Erster gegen Fünfter, stolze 13 Punkte Abstand - ein Titelduell ist der deutsche Fußball-Klassiker diesmal wahrlich nicht. Und doch geht es mal wieder um alles.
"Spiele gegen Dortmund sind für uns immer etwas Besonderes, jeder ist heiß", betonte Trainer Hansi Flick vom FC Bayern München vor dem ewig jungen Kracher gegen die Borussia (Samstag, 18:30 Uhr im Liveticker), Präsident Herbert Hainer stellte klar: "Es ist und bleibt ein Spitzenspiel." Und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke meinte regelrecht elektrisiert: "Im Clasico knistert es immer!"
In der Tat: Flicks Bayern sind auf einen Sieg im spannenden Meisterkampf mit RB Leipzig ebenso dringend angewiesen wie Watzkes Borussen für einen Platz in der lukrativen Champions League. "Beide Teams brauchen jeden Punkt", stelle BVB-Sportdirektor Michael Zorc klar.
Bundesliga
Rückschlag für BVB: Trio fällt für Kracher gegen Bayern aus
05/03/2021 AM 17:14
Und: Auch wenn es die Tabelle aktuell nicht widerspiegelt, fahren die Schwarz-Gelben alles andere als chancenlos nach München.

BVB: Stabile Defensive macht Hoffnung

In den vergangenen vier Spielen hat die Borussia unter Edin Terzic die lange vermisste Stabilität wiedergefunden und mit vier Siegen eine kleine Serie gestartet. "Sie haben gerade in den letzten Wochen gezeigt, welche Qualität sie haben", lobte Flick.
Besonders in der Defensive scheint der BVB eine gute Mischung und eine neue Stärke gefunden zu haben. In Mönchengladbach, auf Schalke und gegen Bielefeld blieb die Viererkette um die erfahrenen Mats Hummels und Emre Can jeweils ohne Gegentor.
Terzics Schachzug, seine Mannschaft gerade gegen balldominante Gegner kollektiv tiefer stehen zu lassen, dafür aber in den entscheidenden Momenten noch aggressiver und fast überfallartig zu pressen, zeigt Wirkung.
In Sevilla (3:2) und in Mönchengladbach (1:0) führten jeweils Ballgewinne durch das kompakte Dreiermittelfeld zu den spielentscheidenden Treffern.

Erling Haaland: FC Bayern ist gewarnt

Auch gegen Bayern könnte dies ein probates Mittel sein, präsentierte sich der Rekordmeister doch gerade gegen Mannschaften mit ähnlicher Spielweise in der laufenden Saison anfällig.
"Wir müssen einfach immer mehr Tore schießen als wir bekommen", lachte FCB-Präsident Herbert Hainer die Defensiv-Problematik im "Sport1"-Interview zwar weg. Doch mit 32 Gegentoren in 23 Spielen - und damit zwölf mehr als das zweitplatzierte RB Leipzig – ist die Gefahr durchaus real.

Marco Reus (l.) im Duell mit Leon Goretzka (r.)

Fotocredit: Getty Images

Besonders auf BVB-Stürmer Erling Haaland, der oft die Wege in die Tiefe sucht, muss die gewohnt hoch verteidigende Viererkette der Münchner aufpassen.
"Wir müssen die Räumen zumachen, in denen er sich gerne bewegt. Auf der anderen Seite müssen wir verhindern, dass er überhaupt angespielt werden kann. Das heißt, wir brauchen Druck auf den Ball", erklärte Flick. Bei diesem Unterfangen müssen die Bayern weiter auf Stammrechtsverteidiger Benjamin Pavard verzichten, bei dem Flick nach überstandener Corona-Infektion noch auf Nummer sicher gehen wollte.
In der Theorie hört sich das für die Dortmunder also gar nicht so schlecht an.

BVB-Statistik in München verheerend: Gegen Bayern braucht es mehr

Die Wahrheit ist jedoch auch, dass der BVB in München zuletzt in gewohnter Regelmäßigkeit baden ging. 0:6 Siege und ein Torverhältnis von 3:26 in den vergangenen sechs Liga-Gastspielen in der bayrischen Hauptstadt sprechen eine deutliche Sprache.
Auch wenn Coach Terzic beteuerte, "in beiden Spielen in dieser Saison, sowohl im Supercup als auch im Hinspiel in Dortmund" (jeweils 2:3) gezeigt zu haben, dass man "näher rangekommen ist", spricht die Statistik klar gegen die Westfalen.
Zudem steht seit Freitagabend fest, dass mit Raphael Guerreiro, Jadon Sancho und Giovanni Reyna gleich drei wichtige Spieler ausfallen werden.
Bayern kann dagegen wieder auf die genesenen Stützen Thomas Müller und Serge Gnabry zurückgreifen, die beide am vergangenen Samstag gegen Köln (5:1) ihr Comeback feierten.
"Wir haben unseren Matchplan und enorme Qualität in der Offensive", gab sich Flick deshalb auf Eurosport-Nachfrage selbstbewusst.
Es wird mehr als "nur" eine gute Defensivleistung des BVB brauchen, um Bayern wirklich in Bedrängnis zu bringen. Im knisternden "Clasico", wie Watzke das Topspiel so schön beschrieb, sind die nämlich immer besonders stark.
Das könnte Dich auch interessieren: Rose-Verkündung als Wendepunkt: Terzics BVB-Saat geht auf
(mit SID)

#SotipptderBoss: Union darf weiter von Europa träumen

Bundesliga
FC Bayern München - BVB live im TV, Livestream und Liveticker
05/03/2021 AM 08:10
Bundesliga
Perfekt: Musiala unterschreibt langfristig beim FC Bayern
05/03/2021 AM 06:41