FC Bayern: Herbstkrise spitzt sich nach Pleite zum Wiesnstart in Augsburg zu - Salihamidzic mit klarer Forderung
Der FC Bayern verliert in Augsburg und belibt damit im vierten Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg. Hasan Salihamidzic macht aus seiner langsam wachsenden Beunruhigung keinen Hehl und stellt eine deutliche Forderung an Julian Nagelsmann. Auch Thomas Müller spricht von einer dunkler werdenden Gefühlswelt. Es ist mal wieder Herbstkrise beim deutschen Rekordmeister - und das pünktlich zum Wiesnstart.
Nagelsmann genervt von Stürmerfrage: "Wurscht, was ich antworte"
Quelle: Perform
Wer hätte das gedacht?
Zu Saisonbeginn schossen die Bayern noch alles kurz und klein, standen einem 6:1 in Frankfurt, einem 2:0 gegen Wolfsburg und einem 7:0 in Bochum nach drei Spieltagen mit neun Punkten und 15:1 Toren an der Tabellenspitze und sorgten für lange Gesichter beim nach Spannung lechzenden Rest Fußball-Deutschlands. Doch seit dem Kantersieg beim VfL stockt der Motor beim FC Bayern. Zumindest in der Bundesliga. Zumindest punktetechnisch.
Vier Spieltage in Folge ohne Sieg, das gab's beim deutschen Rekordmeister seit der Saison 2001/02 nicht mehr. Zwölf Punkte nach sieben Spielen - Julian Nagelsmann machte mit der 0:1-Pleite beim FC Augsburg den schlechtesten Saisonstart der Isarstädter seit zwölf Jahren perfekt. Damals hatte der FC Bayern unter Louis van Gaal lediglich acht Zähler nach sieben Spielen auf dem Konto.
Es ist also mal wieder Herbstkrise beim FC Bayern. Jenes Phänomen, mit dem in jüngerer Vergangenheit schon Trainer wie Niko Kovac oder Hansi Flick umgehen mussten - und letztlich mehr oder weniger daran scheiterten.
Salihamidzic gibt zu: "Bin beunruhigt"
Sportvorstand Hasan Salihamidzic erlebte die jüngsten Schwächephasen hautnah mit und nahm deshalb in den Augsburger Katakomben kein Blatt vor den Mund: "Wir haben seit vier Spielen in der Bundesliga nicht gewonnen und in der Bundesliga von zwölf Punkten drei mögliche geholt. Deswegen bin ich schon ein wenig beunruhigt", gab der Bosnier unumwunden zu. Vor allem gegen Mannschaften, die den Rekordmeister mit ihrer Körperlichkeit "auf die Socken hauen" würden, habe dieser "brutale Probleme".
Auch Thomas Müller, bekannt für seine klaren Ansagen, zeichnete ein bedrückendes Bild: "Fassungslos und bedröppelt" würde man nach vier Spielen ohne Sieg dastehen. Das nassgraue Wetter dieser Tage würde die Stimmungslage im Team bestens abbilden. "Es wird immer dunkler, das ist gerade auch unsere Gefühlswelt. Ich kann nicht viel Positives erzählen, wenn wir 0:1 verlieren."
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Sadio Mané vom FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Schlechte Stimmung in der bayrischen Landeshauptstadt - und das ausgerechnet zum Start des Oktoberfestes. Wie aber ist der punktetechnische Einbruch logisch zu erklären?
Nagelsmann: "Spielen schlampig"
Konnte man das 1:1 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach noch mit jeder Menge Pech im Abschluss (33:5 Torschüsse) rechtfertigen, sind die Gründe für die jüngsten Punktverluste nicht mehr so einfach zu erklären - auch wenn die Chancenverwertung bei einer Mannschaft mit der Qualität des FC Bayern weiterhin zwangsläufig Thema bleibt.
"Es fließen viele Chancen einfach so aus dem Stadion. Wir spielen es sehr Laisser-faire im letzten Drittel. Wir hatten bestimmt zwanzig Situationen in Überzahl und spielen den Ball schlampig", bemängelte Nagelsmann, was sich auch mit Salihamidzics Kritik deckt. Der Sportvorstand beschwerte sich über mangelnde Konzentration: "So, wie wir heute gespielt haben, kann man in der Bundesliga nicht gewinnen. Wir haben mehrere Situationen nicht konzentriert zu Ende gespielt."
Die nun anstehende Länderspielpause will der FC Bayern dazu nutzen, Fehler ausfindig zu machen und nachzujustieren. Rein tabellarisch ist noch nicht viel passiert. Genau wie die "Krisen" der jüngeren Vergangenheit kann auch die aktuelle letztlich noch in einer souveränen Meisterschaft (der dann elften in Serie) enden. Etwas Druck baut sich für Nagelsmann aber dennoch schon jetzt aus eigenen Reihen auf.
"Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, jetzt müssen Siege her", mahnte Salihamidzic mit ernster Miene. Eine Forderung, die vor allem an den Trainer gerichtet sein dürfte.
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Quelle: Eurosport
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