FC Bayern nach dem Triple: Diese Veränderungen stehen jetzt an
Der FC Bayern München hat nach dem Gewinn des zweiten Triples der Vereinsgeschichte wenig Grund für Veränderungen. Trotzdem sind die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters vor allem in der Stunde des Erfolgs gefragt, die Weichen für eine ebenso erfolgreiche Zukunft zu stellen. Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Personalentscheidungen, sondern auch um mittel- bis langfristige Planung.
Joshua Kimmich, David Alaba und Serge Gnabry (v. l. n. r.) gönnen sich bei der Champions-League-Feier der Bayern eine kurze Pause
Fotocredit: Getty Images
Stillstand bedeutet Rückschritt. Eine alte Lebensweisheit, die fast in jedem Bereich des Lebens gilt, vor allem aber in der Wirtschaft. Selbstverständlich auch für Fußballvereine wie den frischgebackenen Triple-Sieger FC Bayern, der aktuell vermeintlich wenig Grund dazu hat, irgendetwas zu verändern.
Es geht auch nicht darum, etwas zu verändern, nur damit etwas verändert wurde und man nicht dem Stillstand erliegt - sondern darum, die rechten Schritte zur rechten Zeit zu machen. Getreu nach dem Motto: Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Bedeutet, dass beim FC Bayern nach zwei Wochen Urlaub nicht nur auf dem Platz wieder das Training beginnt, sondern auch in der Geschäftsstelle fleißig geplant und diskutiert wird.
FC Bayern: Thiago und Alaba vor Abschied
Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen weiterhin die Personalien Thiago und David Alaba. Der Spanier wisse noch nicht, wie es weitergeht, hatte Trainer Hansi Flick auf der Pressekonferenz nach dem 1:0-Finalsieg gegen PSG verraten und nachgeschoben, dass auch er es nicht wisse. Wahrscheinlich ist aber ein Abgang in Richtung Liverpool - und der, das hat nicht zuletzt das Finale gezeigt, würde ein tiefes Loch in die Schaltzentrale der Münchner reißen. Wie dieses möglichst effektiv gestopft werden kann, wird Aufgabe von Sportvorstand Hasan Salihamidzic sein.
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Auch die Zukunft des 28-jährigen Alaba ist noch immer nicht geklärt. Im Sommer 2021 läuft der Vertrag aus, eine Verlängerung lässt seit Monaten auf sich warten. Jetzt, als zweifacher Triple-Gewinner, könnte für Alaba der perfekte Zeitpunkt gekommen sein, eine neue Herausforderung im Ausland zu suchen.
Fair enough, aber von Vereinsseite betrachtet, sieht es logischerweise etwas anders aus. Als Flicks Abwehrchef ist Alaba einer der wichtigsten Spieler im Kader, eine tragende Säule seit Jahren, den man gerne weiter im Klub sehen würde, bei dem man aber vor allem möglichst schnell Planungssicherheit braucht.
Klar, mit Lucas Hernández in der Innenverteidigung und Alphonso Davies auf Alabas eigentlicher Stammposition hinten links kann der FC Bayern einen Abgang des Österreichers aktuell rein sportlich sogar verkraften. Doch ein Verkauf würde auch frisches Kapital in die Kassen spülen, das nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie und den immer noch ausfallenden Zuschauer-Einnahmen gut gebraucht werden könnte.
Was passiert mit Boateng und Martínez
Die Münchner brauchen Geld, um weiter in die Zukunft zu investieren. Denn auch Jérôme Boateng dürfte in der kommenden Saison wieder ins zweite Glied rücken. Niklas Süle wird komplett fit in die neue Saison gehen und seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen wieder aus der Startformation drängen. Boateng weiß das und könnte deshalb seinen dritten Versuch unternehmen, den FC Bayern zu verlassen.
Bereits vor der vergangenen Saison stand der 31-Jährige kurz vor dem Abschied, der damalige Präsident Uli Hoeneß empfahl ihm sogar öffentlich "als Freund", sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen.
Zudem gilt der Abgang von Javi Martínez, der schon 2013 zur Triple-Mannschaft von Jupp Heynckes gehörte, als sicher. Der ebenfalls 31 Jahre alte Spanier spielt in den Planungen von Flick schon länger keine große Rolle mehr und wird seinen 2021 auslaufenden Vertrag mit großer Sicherheit nicht mehr verlängern.
FC Bayern: kurz- und mittelfristige Baustellen
Konkret geht es für die Chefetage kurzfristig also darum, einen Ersatz für den wohl scheidenden Thiago zu finden. Dass die ersten Planungen höchstwahrscheinlich längst angelaufen sind, versteht sich von selbst.
Mittelfristig gilt es zu überlegen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, über die Nachfolge von Manuel Neuer (34), Stürmerstar Robert Lewandowski (32) und Thomas Müller (30) nachzudenken.
Mit Alexander Nübel steht der designierte Nachfolger auf der Torwart-Position bereits fest, im Sturm lauert der junge Joshua Zirkzee in Lewandowskis Schatten. Ob der Niederländer die endgültige Wahl der Verantwortlichen ist, darf aber bezweifelt werden.
Und Vereinsikone Müller? Hier hatte der FC Bayern in den vergangenen Jahren schon versucht, mit großen Namen vorzusorgen. Doch sowohl James Rodríguez als auch Philippe Coutinho fielen durch.
Es bleibt also spannend. Wie gesagt: Stillstand bedeutet Rückschritt.
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