FC Bayern im Supercup gegen Borussia Dortmund: Wer beim Härtetest gesetzt ist - und hinter wem noch Fragezeichen stehen
Update 20/08/2026 um 15:52 GMT+2 Uhr
Die Vorbereitung des FC Bayern München war kurz und chaotisch: Nur ein Bruchteil der Stammspieler reiste mit nach Asien, manche waren bis zuletzt verletzt oder angeschlagen. Dazu kommt die komplizierte Situation um Jamal Musiala, der jüngst zweimal aufgrund von "Absencen" auf dem Platz zusammenbrach. Mit wem Trainer Vincent Kompany für den Supercup gegen Borussia Dortmund planen kann.
Nach Schwächeanfall: FC Bayern Team Day findet ohne Musiala statt
Quelle: SNTV
Erst seit wenigen Tagen kann Vincent Kompany wieder aus dem Vollen schöpfen. Beim Teamtag am Montag, bei dem die Frauen- und Männermannschaften des FC Bayern offiziell vorgestellt wurden, winkten Harry Kane, Michael Olise und Dayot Upamecano den Fans wieder zu, nachdem sie vom Trainer nach der Weltmeisterschaft Sonderurlaub bekommen hatten.
Doch die lange Absenz des Star-Trios war nicht das einzige Problem, mit dem der belgische Übungsleiter in der Vorbereitung zurechtkommen musste. Die Weltmeisterschaft und die Verletzungen einiger Spieler hatten die Saison-Vorbereitung des FC Bayern durcheinandergewirbelt. Hinzu kam die stressige Promo-Tour durch Südkorea und Hongkong.
Jüngst kamen auch noch die Sorgen um Top-Star Jamal Musiala hinzu, der in den Testspielen gegen RB Leipzig und den 1. FC Heidenheim zweimal zusammenklappte und im Anschluss öffentlich machte, dass er unter sogenannten "Absencen", einer Form von epileptischen Anfällen, leide. Zwar versicherte der 23-Jährige, dass "kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko" bestehe und er weiter auch höchstem Niveau Fußball spielen wolle und könne. Für Verein und Trainer ist es dennoch eine unbekannte Situation, mit der sich alle Beteiligten erst einmal zurechtfinden müssen.
Der Supercup gegen Borussia Dortmund (Samstag ab 20:30 Uhr im Liveticker) wird also gleich aus mehreren Gründen für Kompany und seine Mannschaft zum Härtetest. Wie der Belgier aufstellen könnte.
Tor und Verteidigung: Brown hebt sich hervor
Manuel Neuer oder Jonas Urbig? In der Torwartfrage hat sich Kompany klar festgelegt: "Manu ist unsere Nummer eins", sagte er bei einer Presserunde. Urbig werde Spielzeit bekommen, solle aber weiterhin vom 2014er Weltmeister lernen.
Jonathan Tah und Dayot Upamecano sollten in der Innenverteidigung gesetzt sein. Trotz verspätetem Einstieg ins Teamtraining stand Letzterer im Test gegen den 1. FC Heidenheim am vergangenen Dienstag bereits wieder in der Startelf und spulte 30 Minuten ab. Sollte Upamecano noch nicht fit genug für die Anfangsformation gegen den BVB sein, wird ihn Min-jae Kim ihn ersetzen.
Nach einem Zusammenprall mit David Raum musste Rechtsverteidiger Konrad Laimer beim Telekom Cup gegen RB Leipzig ausgewechselt werden, doch der Klub gab Entwarnung. Im Test gegen Heidenheim gehörte der Österreicher trotzdem nicht zum Kader. Alternativ steht Josip Stanisic bereit.
Auf der Linksverteidiger-Position hob sich in den vergangenen Wochen Neuzugang Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt hervor. Gegen Leipzig startete er, schoss ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Auch gegen Heidenheim war der deutsche Nationalspieler erfolgreich und steuerte einen Treffer bei. Aktuell spricht vieles dafür, dass Kompany ihm den Vorzug vor Alphonso Davies geben könnte.
