BVB - Brügge: Drei Dinge, die auffielen - Sanchos Formkurve zeigt nach oben

Borussia Dortmund schlägt den FC Brügge in der Champions League auch im Rückspiel mit 3:0. Erling Haaland und Jadon Sancho stechen nicht nur als Torschützen hervor, wobei Trainer Lucien Favre beim einen vorm Verheizen warnt und der andere selbst über schwere Zeiten spricht. Die groß angelegte Mittelfeldrotation des Trainers stellt sich derweil als Glücksgriff heraus. Drei Dinge, die uns auffielen.

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Lucien Favre griff sich an den Kopf. So eben hatte Jadon Sancho einen Freistoß sehenswert im oberen linken Eck des Brügge-Tores verstaut und damit auf 2:0 für den BVB erhöht.
Der Lohn einer guten ersten Halbzeit war damit eingefahren, der Widerstand der Belgier gebrochen – Dortmund cruiste fortan sicher zum dritten Champions-League-Sieg in Folge.
"Wenn's läuft, dann läuft's", freute sich Torwart Roman Bürki bei "DAZN": "Dann diskutiert auch keiner mehr über Mentalität." Und Favre meinte: "Wieder 3:0, wieder sehr gut."
Drei Dinge, die uns sonst noch auffielen.

1. Haalands unheimlicher Lauf

Immerhin: Diesmal kam Lucien Favre beim Zählen der Haaland-Tore nicht durcheinander. Zwei waren es dennoch (18./60.), statistische Zeugen eines unheimlichen Laufs: Haaland traf im BVB-Trikot jetzt in sieben Spielen in Folge und egalisierte damit seinen Karriererekord (ebenso im August/September 2019 für Salzburg).
Erneut stellte Haaland dabei seine unglaubliche Abschlussstärke unter Beweis. Beim 1:0 hätten wenige Zentimeter Abweichung wohl zu einem Pfostenknaller oder einer Torwartparade geführt – so aber ging er genau rein. Beim 3:0 stand Haaland eigentlich im Abseits, profitierte jedoch von einem Blackout-Zuspiel eines Gegenspielers und traf nicht minder entschlossen. Wenn's läuft, dann läuft's.
"Er ist einfach eiskalt", freute sich Sancho bei "DAZN": "Ich bin froh, weil ich bei ihm einfach zu Assists komme."
Von sich aus kam der Engländer sogar auf den vergangene Woche verliehenen Golden Boy Award der "Tuttosport" zu sprechen, für den Sancho selbst auch nominiert war. "Er verdient ihn, denn er arbeitet so hart", meinte Sancho gönnerhaft: "Er verdient das alles. Er ist ein fantastischer Spieler."
Großes Lob für große Taten: Mit seinem vierten Königsklassenspiel als Torschütze in Folge stellte Haaland den BVB-Vereinsrekord von Jan Koller und Marco Reus ein. Er ist außerdem der erste Dortmunder, der in der Gruppenphase sechs Tore erzielte.
Noch nicht genug? Der Norweger ist außerdem der jüngste und schnellste Spieler, der in der Champions League 16 Tore erzielte - mit gerade mal 20 Jahren, vier Monaten und drei Tagen und in nur zwölf Einsätzen. Kylian Mbappé hielt den Rekord bisher als Jüngster (20 Jahre, zehn Monate, zwei Tage), Roberto Soldado als Schnellster (in 23 Spielen).
Stellt sich nur die Frage, wann Haaland, der nun schon bei 17 Pflichtspieltoren in 13 Einsätzen 2020/21 steht, mal eine Pause braucht. Geht es nach Trainer Lucien Favre, dann wohl schon sehr bald.
"Denken Sie ein bisschen an ihn", warnte er bei "Sky". Haaland sei mit 20 noch im Wachstum. "Das ist gefährlich", meinte der BVB-Trainer und wies auf beinahe schon chronische Beschwerden des Ausnahmestürmers hin: "Er hat schon ein Problem mit dem Knie. Wir müssen aufpassen."

