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BVB zwischen Königsklassen-Coup und Sturmproblem
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Publiziert 09/12/2020 um 10:26 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund hat die Gruppenphase der Champions League mit einem Erfolgserlebnis der besonderen Art abgeschlossen. Eine extrem personalgeschwächte BVB-Auswahl drehte die Partie bei Zenit St. Petersburg und wurde durch das 2:1 obendrein noch mit dem Grupensieg belohnt. Kapitän Marco Reus sprach von einem "dreckigen Sieg", der allerdings auch ein massives Problem offenbarte.
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Die müden Kämpfer in Schwarz-Gelb feierten bei Eiseskälte ihren Sieg für die Moral. "Endlich mal! Das war hart umkämpft, das tut uns gut", brach es aus Marco Reus.
Dann begann für die Borussia auch schon die kräftezehrende Nachtschicht. Im Bus ging es schnurstracks zum Flughafen von St. Petersburg, vor dem Morgengrauen noch wollten die BVB-Spieler ermattet, aber zufrieden in ihre heimischen Betten fallen.
Der BVB hat beim Kurztrip nach Russland bewiesen: Es geht auch ohne neun angeschlagene Profis. Der Auftritt vor den 10.860 Zuschauern sei zwar "nicht glorreich" gewesen, so Reus, aber es war deutlich zu spüren, wie stolz die Mannschaft auf den Erfolg war.
"Wir haben gekämpft bis zum Schluss und vor allem nach dem 2:1 gut verteidigt. Es war ungewohnt mit den Zuschauern und Zenit ist nicht zu unterschätzen, denn sie haben kompletter gespielt, als im Hinspiel. Hier zu gewinnen, nur das zählt", brachte es Trainer Lucien Favre auf den Punkt.
Witsel stolz: "Wir sind zurück"
"Das war etwas Besonderes. Wir sind zurück", freute sich indes Axel Witsel, der gegen seinen ehemaligen Klub den entscheidenden Treffer zum 2:1 erzielte. Durch den Gruppensieg gehen die Dortmunder nun im Achtelfinale Giganten wie Manchester City oder dem FC Liverpool aus dem Weg.
Der Coup von St. Petersburg offenbarte aber auch: Ohne Erling Braut Haaland hapert es im Angriff der Schwarz-Gelben gewaltig, das stritt Reus gar nicht erst ab. "Wenn Erling nicht da ist, müssen wir uns die Aufgaben aufteilen. Da ist die Abstimmung jetzt noch nicht so, wie wir uns das vorstellen", analysierte der BVB-Kapitän.
Da der Norweger in diesem Jahr aufgrund eines Muskelfaserrisses nicht mehr zur Verfügung steht, müssen die Westfalen nun möglichst schnell die von Reus angesprochene Abstimmung finden. "Wir haben noch vier Spiele vor der Brust und müssen, wenn möglich, alle gewinnen. Vor allem in der Bundesliga müssen wir oben dranbleiben", so der 31-Jährige.
Haaland ersetzen? Schwierig ...
Reus mühte sich gegen Zenit zwar, Haaland irgendwie zu ersetzen - der BVB kam aber selten in gefährliche Positionen und lag nach der ersten Chance durch Thorgan Hazard in der 19. Minute schon zurück.
Es war letztlich eine Kombination aus Willensleistung und den Einwechslungen von Moukoko, Giovanni Reyna sowie Jadon Sancho, die der Favre-Auswahl den Sieg bescherten.
Klar ist aber auch, dass die Borussia sich wieder anders präsentieren muss, um dauerhaft auf Kurs zu bleiben.
Dabei dürfte Youssoufa Moukoku, der gegen Zenit mit 16 Jahren und 28 Tagen zum jüngsten Champions-League-Spieler der Geschichte avancierte, eine größere Rolle spielen als gedacht. Der Youngster legte erneut einen couragierten Auftritt hin und wird in den kommenden Wochen weiter Einsatzzeit bekommen.
Mit welchen Ergebnissen die Borussia das Jahr zu Ende bringt, wird aber in erster Linie davon abhängen, auf welche Spieler Favre zurückgreifen kann.
Der "dreckige Sieg" für die Moral in St. Petersburg gibt Dortmund aber schon einmal den nötigen Rückenwind ...
(mit SID)
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