Vidovic, Wanner und Tel - Bayerns Teenager-Bande macht den Stars Feuer
Mit Jamal Musiala dominiert beim FC Bayern zu Saisonbeginn ein 19-Jähriger dank überragender Leistungen die Schlagzeilen. Im Windschatten des Nationalspielers klopfen aber bereits drei weitere Teenager am Kader des Starensembles an. Trainer Julian Nagelsmann macht den Talenten offensiv Mut, hebt allerdings auch mahnend den Finger. Die Stars im Team müssen sich indes auf neue Konkurrenz einstellen.
Bayern-Talente Gabriel Vidovic (li.) und Paul Wanner (re.)
Fotocredit: Imago
Ein Golden Boy, ein Rekordbrecher, ein Schweiger.
Es ist ein buntes Teenager-Trio, das da beim FC Bayern so langsam im Kader der ersten Mannschaft anklopft und den Stars - zumindest mittelfristig - Feuer macht. Noch sind Gabriel Vidovic, Paul Wanner und Mathys Tel in der Lernphase. Einsätze in der U19, Trainingseinheiten mit dem A-Kader und hier und da mal ein paar Minuten Bundesliga-Luft. Der FC Bayern führt die drei Youngster behutsam an den Profifußball heran.
Chefcoach Julian Nagelsmann bezieht die Talente aber schon in seine Planungen ein, hat deren Entwicklung genau im Blick. Und dazu gehört auch dosierte Kritik. "Ich bin dieses Jahr sehr zufrieden mit Paul und Gabi, vergangenes war ich es ehrlich gesagt nicht immer", erläuterte der 35-Jährige auf einer Pressekonferenz an der Säbener Straße.
Beide hätten in diesem Sommer aber "eine sehr gute Vorbereitung gespielt" und seien "leistungsmäßig gar nicht so weit weg von er ersten Elf oder einem Kaderplatz". Vidovic und Wanner durchliefen in den vergangenen Jahren die Jugendteams des Rekordmeisters, während Tel erst Ende Juli von Stade Rennes nach München wechselte.
Nagelsmann schenkt Tel das Vertrauen
Der 17-jährige Franzose ist der Einzige des Trios, den Nagelsmann in der laufenden Saison bereits aufs Feld schickte. 25 Minuten beim 6:1 gegen Frankfurt und zehn beim 2:0 gegen Wolfsburg absolvierte der Mittelstürmer. Wertvolle Erfahrungen für "eines der größten Talente in Europa", wie es Sportvorstand Hasan Salihamidzic formulierte. Tel sei "ein sehr schneller, technisch starker und vielseitiger Stürmer".
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Maxence Lacroix (Wolfsburg) und Mathys Tel (Bayern) im Duell
Fotocredit: Getty Images
Tel führte Frankreichs U17 im Mai und Juni als Kapitän zum EM-Titel. Kein Wunder, dass der Offensivspieler auf der Nominierungsliste für den Golden-Boy-Award steht. Die Auszeichnung wird jährlich von der italienischen Sportzeitung "Tuttosport" vergeben und zeichnet den besten U21-Kicker Europas aus.
Und: Theoretisch sind die Aussichten bei den Bayern gar nicht schlecht. Nach dem Abgang von Goalgetter Robert Lewandowski stehen neben Tel mit Eric Maxim Choupo-Moting und Joshua Zirkzee nur zwei echte Mittelstürmer im Aufgebot. Derzeit setzen die Bayern allerdings auf ein 4-4-2-System, in dem Sadio Mané und Serge Gnabry ganz vorne agieren.
Dennoch: Vor allem Zirkzee, selbst erst 21 Jahre alt, bekommt den Atem von Tel schon zu spüren. Mehr noch: Der Niederländer steht vor dem Abschied aus München. Entsprechende Gerüchte gibt es seit Wochen. Augsburg, Stuttgart und Gladbach sollen interessiert sein, aber auch internationale Verein wie Southampton, Fulham, Bournemouth, Ajax Amsterdam, Eindhoven, Anderlecht und Bologna geistern durch die Gazetten.
Wanner "besser, engagierter, fitter"
Etwas anders ist die Situation bei Wanner, der im Januar einen Rekord brach und mit 16 Jahren und 15 Tagen zum jüngsten Bundesligaspieler der Klub-Historie avancierte.
"Die Konkurrenz auf seiner Position ist extrem", erläuterte Nagelsmann und spielte damit auf dessen Rollen als Zehner oder Flügelspieler an. Daher habe man mit dem 16-Jährigen in der Vorbereitung eine "etwas andere Position" ausprobiert. Ob nun im offensiven Mittelfeld oder auf links und rechts, Wanner hat geballte Weltklasse vor der Nase. Zumal der Mann der Stunde, Jamal Musiala, mit seinen 19 Jahren selbst noch im Teenager-Alter ist.
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Julian Nagelsmann (l.) und Paul Wanner beim Handschlag
Fotocredit: Getty Images
Nagelsmann beorderte Wanner daher erst einmal in die U19, wo er zuletzt beim 4:1-Sieg im Derby gegen den TSV 1860 auf dem rechten Flügel spielte. Generell habe Wanner "eine Leistungsexplosion" hingelegt, lobte Nagelsmann. "Eigentlich hätte er es verdient gehabt, in den beiden Bundesliagspielen aufzulaufen."
Der Junioren-Nationalspieler sei "besser, engagierter, fitter" geworden. "Im vergangenen Jahr war es nicht immer so, dass ich gesagt hätte, er eine Chance, in den Kader zu kommen." Das hat sich nun grundlegend geändert.
Nagelsmann lobt: "Vidovic zieht keine Fresse"
Richtiggehend euphorisch wurde Nagelsmann, als die Rede auf Vidovic kam. "Ich halte unfassbar viel von ihm, er ist einer der talentiertesten Spieler in Deutschland." Doch auch für den 18-Jährigen, der sowohl als Mittelstürmer, hängende Spitze oder offensiver Mittelfeldmann eingesetzt werden kann, sei die "Konkurrenz extrem".
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Nagelsmann über Bayern-Juwel: "Muss in besserer Liga spielen"
Quelle: Perform
Was Nagelsmann besonders gefällt: "Gabi ist einer, dem sagst du, dass er in der U23 spielt, dann freut er sich. Der zieht nie eine Fresse." Dazu sei Vidovic "im Training zusammen mit Josh Kimmich immer der laufstärkste Spieler".
Vidovics Bilanz im Regionalliga-Team der Bayern kann sich mehr als sehen lassen. 21 Tore und zehn Assists sammelte der kroatische Junioren-Nationalspieler in 33 Partien. Einen speziellen Torjubel hat er auch schon: Vidovic legt den Finger auf den Mund und "bittet" um Ruhe. Der Grund? "Schweigen gehört bei mir zum guten Ton, man sollte manchmal lieber nichts sagen als zu viel zu reden." Er versuche stattdessen, "auf dem Platz zu zeigen, was ich kann".
Nagelsmann und die Bayern jedenfalls dürfen sich glücklich schätzen, eine derart bunte Mischung an Toptalenten in der Hinterhand zu haben. Zukunftssorgen muss man sich an der Säbener Straße wahrlich nicht machen.
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Nagelsmann lobt Musiala - aber fordert auch ein
Quelle: Perform
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