Borussia Dortmund gab am Montag die Verpflichtung von Keeper Gregor Kobel vom VfB Stuttgart bekannt.
Mit Marwin Hitz, Roman Bürki und dem 23-Jährigen Neuzugang kämpfen nun also gleich drei vermeintlich gleichwertige Bundesliga-Torhüter um die Gunst des neuen Cheftrainers Marco Rose.
Gut möglich istz aber auch, dass sich im Sommer die Wege der langjährigen Nummer Eins Bürki und dem frischgebackenen Pokal-Sieger trennen. Auch die Zukunft von Hitz, der in der vergangenen Spielzeit Bürki im Tor der Borussia verdrängen konnte, ist angesichts der neuen Konkurrenz ungewiss.
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Denn eines dürfte klar sein: Kobel ist nach der hohen Ablösezahlung nicht für einen Bankplatz eingeplant.

Michael Zorc schwärmt von Gregor Kobel

Die Lage im Dortmunder Kasten veränderte sich in den vergangenen Monaten mehrfach. Nach einer Schulterverletzung von Bürki übernahm Hitz im Januar den Stammplatz im Tor. Auch nach der Genesung des 30-Jährigen etwa einen Monat später erhielt der ehemalige Augsburger das Vertrauen von Trainer Edin Terzic - zahlte es mal mehr, mal weniger zurück.
Erst zum Saisonende rückte Bürki wieder ins Tor, weil er von einer Verletzung Hitz' profitierte. Unter anderem überzeugte er im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig (4:1). Die Herabstufung des Schweizers hatte dabei aber laut "Ruhr Nachrichten" "nicht ausschließlich sportliche Gründe". Auch zwischenmenschlich soll es Unstimmigkeiten zwischen Bürki und dem Trainerteam Terzic gegeben haben. In den Fan-Lagern wird Bürki seit Jahren kritisch gesehen. Zu häufig fehlte dem Torwart die Konstanz, immer wieder reihte er überragende an unterdurchschnittliche Leistungen - in der vergangenen Saison war teilweise von einem Torwartproblem beim BVB die Rede.
Nun also reagieren die Verantwortlichen und investieren durch die Verpflichtung von Kobel, der den BVB 15 Millionen Euro kosten soll, in ein Torwart-Upgrade. Sportdirektor Michael Zorc meinte am Montag: "Wir freuen uns sehr, dass sich Gregor Kobel für Borussia Dortmund entschieden hat. In ihm sehen wir großes Potenzial. Gregors Zielstrebigkeit, sein Ehrgeiz und seine Konstanz sind bemerkenswert, das Profil seines Torhüterspiels passt zu uns."

Wink mit dem Zaunpfahl für Roman Bürki?

Der 23-Jährige gilt als eines der größten Torwarttalente in der Bundesliga. In Hoffenheim, Augsburg und Stuttgart sammelte Kobel bereits einige Erfahrungen. In der abgelaufenen Saison stand der Schweizer beim VfB in 33 Ligaspielen auf dem Platz. Michael Rechner, Kobels Ex-Torwarttrainer in Hoffenheim, sagte gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung": "Er ist ein sehr kompletter Torhüter, verfügt über eine sehr gute Spieleröffnung und Raumverteidigung." Auch im Eins-gegen-Eins werden Kobel große Qualitäten nachgesagt.
Daher könnte der Transfer des Youngsters durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl an Bürki und Hitz verstanden werden - der BVB scheint nicht mehr mit den beiden Routiniers zu planen. Doch kann es sich der BVB leisten, beide Keeper im selben Jahr zu verlieren?
Die Verträge von Bürki und Hitz laufen beide 2023 aus. Jedoch verlängerte der BVB erst im Februar mit dem Ex-Augsburger. Auch der Verlauf der vergangenen Saison spricht eher für einen Verbleib von Hitz. Der 33-Jährige kennt das Leben als Nummer Zwei im Gegensatz zu Bürki bereits gut und hat somit möglicherweise weniger Probleme damit, wieder ins zweite Glied zu rücken. Fraglich ist jedoch, wie Rose in Zukunft zwischen den Pfosten plant. Eine weitere Saison auf der Ersatzbank wird sich Bürki vermutlich nicht gefallen lassen.
Für den Schweizer sollen schon Interessenten bereit stehen. Vor wenigen Wochen berichtete etwa "France Football", dass Monaco-Trainer Niko Kovac den 30-Jährigen ins Visier genommen hat. Angeblich dürfte Bürki Dortmund für rund fünf Millionen Euro verlassen.

Marwin Hitz und Roman Bürki von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Gregor Kobel muss sich noch verbessern

Kobel wiederum ist trotz aller Vorschusslorbeeren ein sehr junger Keeper, der zumindest international noch keine Erfahrung hat. Um Dortmund damit auch in der Champions League helfen zu können, wird der 23-Jährige noch einen Schritt nach vorn machen müssen. Diese Erfahrungswerte haben Bürki und Hitz ihm noch voraus.
Beim BVB erhofft man sich durch den Kobel-Transfer wohl eine Stabilisierung auf der Torhüterposition. Zuletzt gab es viel Unruhe im Kasten der Dortmunder. Kobel soll nun die Lösung sein. Das macht auch die immense Ablöse für einen jungen Torhüter deutlich. Laut "Sport Bild" sind nach den Verpflichtungen von Rose und Kobel weitere Transfers vorerst auf Eis gelegt.
Der 23-Jährige selbst freut sich schon auf seine neue Aufgabe. "Borussia Dortmund ist einer der größten und bekanntesten Fußballvereine der Welt. (...) Es macht mich stolz, für den BVB auflaufen zu dürfen. Ich möchte meinen Teil zu den zukünftigen Dortmunder Erfolgen beitragen", meinte Kobel.
Er sei ohnehin "ein sehr emotionaler Typ. Nach der Pandemie vor mehr als 80.000 Zuschauern in Dortmund auf dem Rasen zu stehen, in dieser Atmosphäre - dem fiebere ich schon jetzt entgegen". Ob dann auch noch Bürki und Hitz das Debüt von Kobel auf der Dortmunder Bank verfolgen können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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