FC Barcelona gegen Real Madrid: Der Titelkampf im Spanien wird zum Schneckenrennen
Der Zweikampf um den Titel in La Liga zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona entwickelt sich immer mehr zu einem Schneckenrennen. So verwundert es kaum, dass Barça zum derzeitigen Zeitpunkt der Saison der schlechteste Tabellenführer seit mehr als einem Jahrzehnt ist. Statt eines spannenden Titelrennens schleppen sich die beiden Giganten regelrecht im Gleichschritt Richtung Ziellinie.
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Als Joker Mariano Diaz den prestigeträchtigen Sieg im Clásico gegen den FC Barcelona mit seinem Treffer endgültig besiegelte (2:0) und Real Madrid damit an die Tabellenspitze der La Liga hievte, war die Welt in der spanischen Hauptstadt für einen kurzen Moment wieder in Ordnung - doch der Zustand hielt nicht lange an.
Nur eine Woche später machten die Anhänger von Real Madrid wieder lange Gesichter. Das Starensemble blamierte sich nach einem blutleeren Auftritt mit 1:2 (1:1) bei Betis Sevilla und musste damit den Platz an der Sonne wieder umgehend an die Katalanen abtreten, die ihre Pflichtaufgabe wiederum glanzlos mit 1:0 (0:0) gegen Real Sociedad San Sebastián erledigt hatten.
Kein neues Bild in der spanischen Eliteliga: schließlich wechselte die Spitzenposition in der laufenden Spielzeit schon elfmal.
Real Madrid droht der Super-GAU
"Das Ergebnis ist ziemlich fair. Man muss selbstkritisch sein. Wir sind nach dem Sieg gegen Barça nicht verrückt geworden, jetzt dürfen wir es auch nicht werden. Es steht viel auf dem Spiel. Wenn wir Meister werden wollen, dürfen wir solche Chancen nicht verpassen", mahnte Real-Kapitän Sergio Ramos im Anschluss an die dritte Pleite in den vergangenen vier Pflichtspielen.
Trainer Zinédine Zidane ging sogar noch einen Schritt weiter:
Tabellenführer Barça kriselt trotz Sieg
Auch wenn elf Spieltage vor Schluss noch kein Grund zur Panik besteht, droht den Königlichen nach dem Viertelfinal-Aus im spanischen Pokal (3:4 gegen San Sebastian) und der Herkules-Aufgabe (Hinspiel 1:2) im Champions-League-Rückspiel bei Manchester City (17. März, 21:00 Uhr im Liveticker) wie im Vorjahr eine Saison ohne großen Titel.
"Wir sind auch nur Menschen - doch diese Niederlage könnte uns am Ende die Meisterschaft kosten", konstatierte Casemiro nach der Pleite in Andalusien.
Von einem Durchmarsch an der Spitze ist aber auch Reals Dauerrivale Barça trotz des jüngsten Führungswechsels meilenweit entfernt. Der amtierende Meister ist punktetechnisch nach 27 Spieltagen der schlechteste Tabellenführer seit der Spielzeit 2006/2007 (58 Zähler) und ließ bislang die ungeheuere Konstanz, die ihn über Jahre hinweg auszeichnete, nahezu komplett vermissen.
Die Katalanen kassierten nach 27 Spielen bereits fünf Niederlagen und damit schon jetzt mehr als in der kompletten Vorsaison (drei). Mehr als fünf Barça-Pleiten gab's zuletzt 2007/08 (neun), als man letztmals nicht unter auf Platz eins oder zwei der Primera División einlief (Dritter) - und es sind ja noch elf Spieltage.
Messi hält Barça im Titelrennen
Spanischen Medienberichten zufolge soll Neu-Trainer Quique Setién intern nach nicht einmal zwei Monaten schon wieder zur Disposition stehen.
Gegen Real Sociedad war es einmal mehr Lionel Messi, der die zuletzt lahmende Blaugrana vom Punkt vor einem weiteren Punktverlust im engen Titelrennen bewahrte (81.).
Der Argentinier war mit seinem 19. Saisontreffer nun an elf der letzten 13 Tore beteiligt und stellte damit wiederholt unter Beweis, wie sehr das Team nach den Ausfällen von Luis Suárez und Ousmane Dembélé am Tropf ihres Superstars hängt.
Die Quittung für einen abermals dürftigen Auftritt im heimischen Camp Nou bekamen die Spieler in Form eines Pfeifkonzertes zu spüren. "Niemand spielt gerne schlecht oder so, wie wir es im Moment tun. Aber wenn es nach 15 Minuten 0:0 steht und dann gepfiffen wird, gefällt mir das nicht. Wer hat es schon gerne, wenn die Fans gegen einen sind und dann auch noch im eigenen Stadion", kommentierte Jordi Alba den Unmut der Anhänger.
Mut machen Barcelona indes Statistiken: So haben diese ausgerechnet, dass sich Barcelona unter Setien deutlich mehr Chancen herausarbeitet als noch unter Vorgänger Ernesto Valverde und auch weniger große Torchancen des Gegners zulässt. Die Barça-Spieler schaffen es aktuell bloß nicht, das in klare Ergebnisse umzumünzen.
Konkurrenz kann Schwächephase nicht nutzen
Ein Nutznießer der beiden schwächelnden Giganten ist im Übrigen weit und breit nicht in Sicht. Der FC Sevilla, seines Zeichens Tabellendritter und damit "Best of the rest", liegt mit einem Rückstand von neun, respektive elf Punkten auf das Spitzenduo wohl aussichtslos im Titelrennen zurück.
Atlético Madrid, der Hauptherausforderer der vergangenen Jahre, hat seit geraumer Zeit in der Liga das Siegen verlernt. Die Mannschaft von Trainer Diego Simeone rangiert nur auf Platz fünf und musste sich in dieser Saison schon zwölf Mal die Punkte teilen - so oft wie kein anderes Team.
Somit wird es bis zum Saisonende wohl mutmaßlich ein Zweikampf um die Meisterschaft bleiben, auch, wenn dieser aktuell eher einem Schneckenrennen ähnelt.
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