Die Ausgangslage vor diesem schweren Auswärtsspiel war klar: Mit einem Sieg hätte der BVB das Achtelfinale sicher gehabt. So vertraute Trainer Marco Rose weitestgehend jener Elf, die am Wochenende 2:1 gegen den VfB Stuttgart gewann. Kurz vor Spielbeginn gab es die erste schlechte Nachricht: Raphael Guerreiro verletzte sich beim Aufwärmen und wurde durch Nico Schulz ersetzt. So fehlten dem BVB insgesamt sieben Spieler - inklusive des Stürmerstars Erling Haaland und des rotgesperrten Abwehrchefs Mats Hummels.
Angepeitscht von einem frenetischen Publikum presste Sporting von Beginn an extrem hoch und gaben ein ordentliches Tempo vor. Dortmund fand gut ins Spiel, kam selbst ins Pressing und holte sich so die Kontrolle über das Spiel. Das offensive Dreier-Mittelfeld des BVB mit Marco Reus, Reinier und Julian Brandt fand immer wieder die Räume, jedoch fehlte es an Durchschlagskraft und Zielstrebigkeit.
Sporting agierte wenig mutig, dafür aber sehr kompakt. Die Portugiesen ließen sich weit zurückfallen und verhinderten so auch die tiefen Läufe der Dortmunder. Ein individueller Patzer brachte den Hausherren dann das 1:0: Schulz und Marin Pongračić waren sich bei einem langen Ball uneins, bis Schulz halb am Ball vorbei schlug und somit Pedro Gonçalves die Führung auf dem Silbertablett servierte (30.).
Bundesliga
BVB-Coach Rose verrät: So ist der Haaland-Plan gegen Bayern
VOR 4 STUNDEN
Es kam noch härter für den BVB: Nach einem Dortmunder Angriff schalteten die Gäste zu pomadig um und ließen Gonçalves frei zum Schuss kommen - der Sporting-Angreifer traf traumhaft aus 18 Metern zum 2:0 (39.). Quasi im Gegenzug hatte Donyell Malen das 1:2 auf dem Fuß, doch Gonçalo Inácio rettete auf der Linie (40.).
Kurz nach der Halbzeitpause durfte sich der BVB bei Gregor Kobel bedanken, der gerade noch so das 3:0 durch PSG-Leihgabe Pablo Sarabia verhinderte (48.).
Dortmund erhöhte nun das Risiko und verteidigte wesentlich höher, während Sporting sich aufs Kontern konzentrierte. Schwarz-Gelb kam dadurch zu deutlich mehr Abschlüssen. Doch außer einem Eigentor der Lissaboner bei einer Abseitsposition von Thomas Meunier sollte nicht viel gelingen (54.).
Dortmund lief an, musste die Schlussphase aber in Unterzahl bestreiten. Der zur Halbzeit eingewechselte Emre Can sah nach einer Tätlichkeit an Pedro Porro die Rote Karte (74.) - eine zumindest streitbare Entscheidung.
Wenig später machte Pedro Porro mit dem 3:0 den Deckel drauf, als Gregor Kobel zunächst einen Foulelfmeter (Dan-Axel Zagadou hatte Paulinho gefoult) parierte, beim anschließenden Kopfball von Porro jedoch machtlos war (81.). Zagadou hatte zu spät reagiert.
Dortmund zeigte zwar bis zum Ende Moral und kam durch Malen zum 1:3 (90.+3). Doch zu mehr reichte es nicht mehr.
Durch die Niederlage in Lissabon und den verlorenen direkten Vergleich (Hinspiel: 1:0) hat der BVB keine Chancen mehr aufs Achtelfinale und landet in der machbaren Gruppe C nach drei Niederlagen in Folge und insgesamt elf Gegentoren hinter Ajax Amsterdam (2:1 bei Besiktas) und Sporting nur auf einem enttäuschenden dritten Platz.
Dortmund spielt nach der Winterpause in der Europa League weiter. Sporting darf sich dagegen auf die K.o.-Phase freuen und ist dort ein möglicher Gegner für den FC Bayern München.
Champions League: Ergebnisse und Tabellen

Die Stimmen zum Spiel:

Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Der Gegner war in den entscheidenden Situationen konsequenter und kompromissloser. Wir waren ganz ordentlich im Spiel. Am Ende zählen Tore und Gegentore. Wir haben zu leichte Gegentore bekommen. Das ist sehr enttäuschend. Wir haben zu viele Fehler gemacht."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Das war ein beschissener Abend. Wir sind raus, das ist die bittere Wahrheit. Sporting hat gar nichts für das Spiel gemacht und gewinnt 3:1. Das ist schwierig zu akzeptieren. Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht, hatten es aber bis zum 1:0 unter Kontrolle. Das war komplett unnötig und in solch einem Spiel ist das bitter. Im Kollektiv haben wir es einfach nicht auf den Platz gebracht. Das wirft uns in unserer Entwicklung zurück, weil wir nicht daraus lernen. Vor allem darfst du in der Champions League nicht drei Spiele hintereinander verlieren, dann hast du es auch nicht verdient weiterzukommen. Das muss man klar sagen."

Tweet zum Spiel:

Mit dem heutigen Einsatz ist Marco Reus zum Champions-League-Rekordspieler des BVB (55 Einsätze) geworden. Damit hat Reus die Dortmunder Legende Lukasz Piszczek überholt. Sicherlich hätte sich der Nationalspieler einen besseren Rahmen für diesen Rekord gewünscht.

Das fiel auf: Viel Überzahl im Mittelfeld - wenig Torgefahr

Die Dortmunder Statik im Spiel mit Ball war im ersten Durchgang erstaunlich gut. Durch Lissabons tiefstehende Fünferkette hatte der BVB im Mittelfeld stets Überzahl, drehte gut auf und holte sich viele zweite Bälle. Doch ohne Haaland fehlte die Anspielstation im Zentrum. So strahlte der BVB kaum Torgefahr aus. Es kam noch schlimmer: Innerhalb von neun Minuten - begünstigt durch individuelle Fehler - gab Dortmund das Spiel komplett aus der Hand.

Die Statistik: 4 in 2

Bei all den Dortmunder Fehlern muss man auch die Qualitäten der Portugiesen hervorheben. Pedro Gonçalves ist aktuell in bestechender Form. Schon beim 4:0 gegen Besiktas am vierten Spieltag traf der Portugiese zweifach, nun ließ er zwei weitere Tore folgen. Er ist damit erst der zweite Portugiese, der in der Champions League in zwei aufeinanderfolgenden Spielen mindestens je zweimal traf. Der andere: Natürlich Cristiano Ronaldo, dem dieses Kunststück ganze sieben Mal gelang.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Bestätigt: Nach Choupo-Moting auch Kimmich positiv auf Corona getestet

BVB-Coach Rose überzeugt: "Sieg gibt uns eine Menge Vertrauen"

Bundesliga
BVB: Zorc bestätigt Ausstiegsklausel für Haaland
VOR 5 STUNDEN
Premier League
Rangnick scherzt bei ManUnited-Vorstellung über Haaland-Gerüchte
VOR 6 STUNDEN