FC Bayern München - Stiller Abgang? Warum Lucas Hernández seinem Anspruch zu selten gerecht wurde

Lucas Hernández steht vor einem Abgang beim FC Bayern. Der Weltmeister von 2018 soll bereits bei PSG unterschrieben haben. Vier Jahre nach seinem Wechsel von Atlético Madrid endet nun die Ära Hernández an der Isar. Den Anspruch als Führungsspieler konnte er in seiner Zeit beim Rekordmeister zu selten erfüllen - aus mehreren Gründen. Der Rekord-Transfer scheidet nun wohl als Missverständnis.

Lucas Hernández steht vor einem Wechsel zu Paris Saint-Germain

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"Lucas Hernández ist zurück", sagte der Innenverteidiger des FC Bayern höchst selbst in die Kamera der vereinseigenen Medien. Ein halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss bei der WM 2022 in Katar feierte der 27-Jährige Ende Mai seine Rückkehr ins Mannschaftstraining. "Alle waren sehr froh, dass ich mein Comeback gebe", erklärte der Franzose schob und beinahe obligatorisch nach: "Und wie immer: Mia San Mia."
Einen Monat später scheint sich das Liebesbekenntnis als Floskel zu entpuppen. Hernández steht kurz vor einem Wechsel zu Paris Saint-Germain. Der Franzose soll der Sportzeitung "L'Equipe" zufolge bereits in der Stadt der Liebe unterzeichnet haben. Eine offizielle Verlautbarung steht noch aus.
Vier Jahre nach seinem 80-Millionen-Euro-Wechsel von Atlético Madrid an die Isar neigt sich seine Zeit an der Säbener Straße dem Ende entgegen - und der Rekord-Transfer droht zum Missverständnis zu verkommen.
Ein Rückblick: Mit jeder Menge Vorschusslorbeeren war Hernández 2019 zum FC Bayern gewechselt - für die höchste Ablöse in der Klubgeschichte. Der Weltmeister kam als designierter Abwehrchef, der damalige Sportdirektor Hasan Salihamidzic holte den Franzosen als "einen der besten Defensivspieler der Welt".

Verletzungen bremsen Hernández aus

Nach "Sport Bild"-Informationen stieg Hernández umgehend in die Riege der Topverdiener auf, obwohl sich seine Verletzungsanfälligkeit schon damals offenbarte. Beim Medizincheck wurde ein Schaden am Innenband festgestellt. Trotz der unumgänglichen Operation verpflichteten die Münchner den Weltmeister: Ein Vertrauensbeweis sondergleichen.
Doch die Verletzung sollte nur ein Vorbote für die kommenden vier Jahre sein: 66 Pflichtspiele verpasste der Abwehrspieler während seiner Zeit in der bayrischen Landeshauptstadt. Ein Muskelbündelriss, ein Meniskuseinriss, ein Innenbandriss im Sprunggelenk, der Kreuzbandriss und einige kleinere Verletzungen setzten den Mann aus Marseille immer wieder außer Gefecht.
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Lucas Hernández will den FC Bayern angeblich verlassen

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Auch deswegen schwang sich Hernández in München zu selten zum Leader auf: In seiner ersten Saison gewann er die Champions League, kam aber nie über eine Ergänzungsrolle hinaus. Weil Jerome Boateng und David Alaba in der Innenverteidigung den Vorzug erhielten, wich er immer wieder auf die Linksverteidigerposition aus.

Hernández wird Stammkraft unter Nagelsmann

Nur 26 Begegnungen absolvierte er in seinen ersten beiden Jahren an der Isar daher im Defensivzentrum. Zu wenig, um den Anspruch an einen Abwehrchef zu erfüllen. Stand er im Kader, bestritt er in seinen vier Bayern-Jahren im Schnitt nur knapp 60 Minuten. Die Reservistenrolle ließ ihn im März 2021 "frustriert, wütend und genervt" zurück, wie er bei der "Equipe Tricolore" gestand.
Erst unter Julian Nagelsmann spielte sich Hérnandez im Zentrum fest, absolvierte in dessen erster Saison immerhin 34 Pflichtspiele - und zeigte vermehrt, warum der FC Bayern ihn einst verpflichtete: Eine herausragende Qualität beim Verteidigen in die Halbräume, eine starke Spieleröffnung mit seinem linken Fuß und eine hohe Aggressivität in den Duellen.
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Dreesen tritt Job als CEO an: "Wird keine leichte Aufgabe werden"

Quelle: Perform

Seine Statistik liest sich zweifelsohne beeindruckend: In seinen 107 Begegnungen für den FC Bayern sammelte er im Schnitt 2,52 Punkte pro Spiel (Pokalwettbewerbe eingerechnet). Eine herausragende Bilanz.

