Was war im vergangenen Herbst nicht alles an bösen Worten hin und hergeflogen.
Als der FC Bayern das eigene Vertragsangebot an seinen Spieler David Alaba im November nach langen Verhandlungen schließlich zurückzog, tat er dies sehr öffentlichkeitswirksam. Präsident Herbert Hainer war dazu extra in ein Fernsehstudio gefahren.
Der Verein bemängelte überzogene Geldforderungen seines Angestellten und dessen Berater Pini ("Piranha") Zahavi. Im Gegenzug wehrte sich der 28-Jährige und wies darauf hin, im Vorfeld nicht über das Ende der Gespräche informiert gewesen zu sein.
Bundesliga
Alaba gibt Bayern-Abschied bekannt und spricht über neuen Klub
16/02/2021 AM 13:02
Die kolportierten Zahlen seien falsch und maßlos überzogen - um Geld sei es ihm sowieso nicht gegangen.
Gleiches wiederholte der Österreicher am Dienstag gebetsmühlenartig. Der Rekordmeister hatte eigens für seinen abwanderungswilligen Star eine Pressekonferenz einberufen. Alaba dankte es mit firmenkonformer Kommunikation der Sachverhalte.

Alaba dankt dem FC Bayern: "Alle haben um mich gekämpft"

"Ich habe für mich persönlich die Entscheidung getroffen, nach dieser Saison was Neues zu machen", sagte er. Schwergefallen sei ihm diese Entscheidung. Sehr schwer.
Weil er dem "FC Bayern sehr dankbar" sei für die gemeinsamen 13 Jahre. Oder wie es Alaba formulierte, "eine unglaublich schöne, intensive Zeit, die man nicht so schnell in Worte zusammenfassen kann. Ich bin hier zu Hause und kann den Verein als meine Familie bezeichnen".
Und überhaupt hätten "alle im Verein darum gekämpft, dass ich bleibe ", sagte der 28-Jährige.

Alaba: "Abschied keine finanzielle Entscheidung"

Wie konnte es zu diesem Knall kommen?

Eine etwas eigenartige Schilderung der Dinge, nimmt man sie im Gesamtkonzept einmal genauer unter die Lupe.
Schließlich war rund um das zurückgezogene Vertragsangebot in aller Öffentlichkeit etwas zerbrochen. Fans, Beobachter, Experten und Mitspieler hatten dies hautnah mitbekommen.
Die Trennung zum Saisonende war spätestens seit Alabas Interview mit "Sky" ausgemachte Sache, in dem er in deutlichen Worten schilderte, "enttäuscht und verletzt" zu sein.
Vorstandsmitglied Oliver Kahn bezifferte die Aussichten auf Wiederaufnahme der Gespräche im Anschluss auf "sehr gering. Ich kann mir das nicht vorstellen."
Es war ein unwürdiges Schauspiel rund um den Klub, der sich stets familiär gibt, und seinen langjährigen Angestellten, der einst als Jugendlicher gekommen und später Leistungsträger bei 26 Titeln gewesen war.
Alaba fühlte sich falsch dargestellt, seinen Ruf beschmutzt und der FC Bayern drohte einen Leistungsträger ablösefrei zu verlieren.

David Alaba - FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Auch die Bosse glätten die Wogen

Dementsprechend war nichts, was Alaba den per Zoom zugeschalteten Journalisten in die Blöcke diktierte, von wirklichem Newswert. Außer eben die Erklärung, wie es dazu gekommen sein soll.
Der 28-Jährige geht ablösefrei, weil er in den ihm noch bleibenden "fünf, sechs" Karrierejahren "nochmal eine neue Herausforderung" suche, um sich "sportlich, aber auch als Person neben dem Platz weiterzuentwickeln".
Dann fielen die erwartbaren Formulierungen "raus aus der Komfortzone" und "nächsten Schritt machen". Der Österreicher wirkte dabei seltsam unemotional, fast kalkulierend. Es war, als sei das einzige Ziel des Auftritts, die Wogen zu glätten.
Das hatten auch die Bayern-Bosse in den vergangenen Wochen versucht. Der öffentlich ausgetragene Streit, sei ohnehin längst beigelegt, hatte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt betont.
"Er war immer ein angenehmer Mensch. Er engagiert sich nach wie vor total beim FC Bayern. Er ist ein absolut seriöser, lieber, netter Kerl, den wir alle mögen", sagte der Vorstandschef bei "Sky Sport News": "Er hat es verdient, dass er bis zum letzten Tag beim FC Bayern gut behandelt wird. Wir werden uns in Freundschaft trennen."
Das scheint - zumindest nach Außen - zu gelingen.

Alaba blockt Fragen ab - Bayern plant die Zukunft

Wohin es Alaba zieht, wollte er aber auch nicht verraten. "Das wird sich noch zeigen", sagte er und verwies auf sein Management, dass diese Dinge erledige. Er würde sich da regelmäßig updaten lassen. Auch eine Deadline habe er sich nicht gesetzt.
Der 28-Jährige wollte weder aufkommende Gerüchte in Richtung England bestätigen oder dementieren. Auch ließ er sich in Sachen Spanien nichts entlocken. Er spreche nur spanisch, wenn Lucas Hernández neben ihm spiele.
Dabei gilt Real Madrid in der Branche als ausgemachtes Wunschziel des Spielers. Ein Transfer ist sehr wahrscheinlich. Sollten die Königlichen noch abwinken, dürfte der FC Barcelona in die Bresche springen. Die Reise geht also nach Spanien, alles andere wäre eine riesengroße Überraschung.
Für den Verein jedenfalls hat längst die Zukunft begonnen. Als Nachfolger haben die Münchner ab Sommer in Dayot Upamecano, den vielleicht besten Verteidiger verpflichtet, der nicht ohnehin schon das Bayern-Trikot trägt.
"Ein Spieler mit sehr großem Potential", schätzte Alaba noch ein. Ehe er nachschob, vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner für Dinge zu sein, "die hier passieren, wenn ich nicht mehr da bin".
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Alaba emotional: "Alle beim FC Bayern haben um mich gekämpft"

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