Borussia Dortmund hat die Tür zum Champions-League-Viertelfinale durch einen 3:2 (3:1)-Auswärtserfolg im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Sevilla weit aufgerissen. Mann des Tages war dabei einmal mehr Torjäger Erling Haaland, der nicht nur einen Doppelpack schnürte (27./43.), sondern auch den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer durch Mahmoud Dahoud vorbereitete (19.).
"Das tut sehr, sehr gut, ich bin wirklich glücklich. Wir haben hier ein Ausrufezeichen gesetzt", zeigte sich Marco Reus am "DAZN"-Mikrofon nach den jüngsten Negativerlebnissen in der Bundesliga sichtlich erleichtert.
Rundum zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft war der Kapitän jedoch nicht. "In der zweiten Halbzeit wurden wir zu passiv. Da hatten wir zu wenige Ballbesitzphasen und zu wenig Tiefe, weil wir auch zu viele Ballverluste hatten", mäkelte der 31-Jährige.
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Die weiteren Stimmen zum Dortmunder Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Sevilla bei "DAZN" und "Sky".

Marco Reus (Borussia Dortmund) über ...

... das Spiel: "Die erste Hälfte ist abgesehen vom frühen Gegentor genauso gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir standen sehr kompakt, eins bisschen tiefer wie sonst, hatten aber gute Balleroberungen und schnell nach vorne gespielt. Dann gehen wir in Führung und machen noch das 3:1. Die erste Halbzeit war sehr gut, die zweite nicht so, weil wir dann zu passiv wurden. Da hatten wir zu wenige Ballbesitzphasen und zu wenig Tiefe, weil wir auch zu viele Ballverluste hatten. Dann wurde es immer schwieriger, wir sind sehr glücklich, dass wir hier gewonnen haben."
... die zweite Halbzeit: "Sie haben umgestellt auf Fünferkette, da hatten wir dann in den ersten 10-15 Minuten Probleme damit, wie wir anlaufen. Dadurch hatten sie einen Mann mehr im Mittelfeld. Da hatten wir keinen Zugriff."
... ein kritisches Fan-Plakat am Trainingsgelände: "Gesehen hat es jeder und auch begriffen hat es jeder. Ich denke, das haben wir heute gezeigt. Aber natürlich reicht ein Spiel nicht, um das wieder gutzumachen. Das Spiel heute war ein guter Schritt. Jetzt haben wir zwei Tage Zeit und dann geht's zum Derby und da müssen wir mindestens das gleiche auf dem Platz zeigen, was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben."
... die Verpflichtung von Marco Rose: "Jeder hat es mitbekommen, aber wir wussten, dass wir ein sehr wichtiges Spiel vor der Brust haben. Das zählt für uns erst ab der neuen Saison."

Erling Haaland (Borussia Dortmund) über ...

... das Spiel: "Es war gut. In der zweiten Halbzeit haben wir nachgelassen und ein Tor kassiert, das war nicht so gut. Wir müssen weiter an Standards arbeiten, da sind wir nicht gut. Aber ich hatte das Gefühl, die Jungs wollten heute unser Tor verteidigen und bin stolz auf den Sieg."
... die Leistungssteigerung im Vergleich zur Bundesliga: "Wir hatten irgendwie mehr Motivation und Leidenschaft. Wir waren mehr online. Es tut gut, zwei Tore zu schießen. Die drei Auswärtstore sind wichtig."
... den Matchplan: "Wir hatten einen guten Plan. Edin war sehr gut, ich habe viel mit ihm gesprochen. Er hat gesagt, heute würde mein Spiel werden und ich würde meine Chancen bekommen. Und es war so. Das war ein sehr wichtiger Sieg."
... einen möglichen Rückenwind für die Bundesliga: "Wir müssen und jetzt schnell erholen für das große Spiel am Samstag. Wir müssen die positive Einstellung mit ins Spiel nehmen, weil wir unbedingt gewinnen müssen. Ich freue mich auf Samstag."

Mahmoud Dahoud (Borussia Dortmund) über ...

... seinen Treffer zum 1:1 und den Sieg: "Es tut sehr gut. Es fühlt sich sehr gut an, dass es mir nach langer Zeit mal wieder gelungen ist, ein Tor zu schießen. Dass ich den Anschlusstreffer gemacht habe, hat uns nach vorne gebracht. Dann haben wir nachgelegt, das war der Schlüssel. Die Mannschaft hat nicht den Kopf hängen gelassen. Mit dem Ausgleichstreffer hatten wir mehr Energie."
... das Zusammenspiel auf der Doppelsechs mit Jude Bellingham: "In der ersten Halbzeit haben wir das sehr gut gemacht, da haben wir uns sehr gut gecoacht. In der zweiten Halbzeit lässt die Kraft etwas nach. Aber in dieser Zeit hast du so viel Adrenalin, da gehst du einfach durch. Da schaltest du den Kopf ab und willst einfach alles verteidigen, was geht."
... die Dinge, die Terzic dem Team mit auf den Weg mitgegeben hat: "Dass wir nicht den Kopf hängen lassen, wenn die uns ausspielen, sonst immer weiter machen. Dass wir kompakt bleiben und uns sehr viel coachen. Das war der Schlüssel, dass jeder mitgezogen hat. Auch wenn das in der zweiten Halbzeit nicht immer so ausgesehen hat. Ich bin sehr stolz. Jeder hat mitgemacht. Das macht eine Mannschaft aus."

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) über ...

... das Spiel: "Es war eine hervorragende Teamleistung gegen einen sehr starken Gegner. Die erste Halbzeit haben wir hervorragend gespielt, es ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit sind wir ein bisschen auf den Hinterfuß geraten. Sevilla ist sehr viel Risiko gegangen, hat den Druck erhöht. Da hätten wir uns gewünscht, den einen oder anderen Konter mehr zu setzen. Und wir ärgern uns ein bisschen über das zweite Gegentor, weil es wieder ein Standard war. Aber hätte uns vor dem Spiel jemand gesagt, dass wir als Sieger und mit drei Auswärtstoren vom Platz gehen, hätten wir das so mitgenommen."
... die Sonderrolle von Haaland: "Es war klar, dass wir Erling brauchen würden. Deshalb haben wir ihn ein bisschen rausgenommen bei den defensiven Phasen, damit er in der Position bleiben kann. Denn wir wussten, dass Sevilla hohes Risiko gehen würde. Und wenn wir dann die Balleroberung haben gegen einen andribbelnden Innenverteidiger, brauchen wir Erling. Er hat sich mit den Toren belohnt, aber auch für die Mannschaft hart und gut gearbeitet."
... den Ärger von Mats Hummels nach dem Abpfiff: "Da ging es um eine einzelne Szene, dass wir nach dem Standard noch das 2:3 kassieren. Da gab es ein bisschen Gesprächsbedarf. Aber wir haben als Team eine hervorragende Leistung gezeigt und daran gilt es nun anzuknüpfen. Das war ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung."
... ein kritisches Fan-Plakat am Trainingsgelände: "Wir vermissen unsere Fans. Es gibt immer wieder das Problem, dass sie ihren Unmut nicht äußern können. Normalerweise bekommt man so ein Feedback während des Spiels im Stadion. Aber das war schon ein Thema bei uns und ich finde, die Jungs haben sich das zu Herzen genommen und sich heute auf dem Platz zerrissen für alle, die es mit Schwarz-Gelb halten."
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