerkenswerter. "In diesem Alter ist es unglaublich, was er dann leistet. Das lässt er niemanden von uns spüren. Wir haben natürlich versucht, ihm da zu helfen und das aufzufangen, wie er es aber lebt von Tag eins bis zum Ende, ist unglaublich", erklärte der Coach. Besonders die Konstanz des Teenagers beeindrucke ihn deshalb sehr.

BVB-Talent jüngster englischer CL-Torschütze

Anfang April, als der BVB mit drei Niederlagen in vier Spielen eine holprige Phase durchlebte, fiel Bellingham positiv auf. In den beiden Champions-League-Duellen mit Manchester City spielte der junge Engländer stark. Im Rückspiel (1:2) erzielte er sehenswert die zwischenzeitliche Führung für den BVB. Die Hoffnungen auf ein Weiterkommen ins Halbfinale erhielten dadurch kurz Nahrung.
Mit seinem ersten Treffer in der Königsklasse wurde Bellingham der jüngste englische Spieler, der je in diesem Wettbewerb ein Tor erzielte. In englischen Medien kamen danach schnell Gerüchte bezüglich eines Interesses des FC Chelsea oder von Manchester United auf. Dortmund wolle das Gehalt von Bellingham deswegen verdoppeln, hieß es wenig später in der "Bild".
Auch der ehemalige Frankfurter Jan Aage Fjörtoft, der in seiner Funktion als TV-Experte im norwegischen Fernsehen alle BVB-Spiele verfolgt, findet großen Gefallen am Engländer. "Das Tolle bei Jude ist, dass er auf allen Positionen (im zentralen Mittelfeld, Anm. d. Red.) spielen kann. Er kann auf der Acht spielen, er hat die Spielübersicht, aber er kann auch hinter den Stürmern spielen. Er ist einfach vielseitig", wird der Norweger in der "Daily Mail" zitiert.

Bellingham für Europameisterschaft im Gespräch

Im vergangengen November feierte Bellingham im Freundschaftsspiel gegen Irland (3:0) zudem sein Debüt in der englischen Nationalmannschaft. Seither stand er unter Gareth Southgate fünf Mal im Kader der Three Lions, spielte aber lediglich noch das WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (5:0) Ende März.
Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft (ab 11. Juni) kann sich der 17-jährige Dortmunder aber dennoch machen. Bellingham selbst sieht seine Entwicklung noch lange nicht am Ende angelangt. Er wolle sich "immer weiter verbessern und verbessern und verbessern", erklärte das BVB-Talent nach dem Mainz-Spiel bei "Sky". Sein Ziel sei es, "jeden Tag auf den Trainingsplatz zu gehen und danach ein besserer Spieler zu sein als am Tag vorher".
Seinen Wechsel im Sommer 2020 (der BVB überwies damals 23 Millionen Euro an Birmingham City) bereut Bellingham jedenfalls nicht. "Ich bin so happy. Als ich herkam, wusste ich, was das für ein großer Klub ist und wie groß die Erwartungen hier sind", schwärmte der 17-Jährige, der bis 2023 beim BVB unter Vertrag steht. Und auch die Dortmunder dürften sich glücklich schätzen, Bellingham im letzten Jahr trotz fehlender Erstligaerfahrung geholt zu haben.
Erst in der Vorwoche konnte der Teenager im DFB-Pokal-Finale seinen ersten Titel mit Schwarz-Gelb feiern. Klar ist aber auch eines: Glaubt man den Worten von Bellingham, will er noch einige große Ziele erreichen.
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Quelle: Perform

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