Julian Brandt: Darum startet der Nationalspieler beim BVB plötzlich durch
Julian Brandt spielt seine dritte Saison im Trikot von Borussia Dortmund, und es scheint so, als sei er endlich angekommen bei Schwarz-Gelb. Fehlte es dem Nationalspieler in den vergangenen Jahren an Konstanz, agiert er in dieser Saison fast durchgehend auf Topniveau. Neben Erling Braut Haaland ist Brandt derzeit die offensive Lebensversicherung für den BVB - was Gründe hat.
Julian Brandt (li.) in Jubel-Pose beim BVB
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Kein Supercup, kein Ligastart, kein Pokalauftakt.
Lief gar nicht gut für Julian Brandt zu Beginn dieser Saison. Eine Corona-Infektion setzte den Blondschopf außer Gefecht. Schlechte Voraussetzungen also für das Vorhaben, endlich Konstanz in die Leistungen zu bringen und die eigenen Ansprüche und die des Vereins zu erfüllen.
Nach der Hinrunde in der Bundesliga ist zu konstatieren: Brandt hat es trotzdem geschafft.
"Die vergangenen zwei Jahre waren turbulent, mit guten Phasen aber auch einer schlechten Saison", gab der BVB-Profi offen zu. Schwierigkeiten, die Brandt hinter sich gelassen hat: "Das ist für mich jetzt ad acta gelegt. Ich habe bei diesem Verein einen Riesenspaß, möchte noch viel erleben und dabei hoffentlich erfolgreich sein."
Brandts Höhenflug auch Roses Verdienst
Der "neue" Brandt ist auf gutem Wege dahin, zumindest was seine persönliche Bilanz betrifft. Mit fünf Toren und vier Assists in 14 Ligaspielen entwickelte der 25-Jährige die Torgefahr, die Trainer Marco Rose sehen möchte.
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Marco Rose, Julian Brandt und Marco Reus (v.l.n.r.)
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Der Coach darf sich die positive Entwicklung des Offensivspielers durchaus zu einem gewissen Grad auf die eigene Fahne schreiben.
Der 45-Jährige setzt Brandt regelmäßig als Achter ein. Die zentrale Rolle, die er schon bei Bayer Leverkusen häufig begleitete, liegt dem Nationalspieler, der sich seine Variabilität aber bewahrt hat. An den vergangenen fünf Spieltagen kam er aber auch im rechten Mittelfeld, als Rechtsaußen und als Linksaußen zum Einsatz.
Brandt war dabei in allen Partien direkt an Toren beteiligt - drei erzielte er selbst, drei bereitete er vor.
Positionsdebatte? Brandt interessiert es kaum
Die alte Debatte, auf welcher Position er denn am liebsten und besten spiele, hat für Brandt kaum noch Bedeutung. "Ich hatte auf jeder Position eine Zeit, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. In Leverkusen war ich oft im Zentrum, beim BVB habe ich schon als Sechser ausgeholfen und war dann sehr lange auf dem Flügel", sagt er.
Unter Rose sei es ohnehin so, dass "es keine richtige Position gibt, auf der du dann klebst. Du bist gefühlt überall unterwegs", so Brandt: "Marco Reus und ich tauschen oft und stehen im Austausch. Er geht dann gelegentlich auf den Flügel." Die Frage nach der Lieblingsposition sei von daher schwer zu beantworten.
Den gebürtigen Bremer derzeit als wichtigsten Dortmunder hinter Goalgetter Erling Braut Haaland zu bezeichnen, ist keine Übertreibung. Auffällig auch, dass Brandt inzwischen deutlich vehementer gegen den Ball arbeitet und mehr Sprints anzieht, um gegnerische Spieler zu stellen. Ein begnadeter Techniker und ein kreativer Kopf auf dem Platz war er schon immer.
Brandt tragischer Held bei BVB gegen Bayern
Rückschläge lassen sich mit dem neuen Selbstverständnis entsprechend leichter wegstecken - zumal es nicht so ist, dass bei der Borussia alles eitel Sonnenschein wäre. Die Champions League setzten die Westfalen grandios in den Sand und schieden in der Gruppenphase aus.
In der Bundesliga ist der Rückstand auf Tabellenführer Bayern inzwischen auf neun Punkte angewachsen. Das Topspiel gegen den Rekordmeister am 14. Spieltag verlor der BVB nach einem umstrittenen Strafstoß mit 2:3.
Einer der tragischen Helden des Spiels war Brandt. In der 5. Minute brachte er die Schwarz-Gelben in Führung, in der 70. Minute musste er nach einem Zusammenprall mit Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano ausgewechselt werden. Die Ärzte diagnostizierten eine Gehirnerschütterung.
"Der Schädel braucht ein paar Tage Ruhe, bis ich wieder zurück bin", ließ Brandt die Fans wissen. Der Mittelfeldspieler hielt Wort und übernahm schon eine Woche später mit seinem Treffer beim 1:1 in Bochum wieder eine Hauptrolle. Auch beim 2:3 in Berlin traf der Ex-Leverkusener.
Vielleicht lässt sich das Geheimnis der neuen Konstanz an einer kurzen Aussage von Brandt ableiten, die ein wenig an Oliver Kahn erinnerte: "Ich mache einfach weiter."
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Kopfballungeheuer Brandt? BVB-Star und Rose flachsen auf PK
Quelle: Perform
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