BVB - Meuniers Fehlstart: Noch lange keine Verstärkung

Thomas Meunier kam im Sommer als Königstransfer von PSG zum BVB. Unter Lucien Favre ist er unabhängig vom Spielsystem auf der rechten Seite gesetzt, stand in jeder Partie in der Startelf. Die Leistungen des Belgiers rechtfertigen das Vertrauen des Trainers bisher jedoch noch nicht. Es ist der Mangel an Alternativen, der den 29-Jährigen regelmäßig in die Startelf spült. Das könnte sich bald ändern.

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Rom.
Rund fünf Minuten ist die neue Champions-League-Saison alt, da unterläuft ausgerechnet dem so erfahrenen Thomas Meunier gegen Lazio ein folgenschwerer Fehler auf der rechten Verteidigerseite. Der Belgier spielt den Ball völlig unnötig in die Beine von Lucas Leiva, von wo er über die Zwischenstation Joaquín Correa schließlich bei Ciro Immobile landet, der zum 1:0 trifft.
Es war die Szene, die einen komplett verkorksten Abend aus schwarzgelber Sicht im Stadio Olimpico einleitete. Gleichzeitig stand sie sinnbildlich für die bisherige Zeit Meuniers in Dortmund.
Denn für den Belgier war das Spiel bei Lazio Rom (1:3), in dem er 27 Ballverluste bei einer Passquote von 69 Prozent zu verantworten hatte, nicht der erste fragwürdige Auftritt. Auch im Alltagsgeschäft Bundesliga bekommt der 29-Jährige, der im Sommer ablösefrei von Paris Saint-Germain zu Borussia Dortmund wechselte, noch keinen Fuß auf den Boden.
Das Spiel des Belgiers ist durchzogen von defensiver Verunsicherung und häufig unglücklicher Entscheidungsfindung in der Offensive. Keine Kombination, mit der man den teils spektakulären Hakimi vergessen machen und die Herzen der Fans im Sturm erobern kann.
Michael Zorc sah sich deshalb bereits mehrfach gezwungen, dem Rechtsverteidiger öffentlich den Rücken zu stärken. Der Transfer von Meunier sei "mindestens genauso wichtig wie die Verpflichtung von Jude Bellingham", sagte der Sportdirektor gegenüber den "Ruhr Nachrichten" etwa nach dem Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg. Meunier hatte beim 4:0-Heimsieg gegen den Sportclub keinen einzigen Zweikampf gewonnen und war in den sozialen Medien ob seiner dürftigen Leistungen in die Kritik geraten.

BVB: Eher Viererkette als Fünferkette

"Thomas sorgt für eine sehr gute Balance in seinem Spiel. Seine körperliche Präsenz und seine Ausstrahlung helfen uns enorm. Außerdem macht er sehr, sehr wenig Fehler", führte Zorc weiter aus. Dann kam Lazio. Der vorzeitige Tiefpunkt.
Deutlich besser, wenn auch noch weit entfernt von überzeugend, wurde es am vergangenen Spieltag im Revierderby gegen Schalke 04 (3:0). Das lag vor allem daran, dass Favre aufgrund personeller Sorgen in der Defensive von Dreier- auf Viererkette umstellte und Meunier als rechter Verteidiger deutlich weniger Schienenspieler sein musste, das heißt weniger Offensivdrang entfachen musste, als im bisher von Favre präferierten 3-5-2-System.
Gegen Freiburg schlug Meunier beispielsweise sechs Flanken (keine kam an), gegen Schalke war es nur eine einzige. Wenn er auch defensiv nur selten gefordert war, konnte er sich sichtlich besser auf diese Arbeit konzentrieren, sein Stellungsspiel war besser, weil er weniger Wege gehen musste.
Ob die Rückkehr zur Viererkette von Dauer sein wird, ist nicht sicher.

Meunier: Der Druck in Dortmund wächst

Positiv für Meunier war bisher, dass seine dürftigen Leistungen in der frühen Saisonphase keine negativen Folgen für ihn hatten. Mit Mateu Morey war sein ärgster Konkurrent für einen Platz im rechten Mittelfeld lange verletzt - im Derby gegen Schalke gab der 20-Jährige nun aber sein Saisondebüt und erhöht so den Druck auf den Belgier.
Das tun auch die zuletzt starken Auftritte von Routinier Lukasz Piszczek, der in der Viererkette zum direkten Konkurrenten des 29-Jährigen wird.
Meunier wird sich der wachsenden Konkurrenzsituation wie jeder andere Spieler des Kaders stellen müssen. Als 41-facher Nationalspieler Belgiens und langjähriger Profi von Paris Saint-Germain darf man zudem durchaus erwarten, dass Meunier sich signifikant steigert und letztlich zur erhofften Verstärkung mit all den von Zorc genannten Attributen wird.
Schließlich beschrieb ihn der Sportdirektor zuletzt noch so: "Er bringt extrem viel Erfahrung mit, eine Top-Mentalität und eine enorme körperliche Robustheit."
Wirklich nachgewiesen hat Meunier seine Klasse in Dortmund bisher jedenfalls nicht.

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Quelle: SID

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