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BVB bleibt im Poker um Erling Haaland hart und lehnt Chelsea-Angebot ab: Starkes Signal an die Konkurrenz
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Publiziert 16/07/2021 um 23:41 GMT+2 Uhr
Auch eine Rekordsumme hat Borussia Dortmund nicht ins Wanken gebracht. Die BVB-Bosse blieben hart und lehnten die Anfrage des FC Chelsea für einen Transfer von Erling Haaland ab. Damit setzen die Schwarz-Gelben ein starkes Zeichen in Richtung der Konkurrenz. Gleichzeitig steckt in der Entscheidung, auf eine dreistellige Millionensumme zu verzichten, auch ein großes finanzielles Risiko.
Erling Haaland beim BVB-Training
Fotocredit: Getty Images
Die Haare sind über die Sommerpause etwas länger geworden, sonst blieb aber alles beim Alten. Insbesondere das Trainingsoutfit erstrahlte weiterhin in den Farben Schwarz und Gelb, als Erling Haaland nach dem Urlaub erstmals wieder den Platz betrat und die erste Einheit unter seinem neuen Coach Marco Rose absolvierte. Und dabei soll es nach Aussage seines Vereins Borussia Dortmund auch bleiben.
175 Millionen Euro – diese Summe machte in den vergangenen Tagen in den Medien die Runde. Laut "Daily Mirror" sei der FC Chelsea bereit, einen solchen Betrag auf den Tisch zu legen, um sich die Dienste von Wunschspieler Haaland noch in diesem Sommer zu sichern.
Nach "Sky"-Informationen habe der amtierende Champions-League-Sieger zudem auch Tammy Abraham und Callum Hudson-Odoi angeboten, um diese in einem Transfer mit dem Norweger zu verrechnen.
Doch die Dortmund-Bosse blieben hart und lehnten die Offerten ab. "Es hat sich an unserer Haltung nichts verändert, wir planen fest mit ihm. Das ist mit ihm und seinem Berater klar kommuniziert", sagte Lizenspielerleiter Sebastian Kehl im Rahmen eines Testspiels gegen den FC Gießen zu "Sky". Inzwischen soll sich Chelsea deshalb auch nach einer Alternative in Person von Romelu Lukaku umgeschaut haben.
Borussia Dortmund bleibt im Angriffsmodus
Die Konsequenz im Haaland-Poker ist ein starkes Zeichen sowohl an die übrigen internationalen Top-Klubs, die den 20-Jährigen auf dem Zettel haben, als auch an die direkte sportliche Konkurrenz.
Denn der BVB bleibt im Angriffsmodus. Eine Saison wie 2016/17, als im Sommer zuvor in Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan drei Leistungsträger abgegeben wurden und man den Anschluss an den FC Bayern verlor, soll nicht mehr vorkommen.
Der Wechsel von Jadon Sancho bildet aktuell die einzige Ausnahme. Sein Transfer zeichnete sich bereits vor der vergangenen Saison ab, als der BVB den Spieler überredete, ein weiteres Jahr zu bleiben und ihm dann einen Verkauf in diesem Sommer in Aussicht stellte. Abgesehen davon bleibt der Kern der jungen Mannschaft aber zusammen und kann sich unter dem neuen Trainer Rose weiter einspielen.
BVB-Kader: Viele junge Talente und ein paar Routiniers
Für Sancho steht mit Donyell Malen bereits ein vielversprechender Nachfolger in den Startlöchern. Der Transfer des Flügelstürmers von der PSV Eindhoven soll in Kürze finalisiert werden. Zudem könnte noch ein neuer Verteidiger kommen, um die dritte und letzte Baustelle nach der Torwartposition (Gregor Kobel kam für 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart) zu schließen.
Darüber hinaus ist von einigen Youngstern nochmal ein Leistungssprung zu erwarten. Jude Bellingham agierte schon zum Ende der vergangenen Saison auf einem für sein Alter unfassbar hohen Niveau. Nun kann der 18-Jährige an der Seite des wiedergenesenen Axel Witsel weiter lernen und von dessen Erfahrung profitieren. Auch Giovanni Reyna (18), Ansgar Knauff (19), Reinier (19) und Youssoufa Moukoko (16) sind noch keine 20 Jahre alt und versprechen großes Potenzial.
BVB-Trainer Rose peilt Titel an
Mit dem Kader, der durch erfahrene Akteure wie Marco Reus, Hummels und Witsel angeleitet wird, will der BVB um Titel spielen. "Die Erwartungshaltung ist groß. Es wird um Titel gespielt", erklärte Rose und ergänzte: "Das war auch ein Grund, warum ich mich für den Verein entschieden habe. Die Ziele werden natürlich ambitioniert sein." Diese Ambitionen braucht es auch beim BVB, denn Silberware ist die einzige Möglichkeit, um die Toptalente auch dauerhaft an den Verein zu binden und nicht nur ein Sprungbrett für ihre Karrieren darzustellen. Dass die Borussia gewillt ist, diesen Schritt zu gehen, haben sie in der Causa Haaland nun bewiesen.
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Quelle: Perform
Gleichzeitig birgt die Standhaftigkeit der BVB-Bosse aber auch ein großes Risiko. Es stellt sich die Frage, ob ein Verein wie Dortmund ein Angebot wie das von Chelsea überhaupt ablehnen darf. An welchem Punkt ist eine Schmerzgrenze erreicht, bei der die Verantwortlichen die wirtschaftlichen Aspekte eines Transfers über die sportlichen Auswirkungen stellen müssen?
Lässt sich der BVB 100 Millionen Euro durch die Lappen gehen?
Im Sommer 2022 besitzt Haaland eine Ausstiegsklausel über geschätzte 75 Millionen Euro, heißt es aus verschiedenen Quellen. Berater Mino Raiola peilt für seinen Klienten schnellstmöglich den nächsten Schritt zu einem der ganz großen Klubs an. Zaubert der BVB nicht noch ein Ass aus dem Ärmel, wird es ganz schwer sein, Haaland dann noch zu halten.
Sollte das Chelsea-Angebot tatsächlich besagter Summe entsprochen haben, würde der BVB 100 Millionen Euro für ein weiteres Jahr mit Haaland liegen lassen. Zur Verdeutlichung: Die drei teuersten Transfers der Vereinsgeschichte (Ousmane Dembélé inklusive Boni und Nachzahlungen für 35 Millionen Euro, Hummels für 30,5 Millionen Euro und André Schürrle für 30 Millionen Euro) kosteten den BVB in Summe "nur" 95,5 Millionen Euro. Oder anders gefragt: Würde ein Verein 100 Millionen Euro bezahlen, um Haaland für ein Jahr auszuleihen?
Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, in der viele Vereine wirtschaftlich zu kämpfen haben, ist diese Frage besonders brisant. Dortmund kündigte im Mai einen zu erwartenden Verlust von 75 Millionen Euro an und erklärte, dass man nicht in der Lage sei, die kompletten Millionen aus Transfereinnahmen in neue Spieler zu investieren. Da ist es gewagt, einen warmen Geldregen in dieser Höhe auszuschlagen.
Am 31. August schließt das Transferfenster in den europäischen Top-Ligen außer der Ligue 1 (bis 20. September). Bis dahin könnte sich auch im Fall Haaland noch etwas tun. Dass Borussia Dortmund nach der klaren Botschaft an die Konkurrenz aber doch noch einknickt und das Sturmjuwel verkauft, wäre wiederum ein schwaches Zeichen des Vereins.
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