Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund – Hertha BSC auffielen: Der BVB kann plötzlich Bayern-Jäger
Borussia Dortmund gewann am Sonntag auch gegen Hertha BSC (4:1) und baute seinen beeindruckenden Siegeszug im neuen Jahr auf acht Pflichtspielerfolge in Serie aus. Damit bewies der BVB, dass er seinen traditionellen Wankelmut mittlerweile abgelegt hat - und tatsächlich imstande ist, die Bayern zu jagen. Allerdings bezahlten die Schwarz-Gelben den Sieg diesmal teuer. Drei Dinge, die auffielen.
BVB als Bayern-Jäger? "Nicht bekannt dafür, arrogant zu werden"
Quelle: Perform
Was für ein Lauf: Borussia Dortmund brachte am Sonntagabend im Westfalenstadion seinen achten Pflichtspielsieg in Serie in trockene Tücher. 4:1 hieß es am Ende gegen Hertha BSC aus Sicht der Schwarz-Gelben.
Der zuletzt bärenstarke Karim Adeyemi brachte Dortmund mit einem sehenswerten Hackentor in Führung (27.), nur wenige Minuten später legte er seinem Teamkollegen Donyell Malen den zweiten Treffer auf (31.).
Allerdings: Im Zuge seines Assists blieb der deutsche Nationalspieler mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und deutete sofort an, dass es für ihn nicht weitergehen werde. Die ersten Minuten des zweiten Durchgangs verschliefen die Hausherren komplett, bereits nach wenigen Sekunden erzielte Hertha in Person von Lucas Tousard den Anschluss (46.).
Dortmund konnte sich in der Folge einmal mehr auf Schlussmann Gregor Kobel verlassen, der die dünne Führung festhielt. Schließlich stellte Marco Reus mit einem herrlichen Freistoßtreffer den alten Abstand wieder her (76.), Julian Brandt setzte in der Nachspielzeit nach feinem Zuspiel von Jamie Bynoe-Gittens den Schlusspunkt (90.).
Mit dem Sieg zogen die Westfalen punktetechnisch mit Tabellenführer FC Bayern gleich (beide 43) - und bewiesen, dass sie, anders als in den Vorjahren, ihren Wankelmut abgelegt haben. Adeyemis Verletzung wiegt aber dennoch schwer.
Drei Dinge, die auffielen.
1.) Das Ende des Dortmunder Wankelmuts
Während die Bayern im neuen Jahr bislang immer mal wieder strauchelten, fliegen die Dortmunder von Sieg zu Sieg. Satte neun Zähler betrug der Vorsprung des Dauerdominators aus dem Süden vor der langen Winterpause, mittlerweile hat der BVB punktetechnisch gleichgezogen.
Keine Selbstverständlichkeit, war Dortmund in den vergangenen Jahren doch immer wieder dafür bekannt, Steilvorlagen aus München eben nicht anzunehmen. Die Mannschaft von Edin Terzic, die traditionell zu Wankelmut neigte, hat sich zu einem echten Spitzenteam gemausert.
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Borussia Dortmund bezwang auch Hertha BSC
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Spielerisch weiß Dortmund zwar nicht immer zu überzeugen, dafür wartet man mit der obligatorischen Effizienz auf. "Es ist noch ein langer Weg, wir haben uns das aber nach der schwierigen Hinrunde erarbeitet. Das war nicht immer der schönste Fußball, aber es war erfolgreich und effizient“, sagte Brandt, der dieser Tage groß aufspielt, nach der Partie bei "DAZN".
Reus pflichtete dem früheren Leverkusener bei. "Vor der Winterpause hat niemand damit gerechnet, dass es vorne so eng zugeht. Daran sieht man, wie schnell es gehen kann", sagte der Kapitän und schob nach: "Wir haben einen Lauf gestartet, den wir heute fortgesetzt haben. Wir haben nicht die Sterne vom Himmel gespielt, sind aber wieder effizient gewesen."
2.) Adeyemi-Verletzung als Wermutstropfen
Adeyemi befindet sich seit Wochen in bestechender Form, vor vier Tagen avancierte er im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Chelsea mit einem Tor nach Traum-Solo zum Matchwinner.
