FC Bayern München - Thomas Tuchel und sein Abwehr-Puzzle: Wer ist kommende Saison noch an Bord?

Der FC Bayern München will nach einer Saison, die aufgrund halsbrecherischer Personalentscheidungen und desolater Kommunikation in Erinnerung bleiben wird, zurück zu alter Souveränität. In der Führungsetage, in der Außendarstellung, auf dem Platz. Aus sportlicher Sicht ist es die Kaderplanung, auf der das Hauptaugenmerk liegt. Gerade in der Defensive wird es beim Rekordmeister spannend im Sommer.

Bayern-Trainer Thomas Tuchel im Gespräch mit Dayot Upamecano

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Statistisch gesehen war alles in Ordnung.
Die Bayern kassierten in der vergangenen Saison zusammen mit Union Berlin die wenigsten Gegentreffer (38) in der Liga, in der Champions-League-Gruppenphase stellte der FCB zusammen mit Manchester City die beste Defensive. Nur zweimal musste Schlussmann Yann Sommer hinter sich greifen.
Umso erstaunlicher, dass das Gros der Abwehrspieler trotzdem über einen Abschied von der Säbener Straße nachdenkt.
Trainer Thomas Tuchel steht vor einem Puzzle, das er mit cleveren Entscheidungen zusammensetzen muss.

Au revoir Bayern? Pavards Zukunft offen

Rechtsverteidiger Benjamin Pavard etwa steht bis 30. Juni 2024 unter Vertrag und zögert noch immer, zu verlängern. Parallel dazu ploppen Meldungen auf, wonach der FC Liverpool seine Fühler nach dem Weltmeister von 2018 ausgestreckt haben soll. Nach Angaben der "Bild" finden bereits Gespräche zwischen den Reds und Pavards Beratern statt.
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Benjamin Pavard schaut sich nach Alternativen um.

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Der Franzose, Stammkraft unter Julian Nagelsmann und später auch bei Tuchel, wäre im Winter fast zu Inter Mailand gewechselt. "Das Angebot war finanziell attraktiv, aber der sportliche Aspekt steht immer an erster Stelle", erklärte der damalige Sportvorstand Hasan Salihamidzic gegenüber der "Sport Bild".
Salihamidzic ist inzwischen - wie Vorstandschef Oliver Kahn - seines Amtes in München enthoben worden, Pavard könnte bald freiwillig von Bord gehen.
Ganz anders liegen die Dinge bei João Cancelo. Der Portugiese war von Manchester City ausgeliehen. Die Bayern hätten zwar eine Kaufoption, die ob der gewaltigen Summe von kolportierten 80 Millionen Euro aber nicht gezogen wird.
Immerhin stehen Trainer Thomas Tuchel mit Noussair Mazraoui, dem ebenfalls Abwanderungsgedanken nachgesagt werden, Josip Stanisic und Bouna Sarr derzeit noch drei weitere Rechtsverteidiger zur Verfügung.

In der Bayern-Innenverteidigung könnte es eng werden

Wesentlich angespannter stellt sich die Lage in der Innenverteidigung dar, obwohl die mit Matthijs de Ligt, Dayot Upamecano und Lucas Hernández hochprominent besetzt ist. Das Problem: Zwei der drei Abwehrspezialisten gelten als Wackelkandidaten im Hinblick auf einen Verbleib in München.
Upamecano, nach seinen kapitalen Schnitzern beim Champions-League-Aus gegen Manchester City in die Kritik geraten, ist nach Informationen des "kicker" mit seiner Situation "unzufrieden" und durchaus wechselwillig.
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Lucas Hernández (FC Bayern)

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Bei Hernández, mit 80 Millionen Euro Ablöse der teuerste Einkauf der Bundesliga-Geschichte, ist es aktuell sogar am konkretesten: Er will zu Paris Saint-Germain. Läuft es schlecht, bliebe nur de Ligt übrig.

Davies in der Warteschleife, Guerreiro im Anflug

Interessant wird es auf links, oder genauer gesagt: bei Alphonso Davies. Der Kanadier hat zwar noch ein Arbeitspapier, das bis Sommer 2025 läuft, Berater Nick Huoseh sorgte aber mit widersprüchlichen Aussagen für Aufsehen.
Er habe "mit anderen Vereinen gesprochen", es gebe Interesse vonseiten mehrerer Klubs. Aussagen, die die ohnehin schon kursierenden Gerüchte um Real Madrid oder Manchester City neu befeuerten.
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Alphonso Davies, Benjamin Pavard und Matthijs de Ligt jubeln - FC Bayern München

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Allerdings liege der "Fokus im Moment darauf, die Dinge mit Bayern zu klären", schob Huoseh später nach. Währenddessen hat Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Rummenigge beiläufig in einem Interview mit "DAZN" bestätigt, dass Raphaël Guerreiro von Borussia Dortmund zum Meister nach München wechselt.
Damit hat Tuchel auf der Linksverteidiger-Position eine weitere Option. Guerreiro schon einmal unter Tuchel. Zwischen 2015 und 2017 schätzte der Krumbacher ihn vor allem für seine Vielseitigkeit, setzte den Portugiesen immer wieder auch in der Mittelfeldzentrale ein, wo der Portugiese zuletzt auch wieder häufiger spielte.
Routinier Daley Blind wird die Roten indes aller Voraussicht nach verlassen. Der Vertrag des 33-Jährigen, der in der vergangenen Saison nur vier Bundesliga-Einsätze bekam, läuft aus. Blind wird mit einem Wechsel nach Spanien in Verbindung gebracht. Der FC Girona sei interessiert, heißt es.

Die Torwart-Frage: Noch sind alle entspannt

Bleibt die Frage, wie es hinter der Abwehrreihe, zwischen den Pfosten, weitergeht. Yann Sommer, im Januar als Ersatz für den verletzten Manuel Neuer gekommen, spielte eine gute Rückrunde und hat sich bis 30. Juni 2025 an die Bayern gebunden.
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Yann Sommer

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Neuer wiederum arbeitet nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch am Comeback, trainiert längst wieder. Hinter der Belastbarkeit des rechten Beins steht noch ein Fragezeichen, sicher ist: Der 37-Jährige will seinen Stammplatz zurück. Tuchel wird viel Fingerspitzengefühl brauchen, wenn er die Torwart-Frage klärt.
Sommer gibt sich im Interview mit dem "Blick" locker. "Während seiner Reha haben wir uns täglich gesehen. Das Verhältnis zwischen uns ist sehr entspannt", betonte der Schweizer Nationaltorhüter.
Das könnte sich allerdings schnell ändern, wenn der Konkurrenzkampf erst einmal entbrannt ist ...
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