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Borussia Dortmund wird von Leverkusen abgefertigt: Warum der FC Bayern Big Points kann - und der BVB nicht
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Publiziert 07/02/2022 um 11:12 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund verliert im Heimstadion krachend gegen Bayer Leverkusen (2:5), während sich Bayern München im Topspiel gegen starke Leipziger (3:2) durchsetzt. Der FC Bayern liegt somit ganze neun Punkt vor dem ersten Verfolger aus Dortmund. Für den LIGAstheniker ist die deutsche Meisterschaft damit schon wieder frühzeitig entschieden. Ein Kommentar von Thilo Komma-Pöllath.
Bayern Munchen
Fotocredit: Getty Images
Liebe FußballfreundInnen, an der Art der Ratlosigkeit, die die beiden deutschen Spitzentrainer nach dem 21. Spieltag beim Betrachter hinterließen, kann man vielleicht schon ablesen, dass auch diese Meisterschaft schon wieder vorentschieden sein könnte.
So saft- und kraftlos wie Dortmunds Übungsleiter Marco Rose Worte suchte für das Heimdebakel gegen Leverkusen, einmal fiel sogar die schöne Allegorie, dass der Gegner ihnen "den Stecker gezogen" habe, das hatte was von Kapitulation inmitten der Saison.
Offenbarungseid & Bomberjacke
Und bei Bayern-Trainer Julian Nagelsmann? Die Bayern hatten gerade ihr Spitzenspiel gegen RB Leipzig mit Mühe und Not und einem Leipziger Eigentor für sich entscheiden, aber die Fußballwelt interessierte sich nur für seinen schicken weinroten Frühjahrs-Blouson und rätselte, wie Nagelsmann am Spielfeldrand damit der Kälte trotzen konnte.
Er könne ja seine Arme heben, um zu beweisen wie heiß ihm während des Spiels gewesen sei, kalauerte Nagelsmann. Das wollte dann doch keiner sehen.
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Julian Nagelsmann (FC Bayern)
Fotocredit: Getty Images
Zwischen sportlichem Offenbarungseid und modischen Accessoirefragen oszillierte am Wochenende die wichtigste sportliche Frage der Liga und beantwortete sich damit quasi von selbst.
Wer jetzt noch von Dortmund erwartet, in den Titelkampf ernsthaft einsteigen zu können, muss ein kühner Träumer sein, einer, dem nicht warm wird unter den Achseln.
BVB ohne Plan B
Der 21. Spieltag war im Kleinen die Bestätigung für das ganz große Bild in der Tabelle. Dank der internationale Abstellpause hatten die Spitzenklubs reichlich Zeit und Gelegenheit, die finale Saisonphase mit einem programmatischen Halali zu eröffnen. Das Wochenende dieses 21. Spieltages wäre die Bühne gewesen, die eigene Ansprüche ins Schaufenster zu stellen.
Und dann? Tat das Leverkusen, der Tabellendritte und nicht Bayern-Jäger Dortmund, die vom Umschaltwirbel der Rheinländer regelrecht hinweggefegt wurden.
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Marco Reus (r.) und Co. unterlagen Leverkusen deutlich
Fotocredit: Getty Images
Wer so hoch verteidigt wie der BVB, wer bei eigenem Ballbesitz mit Maus und Mann in der gegnerischen Hälfte agiert um Überzahl zu schaffen, der braucht einen Plan B bei eigenem Ballverlust. Wenn es diesen Plan B nicht gibt, fällt das eigene taktische Gebilde zusammen wie der Schneemann im Frühling.
Droht Dortmund eine Trainerdiskussion?
BVB-Trainer Rose will an dieser Ausrichtung offenbar auch gar nichts ändern, so muss man ihn verstehen nach seinen Äußerungen vom Wochenende, das allein befeuert die Diskussion um seine Person, die noch keine große ist, aber schon bald eine sein könnte.
Wenn Rose sagt, es bringe nichts, jetzt "auf die Jungs draufzuknüppeln", dann mag das richtig sein.
Aber den Trainer könnte man mal am Arm packen und fragen, ob er wirklich glaubt, mit dieser Mannschaft, der allzu oft die Mentalität abgesprochen wird, ein derart mentalitätsdurchtränktes Spielsystem durchziehen zu müssen.
Bayern: Niederringen bei Augenhöhe
Und die Bayern? Sie spielen das, was sie können, was man von Dortmund nicht sagen kann. Sie sind keine Intergalaktischen, aber sie machen ihre Überzeugung deutlich, dass die drei Punkte fest eingeplant sind.
Und wenn es eng wird wie gegen Leipzig, wenn man bei eigenem Angriff zu hastig agiert, zu viele Ballverluste bekommt und in zu viele Konter läuft, dann lernen und adaptieren sie ihr Spiel, so wie in der zweiten Hälfte. Das heißt nicht, dass sie die Schlagzahl verringern oder ihre Giftigkeit reduzieren, sondern ihre Konzentration hochfahren.
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Josko Gvardiol (RB Leipzig) erzielte ein Eigentor
Fotocredit: Getty Images
Bei aller technischen und taktischen Qualität, die Bayern ringen ihre Gegner manchmal regelrecht nieder, wenn sie die Augenhöhe spüren. Dann nötigen sie selbst einen tapferen Aggressivverteidiger wie Josko Gvardiol zum Eigentorschützen. Das ist Plan B oder C, den die Münchner haben und die Dortmunder nicht.
Und hätte Leipzig noch ein drittes Tor erzählt, dann hätten die Bayern – diesmal - noch ein viertes erzwungen, einfach deshalb, weil sie ein System spielen, das ihre Mentalität verkörpert.
Dortmund und die Big Points
Es sind Spieltage wie diese, die zeigen, dass wir zwar nominell immer von den beiden großen Klubs in Deutschland sprechen. Das tun wir vermutlich, um uns selbst zu hypnotisieren und die Spannung hochzuhalten.
Tatsächlich ist der Spitzenklub Borussia Dortmund immer dann, wenn die Big Points im Saisonverlauf verteilt werden, eben keiner.
Das ist, naja, sehr schade.
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