FC Bayern sucht neuen Trainer: Xabi Alonso ist die perfekte Lösung als Nachfolger für Thomas Tuchel
VonThomas Gaber
Publiziert 29/02/2024 um 23:29 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München sucht einen Nachfolger für Thomas Tuchel. Laut dem neuen Sportvorstand Max Eberl genießt die Besetzung des Trainerpostens absolute Priorität, der Kaderumbau muss warten. Neben Weltstars wie Zinedine Zidane und aufstrebenden Trainern wie Sebastian Hoeneß fällt vor allem ein Name immer wieder: Xabi Alonso. Der Coach von Bayer Leverkusen könnte den Bayern die Sehnsucht erfüllen.
Bayern-Trainer Tuchel: Entlassung hat "nichts verändert"
Quelle: Perform
Am Donnerstag gab es mal wieder ein Update aus Leverkusen. "Ich bin da weiterhin gelassen und optimistisch", sagte Bayers Sportdirektor Simon Rolfes der "Frankfurter Rundschau" auf die Frage nach der Zukunft von Xabi Alonso.
Ein Update light, an der Situation hat sich aus Sicht von Rolfes nichts verändert. Der Sportchef wird zu dieser Angelegenheit in den nächsten Wochen wohl noch häufiger Stellung beziehen müssen. Das Tauziehen um Alonso hat begonnen.
Der FC Liverpool will ihn als Klopp-Nachfolger und hat laut "Bild" bereits bei Alonsos Berater Iñaki Ibáñez angefragt. In englischen Medien wurde derweil berichtet, dass der FC Bayern bereit sei, dem Bayer-Coach umgerechnet 23 Millionen Euro Jahresgehalt zu bezahlen. Alles nur Gerüchte, doch dass sich beide Vereine mit Alonso beschäftigen, ist eine Tatsache.
Der 42-Jährige hat die Qual der Wahl: Verbleib in Leverkusen oder der nächste Karrieresprung? Seine Ex-Klubs locken Alonso mit ihrem großen Namen, ihrer erfolgreichen Geschichte und mit Stars und herausragenden Talenten besetzten Kadern.
In München sehnt man sich nach Kontinuität auf der Trainerbank. Seit dem Ende der Ära von Pep Guardiola hat der Verein in siebeneinhalb Jahren fünf Trainer verschlissen. Alonso könnte diese Sehnsucht erfüllen, er passt aus mehreren Gründen perfekt zum FC Bayern.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/02/29/3920184-79636448-2560-1440.jpg)
#SotipptderBoss: Bayer unaufhaltsam - BVB lässt Federn
Quelle: Eurosport
1) Das Strategie-Genie
Pep Guardiola kommt aus dem Schwärmen über Alonso nicht heraus. "Sie stellen mir die Frage, wie ich seinen Job beurteile? Ernsthaft? Ich kann nur sagen: Wow!", sagte der Coach von Manchester City auf einer Pressekonferenz am Montag. "Ich hatte das unglaubliche Glück, ihn für eineinhalb, zwei Jahre zu trainieren. Er ist ein so intelligenter Spieler, so intelligent."
Ihm sei immer klar gewesen, so Guardiola, dass Alonso ein großartiger Trainer werden würde. "Er war Mittelfeldspieler und Mittelfeldspieler stellen dir immer Fragen und sind neugierig. Die Mittelfeldspieler, die ich hatte - Mascherano, Busquets, Rodri, Gündogan, Alonso - werden alle irgendwann nach der Karriere in den Fußball involviert sein, weil sie eine Vision, eine globale Perspektive auf das Spiel haben."
Taktisch agiert Alonso auch als junger Trainer bereits auf hohem Niveau. Beim 3:0 gegen den FC Bayern verzichtete er auf einen Stoßstürmer und brachte mit Amine Adli und Nathan Tella lieber zwei schnelle Angreifer. Statt Stamm-Rechtsverteidiger Jeremie Frimpong setzte er auf Bayern-Leihgabe Josip Stanišić, der prompt das 1:0 erzielte.
Alonso prägt einen Stil, der auf Ballbesitz und Spielkontrolle fußt - passend zur DNA des FC Bayern. Was Louis van Gaal in München anstieß, wurde von Guardiola vollendet. Seit 2016 wurde die Dominanz im Bayern-Stil sukzessive aufgeweicht. Alonso würde sie zurückbringen.
