Da staunte selbst der Erzrivale nicht schlecht.
"Eine Mannschaft zu sehen, die so tief verteidigt und dann so kontert, ist wunderbar. So ein Team mag ich. Der Trainer leistet großartige Arbeit", schwärmte Atlético-Coach Diego Simeone ausgerechnet nach der 1:2-Heimniederlage seiner Schützlinge im Stadtderby gegen Lokalrivale Real Madrid.
Worte, die bei den Mannen von Carlo Ancelotti runter wie Öl gehen dürften und alles andere als von Ungefähr kommen: Durch den Erfolg im prestigeträchtigen Derbi madrileño bauten die Königlichen ihre Startserie auf sechs Siege in sechs Spielen aus und sind damit weiter als einziges Team in Europas Topligen ohne Punktverlust. Wettbewerbsübergreifend gewann Real gar alle neun Partien.
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Sowohl die nationale als auch die internationale Konkurrenz dürfte also gewarnt sein.

Real greift nach historischem Startrekord

Besser in eine Saison war der Hauptstadtklub zuletzt vor über 50 Jahren gestartet. In der Spielzeit 1968/69 behielt der spanische Rekordmeister elf Spiele lang eine blütenweiße Weste, ehe man die ersten Punkte abgeben musste. Ancelottis Mannen fehlen somit nur noch zwei Siege, um jenen historischen Rekord einzustellen.
"Sie haben enormes Selbstvertrauen und sind wie eine Bande von Brüdern", erklärt Fußball-Experte Adrián García von Eurosport in Madrid.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Blancos im Sommer mit Casemiro einen Schlüsselspieler im Mittelfeld in Richtung Manchester United abgeben mussten, ist jener Raketenstart noch beeindruckender. Zumal der amtierende Champions-League-Sieger mit Aurélien Tchouaméni (AS Monaco) einen adäquaten Ersatz geholt hat.
"Er ist so etwas wie die große Überraschung. Tchouaméni scheint weder Druck von den spanischen Medien noch von den eigenen Fans zu verspüren. Er spielt wie ein Routinier, übernimmt seine Rolle und bietet sogar mehr Angriffslösungen als Casemiro", zeigt sich García beeindruckt.

David Alaba jubelt über sein 2:1 - UD Almería vs. Real Madrid

Fotocredit: Getty Images

Trio springt für Benzema in die Bresche

Geht es um die Favoritenrolle in der Champions League, werden dennoch zumeist Paris Saint-Germain und Manchester City vor Real genannt. Ein großer Fehler, wie sich bereits in der Vorsaison herausstellte, als Real auf dem Weg zu ihrem fünften Champions-League-Titel seit 2014 eben jene beiden Schwergewichte auf spektakuläre Art und Weise eliminierte.
Selbst der verletzungsbedingte Ausfall von Topstürmer Karim Benzema (Schleimbeutelentzündung im Knie sowie Verletzung des Halbsehnenmuskels) scheint für Real gegenwärtig kein Problem darzustellen. Für den Anwärter auf den diesjährigen Ballon d'Or springen die Youngster Rodrygo (21), Vinícius Júnior (22) und Federico Valverde (24) in die Bresche.
Das Offensiv-Trio zeigte sich bereits für zehn Treffer (Vinicius vier, Rodrygo und Valverde je drei) verantwortlich und begeistert mit auffälliger Unbekümmertheit. Sogar rassistische Anfeindungen, denen sich Vinícius zuletzt ausgesetzt sah, prallten am Champions-League-Finalheld augenscheinlich einfach ab.
"Karim ist für unser Spiel fundamental, aber unser Kader ist spektakulär", lobte Kapitän Daniel Carvajal daher seine Teamkollegen in den höchsten Tönen. Speziell Rodrygo habe sich laut Eurosport-Experte García "enorm verbessert" und könne Benzema "in seinen Bewegungen und seiner Angriffsgestaltung ersetzen."
Atlético-Coach Simeone ging sogar noch einen Schritt weiter: "Ihre Durchschlagskraft ist ungeheuerlich und das macht im Vergleich zum Rest einen wichtigen Unterschied aus. Real spielt sehr gut direkt, hat ein schnelles Umschaltspiel, ist defensiv gut geordnet und nutzt seine Chancen."
Und das selbst ohne Benzema.

Rodrygo und Vinicius jr. (Real Madrid) bejubeln den Sieg gegen Atlético Madrid

Fotocredit: Getty Images

Kann Real die Topform halten?

Während der französische Weltmeister die bevorstehende Länderspielpause nutzen kann, um seine Genesung weiter voranzutreiben, kommt der stillstehende Ligabetrieb für den Rest der Königlichen zur Unzeit.
"Die Länderspielpause unterbricht jetzt unseren Rhythmus, das ist schade. Bis jetzt haben wir aber eine weiße Weste und unter anderem in schwierigen Stadien wie im Wanda Metropolitano bestanden. Jetzt gilt es, sich zwischen den Länderspielen auszuruhen", betonte Keeper Thibaut Courtois. Teamkollege Rodrygo zeigte sich dagegen vorsichtig optimistisch ob der Zwangspause: "Hoffentlich kehren wir noch besser zurück."
Sollte dies der Fall sein, wird Simeone nicht der einzige Trainer bleiben, der sich in dieser Saison vor den Königlichen verneigen wird.
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