FC Bayern - Jamal Musiala gewinnt internes "M"-Duell: Warum der Youngster gegen Dortmund spielen sollte
Jamal Musiala zählt derzeit zu den wenigen formstarken Bayern-Spielern. Nach seiner Einwechslung gegen Arminia Bielefeld (3:0) avancierte der Nationalspieler binnen weniger Minuten zum besten Akteur auf dem Platz. Im Gegensatz zum 19-Jährigen hat Thomas Müller hingegen mit einer Leistungsdelle zu kämpfen. Beim Meister-Matchball am kommenden Samstag sollte dem Routinier eine Pause verordnet werden.
Jamal Musiala überzeugte in Bielefeld auf ganzer Linie
Fotocredit: Getty Images
Jamal Musiala lag flach auf dem Rücken, streckte die Arme weit von sich und blinzelte beseelt in die Bielefelder Nachmittagssonne.
Nur wenige Augenblicke zuvor hatte der Youngster des FC Bayern München das Duell mit Arminia Bielefeld endgültig entschieden, eine punktgenaue Hereingabe von Robert Lewandowski sehenswert zum 3:0-Endstand veredelt (84.).
Der Lohn für einen verkürzten, aber dennoch ertragreichen Arbeitstag für den 19-Jährigen. Stand Musiala am vergangenen Dienstag gegen den FC Villarreal (1:1) noch in der Startelf, musste er in Bielefeld zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sicherlich nicht wegen seiner Leistung, Musiala zählte gegen das Gelbe U-Boot zu den besseren Akteuren.
Auf der Alm kam er in der 61. Minute für Thomas Müller ins Spiel, dessen Formkurve zuletzt in die anderen Richtung zeigte und der auch gegen die Arminia nicht zu überzeugen wusste.
Müller auch in Bielefeld mit mäßiger Leistung
Was folgte war eine Offensivshow Musialas: Immer wieder ging das Top-Talent ins Eins-gegen-Eins, initierte Angriff um Angriff und schoss satte dreimal aufs gegnerische Tor (Top-Wert aufseiten der Gäste). Zudem gewann Musiala vier seiner fünf direkten Duelle und brachte somit eine Zweikampfstatistik von 80 Prozent in die Statistik ein. Am Ende standen 22 Ballaktionen zu Buche.
Im Vergleich dazu brachte Müller in 60 Minuten keinen einzigen Schuss auf Stefan Ortegas Kasten und führte lediglich einen Zweikampf, bei dem er das Nachsehen hatte - ein Spiegelbild seiner jüngsten Darbietungen.
Seit einigen Wochen bekommt der Ur-Bayer seine großen Qualitäten nicht mehr auf den Platz. Zwar bereitete er den zwischenzeitlichen Führungstreffer durch Lewandowski gegen Villarreal vor, in der Bundesliga wartet der 32-Jährige allerdings seit seinem Assist beim 4:1 gegen Greuther Fürth im Mitte Februar auf einen Scorerpunkt.
Sieben Bundesligapartien gingen seither über die Bühne, mit einer ähnlich langen Durststrecke sah sich der Weltmeister von 2014 letztmals im Herbst 2018 konfrontiert, als er sogar achtmal in Serie ohne direkte Torbeteiligung blieb.
Müller trotz Leistungsdelle immer gesetzt
Trotz der Tor- und Vorlagenflaute setzt Trainer Julian Nagelsmann bedingungslos auf Müller. In Anlehnung an Louis van Gaals legendäres Zitat "Müller spielt immer" stand er in der laufenden Spielzeit in jedem Bundesligaspiel in der Startelf, in dem er zur Verfügung stand. Lediglich das 1:0 bei Eintracht Frankfurt (26.2.) verpasste Müller aufgrund einer Coronainfektion.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/04/17/3357482.jpg)
Thomas Müller vom FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Nicht nur in Deutschlands Beletage, auch in den anderen Pokalwettbewerben war er in dieser Spielzeit stets eine sichere Startelf-Wette. Einzig im vierten Champions-League-Gruppenspiel gegen Benfica Lissabon (5:2) kam Müller von der Bank.
Noch im Dezember schwärmte Nagelsmann von seinem Dauerbrenner: "Thomas hat in seinem Leben alles gewonnen, was man gewinnen kann. Er hat großen Einfluss auf den FC Bayern und die Nationalmannschaft gehabt und hat ihn immer noch", sagte der 34-Jährige im Anschluss an Müllers 400. Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg.
Müller-Zukunft: "Sind in guten Gesprächen"
Zuletzt sprach Nagelsmann ebenfalls regelmäßig über seine Nummer 25. Diesmal jedoch nicht, um ihr zu huldigen, sondern, um Wasserstandsmeldungen bezüglich Müllers Vertragssituation beim deutschen Rekordmeister abzugeben.
Das Arbeitspapier des langjährigen Leistungsträgers läuft im Sommer kommenden Jahres aus, es hat bereits erste Gespräche über eine mögliche Verlängerung gegeben.
Nagelsmann hatte immer wieder deutlich gemacht, dass er Müller halten wolle, Müller selbst erklärte nach dem Spiel in Bielefeld in der Mixed-Zone: "Wir sind in guten Gesprächen und in einem guten Austausch. Beide Seiten wollen und ich denke, wir werden eine Lösung finden."
Musiala statt Müller gegen Dortmund?
Dass die ungeklärte Zukunft sich auf Müllers Leistungen auswirkt, ist unwahrscheinlich, dafür ist er viel zu lange im Geschäft. Allerdings wirkt er insgesamt überspielt, nimmt dieser Tage nicht den von Nagelsmann beschworenen Einfluss auf das Spiel der Bayern.
Vielleicht dient der kommende Samstag, wenn ausgerechnet gegen Borussia Dortmund die zehnte Meisterschaft in Serie unter Dach und Fach gebracht werden kann, als perfekter Zeitpunkt, um kurzfristig Abstand vom Müller-spielt-immer-Mantra zu nehmen. Eine Pause würde dem akribischen Arbeiter, Lautsprecher und Trainerliebling gut tun.
Und mit Musiala hat Nagelsmann einen Ausnahmekönner in der Hinterhand, der merklich brennt und nur darauf wartet, sein Können auf dem Platz zu zeigen. Verdient hätte er es - nicht nur wegen seiner bemerkenswerten Leistung gegen Bielefeld.
Das könnte Dich auch interessieren: Drei Dinge, die auffielen: Ein Pechvogel als Lichtblick
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/04/17/3357371-68627688-2560-1440.jpg)
"Erzieherische Maßnahme": Nagelsmann begründet Nianzou-Auswechslung
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/06/image-ea4c9f95-f41e-4a1d-95f7-4af46e7639e1-68-310-310.jpeg)