Es ist schon etwas ironisch, was sich seit dem 15. Februar in Dortmund und Mönchengladbach zuträgt.
Da wäre auf der einen Seite Marco Rose, der Gladbach-Coach, der mit den Fohlen bis zu besagtem Datum eine mehr als annehmbare Saison gespielt hat, noch in allen drei Wettbewerben vertreten war und das internationale Geschäft für die kommende Saison fest im Blick hatte.
Auf der anderen Seite prasselte die Kritik auf Edin Terzic als Coach des BVB nach nur einem Sieg zwischen Mitte Januar und Mitte Februar nur so herein. Hatte man dem 38-Jährigen schon mit der "Übergangsstelle" zu viel zugetraut?
Bundesliga
Watzke sieht BVB "weiterhin als zweite Kraft"
04/03/2021 AM 17:54
Wie schnell sich die Dinge doch ändern können.

Rose leidet, Terzic oben auf

Denn seit dem 15. Februar, dem Tag als bekannt wurde, dass ebenjener Rose besagten Terzic ab kommenden Sommer als Chefcoach des BVB beerben wird, hat sich der Wind für beide komplett gedreht.
Gladbach hat seitdem alle vier Spiele verloren, steht in der Champions League vor dem Aus und ist in der Liga auf Rang neun abgerutscht. Dortmund darf sich dagegen nach vier Siegen in Folge berechtigte Hoffnungen aufs CL-Viertelfinale machen und ist als Fünfter nur noch drei Punkte von den Champions-League-Rängen entfernt.
Als der BVB am Dienstag auch noch ausgerechnet Gladbach (wie konnte es auch anders sein) im Viertelfinale des DFB-Pokals ausschaltete (1:0), erreichte das Bühnenstück endgültig seinen Höhepunkt. Rose, so fordern es zumindest Teile der enttäuschten und erbosten Gladbach-Anhänger, solle den Verein doch bitte noch vor Saisonende verlassen. Und Terzic? Den hätten einige BVB-Fans plötzlich doch gerne als langfristigen Cheftrainer.

BVB: Terzics Arbeit trägt Früchte

Fakt ist: Das wird nicht passieren. Terzic wird, auch das hat Dortmund bereits kommuniziert, wieder ins zweite Glied rücken und in der kommenden Saison an der Seite von Rose als Co-Trainer agieren.
Wohl dem, der sich diesen Luxus erlauben kann. Denn Terzics Arbeit als starker Mann in erster Reihe, das spiegelt sich mittlerweile auch in den Ergebnissen wider, trägt Früchte:
"Wir sehen seit einiger Zeit schon große Fortschritte der Mannschaft in jedem Training. Als wir das vor ein paar Wochen im Umfeld einiger nicht so überzeugender Ergebnisse gesagt haben, sind wir noch belächelt worden", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke jüngst im Interview mit "BILD": "Aber wenn einer fachlich so gut arbeitet wie Edin und zudem so hart, dann wird er auch irgendwann belohnt. Diese vier Siege hintereinander sind kein Zufall."

Edin Terzic und Jude Bellingham

Fotocredit: Getty Images

Musste sich Terzic zu Beginn seiner mittlerweile zweieinhalb Monate währenden Amtszeit trotz guter Ansätze oft für die ausbleibenden Punkte rechtfertigen, scheint mittlerweile jeder seiner Schachzüge zum Erfolg zu führen.
Die defensivere Dreierkette im Mittelfeld gegen den FC Sevilla, die Torhüter-Entscheidung pro Marwin Hitz, das tiefere, aber aggressivere Pressing gegen den Ball. Die Kritiker sind verstummt.

Hummels singt Loblied auf Terzic

"Es hat ein bisschen länger gedauert, das alles konstanter und häufiger umzusetzen", erklärte Terzic am Donnerstag: "Die Zeit hatten wir (im Winter; Anm. d. Red.) nicht, es ging sofort los mit ganz wichtigen Spielen in allen drei Wettbewerben."
Auch die Profis, von denen einige das Vertrauen in Vorgänger Lucien Favre verloren hatten, hat Terzic von sich überzeugt.
"Ich finde, Edin macht das hervorragend", lobte Mats Hummels im Interview mit der "ARD": "Er macht das mit einem Feuer, aber auch mit inhaltlichem Wissen."
Und dann sagte der Abwehrchef noch einen Satz, der uns zur Anfangsthematik zurückführt: "Ich traue ihm noch sehr viel zu in seiner Trainerkarriere."

Terzic: Wann kommt der nächste Schritt?

Dass Terzic sich im Sommer ohne Murren wieder auf den Co-Posten zurückzieht und ihm der "Titel", den er innehat, ohnehin "vollkommen egal" sei, glaubt man dem authentischen und sympathischen Deutsch-Kroaten sofort.
Sollte der 38-Jährige die Saison jedoch erfolgreich und eventuell sogar mit dem DFB-Pokaltitel (oder mehr) im Gepäck abschließen, wird das Begehrlichkeiten wecken. Wenn nicht bei Terzic selbst, dann zumindest bei anderen Vereinen.
Die wenigsten, die einmal Luft als Cheftrainer geschnuppert haben, fühlen sich - wie beispielsweise Hermann Gerland - auf Dauer in zweiter Reihe wohler.
Bislang ließ sich Terzic wenig zu seinen langfristigen Plänen entlocken. Am Samstag hat er mit dem BVB erst einmal die Möglichkeit, die Siegesserie im Spitzenspiel beim FC Bayern auszubauen.
In München ging die Borussia zwar in den vergangenen Jahren in gewisser Regelmäßigkeit unter (sechs Niederlagen und 3:26 Tore in der Bundesliga seit der Saison 2014/15), doch in Dortmund haben sie ja zuletzt selbst gemerkt, wie schnell sich die Dinge doch ändern können.
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