BVB: Mats Hummels bei Edin Terzic nur noch zweite Wahl - die Wochen der Wahrheit beginnen jetzt
Mats Hummels steht am Scheideweg. Nach einem bärenstarken zweiten Halbjahr 2022 ist er ausgerechnet in der besten Saisonphase des BVB nur noch zweite Wahl. Im Sommer läuft zudem sein Vertrag aus, eine Verlängerung hängt am seidenden Faden. In den nun anstehende entscheidenden Saisonwochen wird sichzeigen, wie sehr der Ex-Nationalspieler noch gebraucht wird.
Mats Hummels von Borussia Dortmund
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Müsste man sich beim BVB aktuell auf die Suche nach einem Verlierer des geglückten Starts ins Jahr 2023 machen, sein Name würde wohl weit oben auf der Liste auftauchen:
Mats Hummels hat seinen Stammplatz in der Innenverteidigung bei Borussia Dortmund jedenfalls vorerst verloren. Beim wackligen 4:3-Sieg gegen den FC Augsburg stand er, wie in 13 weiteren Hinrundenspielen noch in der Startelf. Ausgerechnet die vergangenen drei Duelle in Mainz (2:1), Leverkusen (2:0) und gegen den SC Freiburg (5:1) spielte er kumuliert aber nur sechs Minuten.
Eine missliche Situation, denn der BVB befindet sich ohne Hummels in der Startelf in seiner besten Saisonphase. Vier Ligasiege in Serie - das gab es beim BVB zuletzt im Oktober 2021, als man hintereinander Augsburg (2:1), Mainz (3:1), Bielefeld (3:1) und den 1. FC Köln (2:0) schlug.
Im Sommer endet zudem das Arbeitspapier des Vizekapitäns, der sich im Frühjahr somit zwischen drei Optionen entscheiden muss:
Hummels Ehrgeiz im Sommer geweckt
Er wolle "sehen, wie die Saison läuft", hatte Hummels schon vor Saisonbeginn im Interview mit den "Ruhr Nachrichten" gesagt. Die etwas vorsichtig wirkende Herangehensweise an die 16. Profisaison des Innenverteidigers hatte ihren Grund.
Mit Nico Schlotterbeck und Niklas Süle transferierte der BVB im Sommer zwei deutsche Nationalverteidiger nach Dortmund. Ein deutliches Zeichen, dass die Hierarchie in der Viererkette komplett neu gebildet werden soll. Zumal kurz nach Saisonbeginn auch der langjährige Stammverteidiger Manuel Akanji den Verein nach viereinhalb Jahren Zugehörigkeit gen Manchester City verließ.
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Manuel Akanji und Mats Hummels vom BVB
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Hummels, der aufgrund der namhaften Verpflichtungen auf seiner Position von vielen Experten schon abgeschrieben wurde, spielte eine famose Hinrunde, wirkte fit wie lange nicht mehr. Er und Neuzugang Schlotterbeck bildeten zumeist das von Terzic präferierte Innenverteidigerpärchen, während Süle vermehrt auf der Rechtsverteidigerposition aushalf. Dort plagen den BVB über die komplette Spielzeit Verletzungssorgen. Mateu Morey hat seit dem Pokal-Halbfinale gegen Holstein Kiel am 1. Mai 2021 kein Spiel mehr für die Borussia bestritten, Thomas Meunier fehlt seit Spieltag elf, laborierte erst an einem Jochbeinbruch und inzwischen an einem Muskelfaserriss.
Terzic: "Wollen gute Leistungen belohnen"
Im Winter legte Sportdirektor Sebastian Kehl deshalb nach, holte mit Julian Ryerson einen frischen Rechtsverteidiger von Union Berlin. Süle rotierte so Anfang Januar gegen Augsburg auf die Bank. Weil das Duo Schlotterbeck/Hummels aber wenig sattelfest wirkte, rückte der Königstransfer für die kommenden Spiele an Schlotterbecks Seite und spielte sich fest.
"Die beiden haben es richtig gut gemacht", lobte Terzic vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg Schlotterbeck und Süle und sprach dann auch über Hummels: "Mats ist jetzt immer wieder reingekommen, um dann nochmal zu stabilisieren. Wir werden gucken, wie sich das heute hier entwickelt im Spiel. Vielleicht brauchen wir Mats ein bisschen früher oder müssen umstellen. Dafür ist es Gold wert, dass wir solche Jungs auf der Bank haben. Aber wir wollen gute Leistung belohnen und die beiden Jungs (Schlotterbeck und Süle, Anm. d. Red.) haben es letzte Woche richtig gut gemacht."
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BVB-Coach Terzic schwärmt von Reus - und blockt Vertragsfrage ab
Quelle: Perform
Der BVB gestaltete die Partie gegen Freiburg höchst souverän, gewann 5:1 und benötigte Stabilisator Hummels in den finalen Spielminuten nicht. Große Enttäuschung wird sich deshalb beim gebürtigen Bergisch Gladbacher aber nicht breitmachen, denn er weiß, dass er in der nun anstehenden Saisonphase wieder deutlich häufiger zum Einsatz kommen wird.
Hummels: Einer für die großen Spiele
In den kommenden Wochen wird der Spielrhythmus wieder knackiger. Dortmund tanzt auch im neuen Jahr weiter auf drei Hochzeiten, fiebert dem DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfL Bochum (Mittwoch um 20:45 Uhr im Liveticker) und dem Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Chelsea entgegen.
Vor allem in der Königsklasse könnte Hummels mit seiner Erfahrung und Klasse Gold wert sein. Das bewies er in der Gruppenphase vor allem mit zwei herausragenden Partien gegen Manchester City. Auch in der vergangenen Saison, als Hummels immer wieder wegen Problemen an der Patellasehne ausfiel und kaum Konstanz in seine Leistungen brachte, war er in der Champions League stets einer der besten Borussen.
Die Wochen der Wahrheit stehen also vor der Tür. Dass Hummels noch immer die Klasse und Fitness besitzt, um auf Top-Niveau Fußball zu spielen, hat er in dieser Saison mehr als einmal beweisen. Ein Karriereende im Sommer dürfte er im Grunde ausschließen.
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Erling Haaland (l./Manchester City) im Zweikampf mit Mats Hummels (Borussia Dortmund)
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Ob es jedoch zu einer Vertragsverlängerung in Dortmund kommt, steht ebenfalls in den Sternen und hängt vom weiteren Verlauf ab. Fakt ist: Die aktuellen Ergebnisse stärken Hummels' Position nicht wirklich. Dass das Pendel aber auch schnell in eine andere Richtung ausschlagen kann, wird dem Weltmeister von 2014 bewusst sein. Er dürfte sich jedenfalls noch bestens an folgende Statistik erinnern:
An den ersten acht Bundeligaspieltagen stand Hummels 512 Minuten auf dem Feld, der BVB kassierte in dieser Zeit nur ein einziges Gegentor. In den 118 Minuten, in denen der Abwehrchef fehlte, waren es ganze sechs Gegentreffer.
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