Zudem schafft es Alonso in Leverkusen immer wieder, seine Spieler bis ans Limit zu pushen und an sich selbst zu glauben - auch in kritischen Situationen. Viermal holte die Bayer-Elf in dieser Saison Halbzeitrückstände auf und erzielte 2024 in Augsburg (1:0), in Leipzig (3:2) und gegen Stuttgart (3:2) in letzter sehr späte Siegtreffer.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/02/27/3919030-79613368-2560-1440.jpg)
"Wow!" Ritterschlag von Guardiola für Alonso
Quelle: Perform
2) Der "Elder Statesman"
Guardiola, Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes - die erfolgreichsten Bayerntrainer der letzten 25 Jahre warne nicht nur fachlich brillant, sondern zogen den ganzen Verein mit Gelassenheit und weltmännischer Aura in ihren Bann. "Einem Jupp Heynckes widerspricht man nicht", sagte Bastian Schweinsteiger einmal.
Wer als Trainer erfolgreich sein will, muss die Kabine im Griff haben. Der Umgang mit Stars erfordert viel Empathie. Guardiola, Hitzfeld und Heynckes wurden in hohem Maße respektiert. In die Liga der "Gentlemen" gehört auch Alonso. Freundlich, smart und ein echter Teamplayer. Nach dem Sieg gegen Bayern holte er seinen gesamten Trainerstab zum Feiern in die Fankurve.
Seinem Pokal-Torwart Matej Kovar stellte Alonso vor dem Duell mit dem VfB Stuttgart (3:2) bereits im Ligaspiel gegen Mönchengladbach zwischen die Pfosten. Alonsos Begründung: "Es ist nur eine Entscheidung für dieses eine Spiel, um Matej für die nächste Pokal-Runde zu helfen."
Die Unterstützung seiner Spieler ist oberstes Gebot bei Alonso, auch derer in der zweiten und dritten Reihe.
3) Der Ex-Bayer
Zwischen 2014 und 2017 spielte Alonso für den FC Bayern. Der große Wurf mit dem Champions-League-Triumph blieb ihm verwehrt, am Ende sammelte er aber immerhin fünf Titel. Die Erfahrung aus diesen drei Jahren ist ein zusätzlicher Pluspunkt.
"Alonso kennt die Abläufe beim FC Bayern, was ihm einen Einstieg als Trainer deutlich erleichtern würde", sagte Lothar Matthäus bei "Sky". Seit seiner Zeit als Spieler in München pflegt Alonso einen sehr guten Draht zu Karl-Heinz Rummenigge.
"Sollte sich Alonso für eine Trainerlaufbahn entscheiden, wäre er sicher auch ein Kandidat für Bayern München", hatte der heutige Aufsichtsrat nach Alonsos Abschied gesagt. In seiner Funktion als Vorstandsboss wollte Rummenigge Alonso 2018 als Co-Trainer verpflichten.
Auch Max Eberl kennt Alonso bereits aus persönlichen Gesprächen. 2021 buhlte der neue Sportvorstand des FC Bayern um Alonso als Trainer von Borussia Mönchengladbach. "Leider hat er sich damals anders entschieden. Aber die Gespräche mit ihm waren sehr beeindruckend", sagte Eberl.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/02/29/3920089-79634548-2560-1440.jpg)
Tuchel skeptisch wegen Eberl-Verpflichtung: "Das ist nicht ohne"
Quelle: Perform
4) Alonsos Umgang mit jungen Spielern
Laut Eberl ist die Bereitschaft, junge Spieler zu entwickeln, unabdingbar für den künftigen Bayerntrainer. "Wir machen uns Gedanken, ob wir den jungen Spielern wie Tel oder Musiala mehr Einsatzzeiten geben müssen. Wir brauchen die jungen Spieler. Und dafür musst du den richtigen Trainer finden, der auch Bock hat, mit diesen Spielern dann zu arbeiten", sagte Eberl.
Ob Florian Wirtz (20), Piero Hincapié (22), Frimpong (23), Victor Boniface (23), Adli (23), Tella (24) oder auch Adam Hlozek (21) - Alonso hat in Leverkusen viele junge Spieler gefördert und aus einigen Stammspieler geformt. Odilon Kossounou gehört mit 23 zu den besten Innenverteidigern der Bundesliga.
Zudem hat Alonso in Zusammenarbeit mit Rolfes bereits bewiesen, dass ihm ein Kaderumbau gelingen kann. Die Neuzugänge Tella, Boniface, Stanišić, Granit Xhaka, Jonas Hofmann und Alejandro Grimaldo sind allesamt Volltreffer.
Das könnte Dich auch interessieren: Tuchel verrät - darum hängt Sané seit Wochen durch
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/02/29/3920103-79634828-2560-1440.jpg)
Sieg gegen Leipzig: Tuchel sieht "kleine Trendwende" bei Bayern
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung