FC Barcelona um Aubameyang und Co. deklassiert Real Madrid im Clásico - drei Gründe für die Barça-Wende

Der FC Barcelona ist die Mannschaft der Stunde in der spanischen Liga. Nach dem eindrucksvollen 4:0 im Clásico bei Real Madrid überschlug sich die Fußball-Szene förmlich vor Begeisterung. Dabei ist es noch nicht lange her, dass Barça einem Trümmerhaufen glich. Nur fünf Monate nach dem historischen Tiefpunkt scheint den Katalanen die Trendwende gelungen zu sein. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Xavi genießt Clásico-Triumph: "Wir werden feiern"

Quelle: Perform

Pierre-Emerick Aubameyang konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, als er seine Teamkollegen nach Schlusspfiff in Empfang nahm.
Selbst die kühnsten Fans des FC Barcelona hätten sich wohl nicht erträumen lassen, was am Sonntagabend auf der Anzeigetafel im Estadio Santiago Bernabéu stand. Nach nicht weniger als fünf verlorenen Clásicos in Serie fertigten die Katalanen Lieblingsrivale und La-Liga-Tabellenführer Real Madrid in deren Heimstätte 4:0 (2:0) ab - ein Ergebnis wie Donnerhall.
"Es ist eine perfekte Nacht. Ich war erstaunt, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben. Das war ein spektakuläres Niveau, das gezeigt hat, wozu wir fähig sind", freute sich Innenverteidiger Eric García. Kapitän Sergio Busquets fügte an: "Wir hätten noch viel mehr Tore schießen können. Mit uns ist wieder zu rechnen."
Auch die internationale Presse überschlug sich förmlich ob der Gala-Vorstellung der Blaugrana. "Barça entweiht das Bernabéu wie in den besten Zeiten", titelte etwa die spanische "Sport". Selbst Bayern-Star Thomas Müller zeigte sich von Leistung der Xavi-Elf angetan. "Glückwunsch, FC Barcelona. Es war eine Freude, diese tolle Leistung heute Abend zu sehen", twitterte der 32-Jährige.

Barça vor wenigen Monaten noch am Boden

Dabei ist es noch nicht lange her, dass beim FC Barcelona so gar nichts passte.
Fast genau vor fünf Monaten musste Coach Ronald Koeman nach der blamablen 0:1-Pleite bei Abstiegskandidat Rayo Vallecano und dem Absturz auf Tabellenplatz neun (15 Punkte nach zehn Spielen) seinen Hut nehmen.
Negativer Höhepunkt war jedoch das Aus in der Champions-League-Gruppenphase wenige Wochen später nach der bitteren 0:3-Pleite beim FC Bayern, das selbst Neu-Trainer Xavi nicht mehr verhindern konnte.
Von jenem historischen Tiefpunkt an (erstes Vorrunden-Aus in der Königsklasse seit 21 Jahren) sollte es unter dem neuen starken Mann an der Seitenlinie allerdings stetig bergauf gehen.

Xavi haucht Barça neues Leben ein

In den folgenden 20 Partien mussten die Katalanen unter der Ägide Xavis wettbewerbsübergreifend nur noch zwei Niederlagen - keine davon in der regulären Spielzeit (jeweils 2:3 n.V. im Supercup gegen Real Madrid und in der Copa del Rey gegen Athletic Bilbao) - hinnehmen. Gegenwärtig ist Barça seit sage und schreibe zwölf Spielen ungeschlagen.
"Ich freue mich sehr für die Spieler. Einige von ihnen haben eine schwierige Phase in ihrer Karriere hinter sich. Sie wurden kritisiert und verurteilt. Sie haben bewiesen, dass sie Persönlichkeit haben, dass sie mutig sind, und das ist der Weg, auf dem wir vorankommen können", konstatierte Xavi nach dem Triumph im Clásico.
Der ehemalige Mittelfeldspieler ist zweifelsohne einer der Hauptgründe für den Aufschwung des 26-fachen spanischen Meisters, wie auch Fußball-Experte Andres Weiss von Eurosport in Madrid betonte: "Der neue Spielstil, den Xavi seinem Team eingeimpft hat, ist der Grund dafür, warum Barça aktuell so herausragend spielt und selbst Teams wie Real oder Atlético schlägt. Er hat die Mannschaft verbessert, indem er den Fokus auf das Gegenpressing gelegt hat. Sie üben einen enormen Druck auf den Gegner aus und sind sehr gefährlich nach Kontern."
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Xavi schwärmt: "Aubameyang ist ein Geschenk des Himmels"

Quelle: Perform

Aubameyang und Co. schlagen voll ein

Diese Gefahr geht namentlich vom neuen Angriffstrio Aubameyang (FC Arsenal), Ferran Torres (Manchester City) und Adama Traoré (Wolverhampton Wanderers) aus, das im Winter den Weg nach Barcelona fand.
Speziell Torres (sechs Tore, fünf Vorlagen) und Aubameyang (neun Treffer, ein Assist) schlugen auf Anhieb ein und belebten die nach dem Abgang von Klub-Ikone Lionel Messi (Paris Saint-Germain) lahmende Offensive merklich.
Auch gegen Real Madrid war es Ex-BVB Stürmer Aubameyang, der die Xavi-Elf mit einem Doppelpack (29./51.) und einem Assist für Torres (47.) fast im Alleingang zum Prestigesieg führte.
Einzig beim zwischenzeitlichen 2:0 durch Ronald Araújo (38.) hatte der Gabuner seine Füße nicht im Spiel. Dafür aber Vorlagengeber Ousmané Dembélé, der bereits in der Spielzeit 2016/17 mit Aubameyang in Dortmund auf Torejagd ging.

Rückkehr von Pedri und Dembélé als Trümpfe

Apropos Dembéle: Der französische Weltmeister, der in der jüngeren Vergangenheit teilweise von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde, blüht nach überstandenen Verletzungen (Knie und Oberschenkel), die ihn für große Teile der Hinrunde außer Gefecht gesetzt hatten, regelrecht auf und avancierte mit sieben Assists zum besten Torvorlagengeber im Kalenderjahr 2022 innerhalb der fünf europäischen Topligen.
Gemeinsam mit Rückkehrer Pedri (Oberschenkelverletzung), der die Fäden im Mittelfeld zieht und außerdem in Istanbul beim wichtigen 2:1-Erfolg in der Europa League gegen Galatasaray als Torschütze in Erscheinung trat, sorgt Dembélé dafür, dass die Blaugrana wieder von Höherem träumen darf.
"Die Liga [zu gewinnen] wird schwierig, aber Träume sind frei", philosophierte Dani Alves nach dem Clásico. Zugegeben, ein durchaus ambitioniertes Unterfangen bei zwölf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Real und nur einer Partie weniger auf dem Konto.
Dennoch zeigt die Aussage, dass bei Barça nur fünf Monate nach dem Tiefpunkt das Selbstverständnis zurückgekehrt ist. Oder wie es Gerard Piqué via Twitter ausdrückte: "Wir sind wieder da."
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Ancelotti nimmt Debakel auf sich: "Habe nicht richtig aufgestellt"

Quelle: Perform

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