FC Bayern - Lyon: Kingsley Coman als Opfer des Erfolgs
Doublesieger, Barça-Bewzinger, Champions-League-Halbfinalist - die Stimmung beim FC Bayern könnte gegenwärtig nicht besser sein. Doch nicht alle Stars dürften sich als Gewinner fühlen. Einer davon ist Kingsley Coman, der nach seiner Verletzungspause erst einmal außen vor ist. Dies könnte auch weiterhin so bleiben. Schließlich geben die jüngsten Erfolgserlebnisse keinen Anlass für Veränderungen.
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"Never change a winning team."
Auch wenn jenes ungeschriebene Gesetz fast schon etwas abgedroschen klingt, findet es auch im modernen Fußball immer wieder Verwendung.
So auch zuletzt beim FC Bayern München.
Obwohl Trainer Hansi Flick vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Barcelona (8:2) wieder sein komplettes Offensiv-Arsenal zur Verfügung stand, setzte der Erfolgstrainer auf der linken Außenbahn erneut auf Ivan Perisic anstatt auf Kingsley Coman, der zuletzt wegen muskulärer Probleme passen musste.
"Ivan [Perisic; Anm. d. Red.] hat gegen Chelsea sehr gut gespielt und ein Tor gemacht", erklärte Trainer Hansi Flick seine Personalentscheidung vor der Viertelfinal-Partie bei "Sky" und betonte: "Ich habe mit beiden Spielern gesprochen. Wir können nur als Team gewinnen."
Der Erfolg gab dem 55-Jährige zweifelsohne recht.
Perisic und Gnabry laufen Coman den Rang ab
Wie schon gegen die Blues im Achtelfinal-Rückspiel (4:1) traf der kroatische Vize-Weltmeister auch eine Runde später in Lissabon gegen Barça beim historischen 8:2 (4:1)-Kantersieg und rechtfertige damit erneut seine Aufstellung - zum Leidwesen von Coman.
Der 24-Jährige ist seit seiner Verletzung etwas außen vor und muss sich zunächst einmal hinten anstellen. Auch, weil Kontrahent Serge Gnabry auf der gegenüberliegenden Offensivseite eine herausragende Saison spielt (21 Tore, 14 Assists) und derzeit nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken ist.
Gegen Barcelona durfte Coman somit erst nach etwas mehr als einer Stunde ran (67. für Perisic). Argumente konnte er (19 Ballaktionen) während der verbleibenden Spielzeit jedoch nicht mehr sammeln, weshalb ein Startelf-Comeback im Champions-League-Halbfinale gegen Olympique Lyon (21:00 Uhr im Liveticker) erneut in weite Ferne rückt.
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Zumal mit Philippe Coutinho, der gegen seinen Stammverein nach seiner Einwechslung mit einem Doppelpack und einer Torvorlage glänzte, ein weiterer Spieler aus der zweiten Reihe auf seine Chance von Beginn an lauert.
Gänzlich ausschließen wollte Flick personelle Änderungen im Hinblick auf das Aufeinandertreffen mit dem französischen Überraschungsteam aber nicht. "Ich schaue mir immer das Abschlusstraining an und danach entscheiden wir mit dem Trainerteam, wie die erste Elf aussehen könnte", äußerte sich der 55-Jährige gewohnt diplomatisch.
FC Bayern: Gnabry und Müller loben zweite Garde
Fakt ist, dass es für Flick aktuell jedoch keinen Anlass gibt, um seine Erfolgself auseinanderzureißen. Die Offensiv-Maschinerie des FC Bayern läuft in der aktuellen Besetzung reibungslos und könnte letztlich der Schlüssel auf dem Weg zum zweiten Triple der Vereinsgeschichte werden.
Trotzdem wiederholen die Stars des Rekordmeisters fast schon gebetsmühlenartig, wie wichtig jeder einzelne Spieler für das Gesamtkonstrukt ist. "Am schönsten ist eigentlich, wenn man sieht, dass die Spieler, die reinkommen, den gleichen Effekt, die gleiche Freude und die gleiche Einstellung haben", konstatierte Thomas Müller bei "Sky" nach dem Schützenfest gegen Barça.
In die gleiche Kerbe schlug auch Gnabry, als er auf der Pressekonferenz vor dem Halbfinale gegen Lyon gefragt wurde, welche Vorzüge eine eingespielte Startelf habe.
"Es hat einen gewissen Vorteil, weil man aufeinander abgestimmt ist. Aber man braucht alle Spieler. Ich denke, wir haben sehr viele in unseren Reihen, die uns weiterhelfen. Im Großen und Ganzen ist es die ganze Mannschaft, die den Erfolg bringt und nicht nur elf Spieler", so der Nationalspieler.
Aktuell dürfte dies jedoch ein schwacher Trost für Coman sein, dessen Anspruch es unweigerlich ist, sich dauerhaft auf einem der beiden Außenbahnen (vorzugsweise rechts) zu etablieren.
Nach Sané-Transfer: Wie geht es mit Coman weiter?
Einfacher dürfte jenes Unterfangen aber auch im Hinblick auf die kommende Spielzeit nicht werden. Mit Gegenteil: Schließlich hat der FC Bayern mit Leroy Sané unlängst den nächsten hochveranlagten Flügelstürmer verpflichtet, der im Optimalfall gar eine neue Ära prägen soll.
Stehen die Zeichen somit auf Abschied?
"Ich habe einen Vertrag bis 2023, das heißt: Wir haben also Zeit. Ich möchte die Saison zu Ende spielen, danach, im Sommer, kann ich über meine Situation nachdenken: Was ich machen will, welche Entscheidung gut ist", betonte Coman vor wenigen Wochen im Interview mit der "Sport Bild".
In der jüngeren Vergangenheit wurde der französische Weltmeister immer wieder mit einem Wechsel zu Manchester United in Verbindung gebracht.
Noch sind etwaige Überlegungen aber Zukunftsmusik. Zunächst einmal gilt es für die Münchener, den ersten Finaleinzug in der Königsklasse seit 2013 unter Dach und Fach zu bringen.
Hierfür wird Coman ohne Zweifel seinen Beitrag leisten - zur Not auch von der Bank, falls sich Flick gegen Lyon getreu dem Motto "Never change a winning team" zum dritten Mal in Folge für die gleiche Anfangsformation entscheiden sollte.
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