2. Vierer- statt Emrekette

Selbstvertrauen über gute Leistungen in der Bundesliga holte sich der BVB zuletzt mit Dreierkette, die Trainer Lucien Favre aber vor allem deshalb auspackte, um Emre Can auf der für ihn besten Position als rechter Innenverteidiger im Dreierverbund aufstellen zu können.
Gegen Brügge rotierte Can wieder raus – und Favre stellte wie im Hinspiel von "Emrekette" auf Viererkette um. Interessant: Davor tauschte der Schweizer gleich alle fünf Mittelfeldspieler aus, brachte mit Sancho, Reyna und Hazard vor Bellingham und Delaney ausgeruhte Kräfte.
Ein Schachzug, der sich auszahlte: Gegen durchaus ballsichere, aber harmlose Belgier erarbeitete sich der BVB mit "nur" 52 Prozent Ballbesitz ein klares Plus von 21:2 Torschüssen (8:0 aufs Tor) bei 9:0 Ecken – Kennzahlen eines eigentlich nie gefährdeten Heimsiegs.
"Wir haben sofort sehr hoch gespielt, sehr hoch gepresst und unsere Torchancen gehabt", meinte Favre. "Das 2:0 vor der Pause hat uns das Spiel erleichtert."
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Favre zufrieden: "Wieder 3:0, sehr gut"

Quelle: Perform

"Ein gelungener Abend", stellte Torwart Roman Bürki fest: "Wir konnten souverän spielen. Unser Spielaufbau war gut und wir haben die Null gehalten – das war wichtig." Und am Wochenende gegen Köln darf dann wahrscheinlich wieder Can in einer Dreierkette ran.

3. Sanchos Formkurve zeigt nach oben

Nach dem Spiel, seinem besten diese Saison im BVB-Trikot, ließ Jadon Sancho bei "DAZN" kurz durchblicken, dass ihm, dem ebenfalls erst 20-Jährigen die vielen Transfergerüchte des Sommers durchaus zugesetzt haben.
"Die Situation zuletzt war hart für mich", sagte der englische Nationalspieler erfrischend ehrlich. Für ihn allerdings kein Grund, an sich oder seinen Fähigkeiten zu zweifeln: "Für mich ging es einzig darum, wie ich zurück auf mein Top-Niveau komme."
Nimmt man das Brügge-Spiel als Beweismittel, ist Sancho auf einem sehr guten Weg. Von Beginn an strahlte der Engländer Spielfreude aus. Nominell auf dem rechten Flügel aufgeboten, dachte Sancho gar nicht daran, sich nur auf die Außenbahn zu beschränken, sondern wirbelte überall in der Offensive.
Das 1:0 von Haaland bereitete er mit einem klugen Zuspiel nach Ballgewinn von Mats Hummels vor, beim 2:0 (45.) zirkelte er den Ball per Freistoß unhaltbar in den Winkel. "Das war ein fantastisches Tor. Es freut mich auch, weil ich zuletzt viele Freistöße trainiert habe", meinte der Torschütze, der auch beim 2:0 im ersten Champions-League-Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg getroffen hatte, in der Bundesliga jedoch immer noch auf sein erstes Saisontor wartet.
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Endlich in Topform: Favre lobt Sancho

Quelle: Perform

Mit dem Spiel gegen Brügge machte Sancho jedoch deutlich, dass er den (Transfer-)Sommer hinter sich gelassen hat und sich nun wieder voll auf den BVB konzentriert. Potenzial für eine erfolgreiche Saison sieht der 20-Jährige nun auch in Dortmund. "Wenn wir Woche für Woche so auftreten, spielen wir hoffentlich um Titel mit", sagte er.
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"Nehme ihn raus": So erklärt Flick den Verzicht auf Süle

Quelle: Perform

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