Gegen die Alte Dame bestätigte der gebürtige Münchner seine starke Verfassung. Einen abgerutschten Reus-Schuss streichelte Adeyemi technisch anspruchsvoll mit der Hacke ins Netz, ehe er als Assistgeber für Malen in Erscheinung trat.
Doch schon beim Pass fasste sich der 21-Jährige an den Oberschenkel, nachdem Malen die Kugel über die Linie gedrückt hatte, blieb Adeyemi liegen und ließ durchblicken, dass das Spiel für ihn gelaufen ist. Eine enorme Schwächung in Anbetracht der zuletzt gezeigten Leistungen.
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Karim Adeyemi zog sich gegen Hertha eine Verletzung zu
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"Er war in den Minuten, in denen er auf dem Platz stand, extrem wichtig für uns", sagte Trainer Terzic auf der Pressekonferenz. "Er hat nicht nur das Tor erzielt, sondern auch den Assist gegeben. Wir müssen jetzt abwarten, er wird heute am Abend und morgen früh untersucht, dann können wir eine genaue Diagnose bekanntgeben."
Terzic geht davon aus, dass Adeyemi "erstmal ausfallen wird". Er ergänzte: "Wir hoffen, dass er schnell zurückkommt und an seine Form anknüpfen kann." Eine schnelle Rückkehr muss im Interesse des BVB sein - der Ex-Salzburger erzielte seit Ende Januar vier Tore und steuerte zwei Vorlagen bei.
3.) Hertha BSC nicht wie ein Absteiger
Nachdem die Hauptstädter dem Gang in die zweite Liga in der Vorsaison noch in der Relegation gegen den HSV von der Schippe gesprungen waren, stehen die Zeichen auch in dieser Spielzeit wieder auf Abstiegskampf.
Der Start ins neue Jahr verlief aus Hertha-Sicht verheerend, die ersten vier Bundesligaspiele gingen allesamt verloren, in der Zwischenzeit musste Sportdirektor Fredi Bobic seinen Hut nehmen.
Erst am vergangenen Wochenende stoppten die Berliner ihren Abwärtstrend und bezwangen Borussia Mönchengladbach deutlich 4:1. Schlüssel zum Erfolg war eine Umstellung von Trainer Sandro Schwarz von Vierer- auf Dreierkette. Klar, dass er in Dortmund erneut auf ebenjenes System baute.
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BVB - Hertha BSC
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Tatsächlich agierte Hertha spielerisch lange auf Augenhöhe, spielte mutig nach vorne und verbuchte einige aussichtsreiche Chancen, ehe Dortmund seine erste echte Möglichkeit zur Führung nutzte. Selbst nach dem 0:2 steckte die Schwarz-Elf nicht auf und belohnte sich gleich nach dem Seitenwechsel für ihren Aufwand.
Dass nichts Zählbares heraussprang, lag an BVB-Keeper Kobel sowie an der Kaltschnäuzigkeit der Gastgeber. "Meines Erachtens war das kein 1:4-Spiel, wir waren sehr gut drin. Dann sind wir wieder in zwei blöde Konter reingelaufen. Es ist einfach nur Wahnsinn, wer bei Dortmund von der Bank kommt. Jetzt gehen wir leider als Verlierer vom Platz", zeigte sich Marco Richter bei "DAZN" enttäuscht.
Richter weiter: "Wir sehen, dass wir ein anderes Gesicht als in der Hinrunde zeigen - wir sind mit der Fünferkette sicherer. Jetzt kommt ein Sechs-Punkte-Spiel gegen Augsburg und die Welt sieht dann wieder anders aus."
Auch Florian Niederlechner hatte eine positive Entwicklung ausgemacht. "Die Situation ist nicht einfach. Aber so wie wir heute aufgetreten sind, müssen wir auftreten. Nur so kommt man unten raus", erklärte er nach der Partie. "Es hat wieder gut funktioniert. Ich kann mich kaum daran erinnern, in Dortmund mal so viele Chancen gehabt zu haben."
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