BVB zu abhängig von Erling Haaland: Bittere Erkenntnis für Dortmund nach Pleite in Mönchengladbach
Publiziert 26/09/2021 um 11:50 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat bei der Rückkehr von Trainer Marco Rose nach Mönchengladbach eine bittere 0:1 (0:1)-Niederlage kassiert. Dabei machten sich im Angriff insbesondere die Ausfälle von Erling Haaland und Marco Reus bemerkbar. Die von Rose aufgestellten Donyell Malen und Youssoufa Moukoko konnten offensiv kaum Akzente setzen. Gladbach kompensierte die Ausfälle der Schlüsselspieler viel besser.
Jude Bellingham von Borussia Dortmund
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Wie es der Zufall so wollte, traf Marco Rose bei seinem kleinen Rundgang nach Spielschluss zunächst mal auf seine früheren Spieler. Ehe Dortmunds Coach das schwarz-gelbe Rasenpersonal nach dem 0:1 in Mönchengladbach etwas aufmuntern konnte, wartete auf ihn eine Phalanx ganz in Weiß gekleideter und durchaus milde gestimmter Kicker.
Vor allem die Nationalspieler Matthias Ginter und Jonas Hofmann sowie Kapitän Lars Stindl freuten sich über das Wiedersehen. Abwehrchef Ginter strich Rose bei ihrer zweiten, nun mit einer kurzen Plauderei angereicherten Begegnung im Mittelkreis sogar freundschaftlich übers Haar.
Später berichtete Rose noch von seinem netten Besuch in der Gladbacher Kabine, aus dem er nun Kraft ziehen wolle. Sehr viel unangenehmer war schließlich der Orkan aus Pfiffen und Beschimpfungen, der über dem 45-Jährigen unmittelbar vor Spielbeginn erwartungsgemäß niedergegangen war.
Viele Fans des Fohlen-Ensembles haben ihm nicht verziehen, dass er im Sommer die Ausstiegsklausel in seinem Gladbacher Vertrag nutzte, um zur anderen Borussia überzusiedeln. Den Zorn dieser Menschen musste Rose nun noch einmal über sich ergehen lassen, war nach diesem Erlebnis aber auch der Meinung: "Machen wir doch einfach einen Haken dran. Es reicht jetzt, finde ich."
Gladbach - BVB: Dortmund defensiv stabil, aber offensiv mau
So schnell keinen Haken wird der gebürtige Leipziger dagegen hinter dem Auftritt seiner Mannschaft im Borussia-Park machen. Deren Widerstandskraft in der zweiten Halbzeit, die die Gäste wegen der intensiv diskutierten Gelb-Roten Karte gegen Mahmoud Dahoud – kurz vor der Pause verhängt für respektloses Abwinken bei einer Schiedsrichterentscheidung – in Unterzahl bestreiten mussten, fand Rose zwar "schwer in Ordnung".
Auch die zuletzt so löchrige BVB-Defensive zeigte sich diesmal stabiler. Schwer auf den Magen schlug Rose dafür die Erkenntnis, wie abhängig seine Mannschaft von den Beiträgen von Erling Haaland und Marco Reus ist.
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Erling Haaland (links) und Marco Reus fehlen dem BVB in Mönchengladbach
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Kapitän Reus hatte sich beim Abschlusstraining eine Kapselreizung im Knie zugezogen – und Torfabrik Haaland bei derselben Gelegenheit einen Schlag abbekommen, der es laut Rose nicht zuließ, dass der Norweger am Samstag "seine Beine bewegte". Stattdessen kam Bewegung in die Dortmunder Startelf: So übernahm Dahoud bis zu seiner Ampelkarte Reus‘ Position im zentralen offensiven Mittelfeld.
Und im Angriff stellte Rose dem 16-jährigen Youssoufa Moukoko bei seinem Startelfdebüt den niederländischen Neuzugang Donyell Malen (22) als zweite Spitze zur Seite.
Borussia Mönchengladbach - BVB: Roses neue Doppelspitze überzeugt nicht
Die neue Notfall-Konstruktion erwies sich allerdings als nicht tragfähig. "Wir hatten zu wenig Durchschlagskraft. Deshalb wollten wir in der Pause umstellen – mit Dahouds Platzverweis hatte sich das aber erledigt", erklärte Rose. "Wir waren am Ende nicht torgefährlich genug, das müssen wir uns ankreiden", kommentierte Sebastian Kehl, Leiter der Dortmunder Lizenzspielerabteilung.
Und auch Mats Hummels hatte das große Problem der Westfalen beim Duell der Borussias, das Denis Zakaria acht Minuten vor der Pause entschied, klar geortet. "Mit Reus und Haaland sind uns am Freitag im Training zwei Stützen weggebrochen, sie haben uns sehr gefehlt. Und es fehlen noch viele andere, trotzdem hätten wir es viel besser machen können", analysierte der BVB-Kapitän – und auch der diesmal siegreiche Adi Hütter wollte zum Thema Verletzungen unbedingt etwas loswerden.
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Borussia Mönchengladbach - BVB
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"Positiv ist: Wir jammern nicht. Bei Dortmund waren mal zwei Spieler weg – bei uns sind wochenlang Top-Spieler ausgefallen", stichelte Gladbachs Bank-Vorstand und veranschaulichte seinen Vortrag mit dem Hinweis auf den Einsatz der beiden Außenbahnspieler Joe Scally (18) und Luca Netz (18).
Trainerkollege Rose wird seinerseits hoffen, dass Haaland und Reus – deren Ausfälle nach den geradezu dramatischen Worten ihres Trainers über den Dortmundern "hereingebrochen" waren – bis zum Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Sporting Lissabon (ab 21 Uhr im Liveticker) wieder einsatzbereit sind.
Unabhängig vom Genesungsprozess bei den beiden Unentbehrlichen nimmt der BVB-Coach von der wenig erbaulichen Stippvisite an seinem alten Arbeitsplatz aber vor allem diese Erkenntnis mit: "In der ersten Halbzeit haben wir in der neuen Konstellation zu wenig nach vorne gebracht, waren ohne Zuordnung. Darüber müssen wir reden."
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Quelle: SID
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