Kreuzbandriss beendet Hernández' Bayern-Karriere

Im September 2022 schien er die Vorschusslorbeeren dann endlich zurückzuzahlen: Im Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona (2:0) zeigte Hernández eine herausragende Vorstellung, stellte seinen ehemaligen Teamkollegen Robert Lewandowski kalt und traf selbst per Kopf zur Führung. Nach seinem Tor trommelte er sich auf die Brust und zeigte auf das Wappen der Bayern. Sein sportlicher Höhepunkt.
Hérnandez schien endlich voll angekommen in seiner Leader-Rolle - und humpelte nur 40 Minuten später unter Schmerzen vom Feld.
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Lucas Hernández (r.) und Dayot Upamecano jubeln - FC Bayern München vs. FC Barcelona

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Die nächste bittere Diagnose: Muskelbündelriss. Nur noch drei Spiele absolvierte er im Spätjahr nach seiner Rückkehr - ehe er sich bei der WM dann das Kreuzband riss.
Der FC Bayern stellte sich dennoch stets vor seinen Spieler, wollte den 2024 auslaufenden Vertrag trotz des erneuten Rückschlages im Frühjar verlängern. "Wir waren auch während dieser schweren Verletzung stets an seiner Seite", betonte Präsident Herbert Hainer und hoffte, dass Hernández die ihm entgegengebrachte "Loyalität spürt".
Auch, weil sich Hernández bei der Party auf dem Rathausbalkon bestens gelaunt zeigte, schürte Hainer Hoffnungen auf einen Verbleib.

Dreesen schickt deutliche Botschaft

Doch für Hernández wurde die Meister- wohl zur Abschiedsfeier. Der Transfer nach Paris soll in den kommenden Tagen über die Bühne gehen. Die Bayern-Verantwortlichen, die dem Franzosen immer den Rücken stärkten, seien "enttäuscht", heißt es.
Der neue Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen schickte vergangene Woche in der "Bild am Sonntag" eine deutliche Botschaft nach draußen: "Wir wollen keine Söldner, die alle zwei Jahre zum nächsten Klub gehen."
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Upamecano fühlt mit Bayern-Kollege Hernández nach Schock-Aus

Quelle: Perform

Eine Message, die sich auch an Hernández richten könnte: "Wir brauchen Spieler, die Energie ausstrahlen, die sich für den FC Bayern und seine Fans reinhängen." Die Anhänger weinen Hernández kaum eine Träne nach. In den sozialen Medien wurde Kritik wegen des bevorstehenden Abgangs laut. Der Vorwurf: Fehlende Dankbarkeit.
Der Franzose, der sich mit seinem "Kämpferherz" (Hainer) in die Herzen der Fans gespielt hatte, verlässt die Isarstadt nun wohl heimlich, still und leise.

Bayern ohne Innenverteidiger-Sorgen

Aus sportlicher Sicht müssen die Bayern dem Innenverteidiger ohnehin nicht hinterhertrauern. Matthijs de Ligt stellte seine Führungsqualitäten bereits in der Rückrunde unter Beweis, mit Kim Min-jae steht ein weiterer Top-Innenverteidiger in den Startlöchern.
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Matthijs de Ligt

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Ohnehin lenkt der FC Bayern unter Dreesen den Fokus noch stärker auf die traditionelle Vereinsidentität. Das "Mia san Mia", das Hernández noch im Mai in die Kamera posaunte, sei "keine Floskel, sondern eine Haltung", betonte der 55-Jährige.
Hernández' Comeback-Video auf dem vereinseigenen Kanal als Sinnbild? Im Anschluss an seine (vermeintliche) Liebesbekundung an den FC Bayern hält der Abwehrspieler den Daumen in die Kamera und verschwindet mit einem knappen "Ciao, Ciao" aus dem Bild.
Es dürften seine letzten Worte im Bayern-Outfit bleiben.
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Rekordspielerin und Mega-Star: Spaniens Putellas im Fokus

Quelle: Perform

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