Borussia Dortmund - BVB-Offensive wird vom Prunkstück zum Problem: Denkt Trainer Edin Terzic jetzt um?

Derbysieger, Platz zwei in der Liga und endlich Stabilität in der Defensive: Bei Borussia Dortmund macht sich in diesen Tagen Aufbruchstimmung breit. Einzig die aufkeimende Stürmerdiskussion trübt die schwarz-gelbe Euphorie ein Stück weit. Lediglich neun Tore gelangen dem BVB in sieben Partien, weshalb bereits Kritik an Neuzugang Anthony Modeste laut wurde. Muss Trainer Edin Terzic nun umdenken?

Anthony Modeste (l.) und Donyell Malen (Borussia Dortmund) im Revierderby gegen den FC Schalke 04

Fotocredit: Imago

Mit breiter Brust betrat Edin Terzic unter dem Applaus der anwesenden Fans das Podest im Dortmunder Lensing-Carrée.
Keine Frage, die Stimmung bei Borussia Dortmunds Anhängern könnte nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg im ersten Revierderby seit über anderthalb Jahren gegen den FC Schalke 04 kaum besser sein. Schließlich klärten die Schwarz-Gelben mit jenem Prestigesieg nicht nur die Kräfteverhältnisse im Ruhrpott für den Moment, sondern rückten in der Bundesliga-Tabelle auf Platz zwei vor.
"Es sind die schönsten drei Punkte, die man einfahren kann", freute sich Terzic bei "19:09 - der schwarzgelbe Talk" von den "Ruhr Nachrichten", bei dem der BVB-Trainer am Mittwochabend zu Gast war.
Spricht man als Fußball-Fan in dieses Tagen jedoch vom Revierderby, kommt man um einen Namen nicht drum herum: Den von Youssoufa Moukoko.

Moukoko drängt sich auf

Der 17-Jährige avancierte mit seinem Siegtreffer zum gefeierten Helden und entfachte damit die Stürmerdebatte beim BVB neu.
"Es ist eine große Last von ihm abgefallen. Wir hoffen, dass Mouki (Moukoko; Anm. d. Red.) daraus Kraft ziehen kann. Mein Job ist es aber, auch ihm mit seinen jungen 17 Jahren zu sagen, was noch nicht so gut ist. Aber wenn es mal nicht so läuft, werde ich ihn an diesen Tag erinnern", erklärte Terzic.
Gegenwärtig muss sich der Youngster in der Stümer-Hackordnung, die nach der Krebserkrankung von Königstransfer Sébastien Haller auf den Kopf gestellt wurde, hinter Anthony Modeste mit der Rolle des Jokers begnügen. Lediglich zum Saisonstart gegen Bayer Leverkusen (1:0) durfte Moukoko im Sturmzentrum beginnen.
Allerdings sprechen die Zahlen durchaus für den deutschen U21-Nationalspieler. Mit je zwei Treffern und Assists ist er gemeinsam mit Marco Reus Top-Scorer bei den Schwarz-Gelben. Modeste kommt bislang auf einen Saisontreffer (bei gleich vielen Spielen).
Während der Neuzugang aus Köln gegen Schalke wie schon in den Partien zuvor weitestgehend wirkungslos blieb (14 Ballaktionen), verlieh Moukoko dem Dortmunder Spiel sofort die zuvor fehlende Tiefe. Eine Qualität, die die Borussia bislang häufig schmerzlich vermisste.
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Youssoufa Moukoko

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BVB-Offensive lahmt

Die Zeiten, in denen Erling Haaland den BVB mit seiner Urgewalt fast im Alleingang zu Siegen schoss, sind erst einmal endgültig vorbei. Lediglich neun Tore in sieben Bundesligapartien verbuchte die Borussia in der laufenden Spielzeit. In der oberen Tabellenhälfte hat nur der FSV Mainz 05 weniger Treffer erzielt als die Borussia (sieben).
Zum Vergleich: In der Vorsaison hatte der spätere Vizemeister zum gleichen Zeitpunkt bereits 19 Tore auf dem Konto, wobei man damals auch mehr als doppelt so viele Gegentreffer hinnehmen musste (sieben gegenüber 13).
"Wir wollen eine Balance finden zwischen Offensive und Defensive", kündigte Terzic daher an. Der Erfolg spricht bislang aber für den neuen, alten Übungsleiter, der den Fokus im Sommer auf die Abwehr legte. Gleich vier 1:0-Siege fuhr der BVB bis dato ein. Zweifelsohne eine Qualität - jedoch stellt sich die Frage, wie lange das auf lange Sicht gut geht.
Zumal sich mit Kapitän Reus die zuletzt verlässlichste Offensivkraft im Derby eine Außenbandverletzung im Sprunggelenk zuzog und mehrere Wochen ausfallen wird.

Modeste in der Kritik - Terzic kontert

Entsprechend größer werden die Anforderungen und folglich auch die Kritik an Modeste. "Er wirkt wie ein Fremdkörper und passt nicht in die Mannschaft“, schimpfte TV-Experte Dietmar Hamann kürzlich bei den "Ruhr Nachrichten".
Der Neuzugang sei "bislang überhaupt nicht integriert. Er ist wahrscheinlich der beste Kopfballspieler der Bundesliga, aber er passt nicht in die Mannschaft", urteilte der ehemalige Bayern-Profi.
Terzic wollte dies jedoch nicht so stehen lassen und nahm den Franzosen in Schutz. "Er trainiert leider erst seit Kurzem mit uns. Wir sind glücklich mit ihm. Ich habe ihm auch gesagt, dass er beim BVB an seinen Toren gemessen wird. Ich messe ihn so nicht. Wir als Mannschaft müssen seine Waffen nutzen", nahm der 39-Jährige das komplette Team in die Pflicht und ergänzte: " Anthony wird unser Top-Stürmer sein."
Worte, die bei Konkurrent Moukoko, der sich gegenwärtig in Verhandlungen seines im kommenden Sommer auslaufenden Vertrages befindet, nicht gerade für Anklang sorgen dürften. Sollte die Formkurve des 17-Jährigen jedoch nach der Länderspielpause weiter nach oben zeigen, dürfte es für Terzic immer schwerer werden, Modeste dem gefeierten Derbyhelden vorzuziehen.
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Quelle: SNTV

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