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Nathaniel Brown im Duell mit Willi Orban beim Telekom Cup.
Fotocredit: Imago
Defensives Mittelfeld: Fragezeichen hinter Kimmich - Bischof lauert
Nach dem erneuten Ausflug auf die Rechtsverteidigerposition während der WM kehrt Joshua Kimmich beim FC Bayern auf seine gewohnte Position im zentralen Mittelfeld zurück. Der 31-Jährige beklagte zuletzt muskuläre Beschwerden, bewies aber seine Leidensfähigkeit und startete im Telekom Cup. Gegen Heidenheim setzte Kimmich jedoch wieder aus, trainierte individuell an der Säbener Straße und fasste sich dabei laut "BILD" immer wieder an die Adduktoren. Hinter ihm steht also zumindest ein kleines Fragezeichen.
Und daneben? Ist Aleksandar Pavlovic, der gegen Leipzig auch schon an Kimmichs Seite stand, gesetzt. Der 22-Jährige absolvierte weite Teile der Vorbereitung und war bei der Asienreise der Bayern dabei.
Nach dem Weggang von Leon Goretzka rückt hinter dem Duo Tom Bischof in die Back-up-Rolle im defensiven Mittelfeld. Er stand Kompany als einer der wenigen während der kompletten Vorbereitung zur Verfügung und arbeitete dabei gezielt an seiner Physis.
Von Goretzka übernahm er die Rückennummer acht. Im Testspiel gegen Wehen Wiesbaden erzielte Bischof das einzige Tor für den FC Bayern, was seinen Offensivdrang unter Beweis stellt. Fällt Kimmich tatsächlich aus, steht Bischof als erste Alternative bereit.
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Die Profis des FC Bayern München um Joshua Kimmich bei der Vorbereitung auf das Testspiel gegen Jeju
Fotocredit: Getty Images
Fünf Alternativen im offensiven Mittelfeld
Bischof wäre auch eine Option weiter vorn, auf der Zehn. Zumindest im Supercup. Dort ist die Konkurrenz in der Theorie zwar groß - Kompany kann optimalerweise zwischen Musiala, Serge Gnabry, Neuzugang Ismael Saibari und Lennart Karl wählen - doch hinter allen stehen unterschiedlich große Fragezeichen.
Das größte sicherlich hinter Musiala, über dessen Verfügbarkeit nach seinem erneuten Zusammenbruch und der veröffentlichen "Absencen"-Diagnose nur spekuliert werden kann.
Gnabry ist nach seinem Adduktorenabriss im April noch nicht wieder ganz fit, der Supercup kommt für ihn zu früh. Lennart Karl ist nach dem Muskelbündelriss, den er sich während der WM-Vorbereitung zugezogen hat, noch kein Startelf-Kandidat. Neuzugang Saibari, der gegen Heidenheim mit einer Vorlage glänzte, hingegen schon.
Das offensive Mittelfeld ist seine Lieblingsposition. "Ich kann aber auf verschiedenen Positionen spielen", gab der 25-Jährige bei seiner Vorstellung zu Protokoll. Der Marokkaner könnte also auch in der Spitze spielen - sofern Trainer Kompany seinem Stürmer Harry Kane, der wie Upamecano erst seit wenigen Tagen im Teamtraining ist, noch etwas Schonzeit geben möchte.
Das gleiche gilt für Michael Olise, der wie Kane gegen Heidenheim für die letzten 30 Minuten eingewechselt wurde. Sollte der Franzose ebenfalls geschont werden, wäre Arijon Ibrahimovic eine Alternative.
Auf dem linken Flügel führt an Luis Díaz, der bereits während der Asien-Tour wieder an Bord war, kein Weg vorbei.
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Quelle: Perform
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