FC Barcelona mit neuer Ausrichtung: Shoppingfieber nach Transfer von Ilkay Gündogan überwunden

Der FC Barcelona fährt nach Jahren des Shoppingfiebers offenbar eine neue Strategie. Die Katalanen verstärkten sich mit Ilkay Gündogan namhaft, ansonsten hielt man sich auf dem Transfermarkt bislang auffällig zurück. Der Weltklub um Trainer Xavi scheint sich neu zu orientieren: Nachhaltigkeit, Erfahrung und Nachwuchsarbeit sollen es nun offenbar richten. Ein Überblick auf den katalanischen Sommer.

"Ein Traum, der wahr wird": Gündogan schwärmt von Barça

Quelle: Perform

3,4 Millionen Euro. Was der FC Barcelona in den vergangenen Jahren wohl eher für Peanuts gehalten hätte, steht als Gesamtsumme aller Transferzugänge der Katalanen im laufenden Transferfenster zu Buche.
Nach Jahren des Shoppingfiebers ein ungewohnter Anblick. In den vergangenen Transferperioden wurde kaum eine namhafte Personalie durch die Gerüchteküche gereicht, die nicht mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde. Doch nicht so in diesem Jahr.
Lediglich für den Sechser Oriol Romeu wurde eine Ablösesumme fällig, ebenjene dreieinhalb Millionen Euro überwies man an den FC Girona. "Königstransfer" kam ablösefrei von Manchester City, gleiches gilt für Innenverteidiger Iñigo Martínez von Athletic Bilbao.
Jung und aufregend war die bisherige Transferphase für die Barça-Fans wohl eher nicht. Zwar kommt mit Gündogan der überragende Kapitän des Triple-Siegers. Sowohl er (32 Jahre) als auch die beiden anderen Neuankömmlinge Romeu (31) und Martínez (32) befinden sich aber bereits im Herbst ihrer jeweiligen Karrieren.

Neue Realisation oder Glauben an das Team?

Nach Jahren der explodierenden Transfersummen dürfte dieser Trend dem besorgten Anhänger aber gar nicht mal so unrecht sein. Der FC Barcelona steht nach wie vor knietief in den Miesen - laut der "FAZ" steht der Schuldenberg zurzeit bei 1,35 Milliarden Euro.
Die sportliche Entwicklung muss angesichts der klammen finanziellen Situation in näherer Zukunft von innen heraus erfolgen. Gündogan vertraut auf die vorhandene Qualität des amtierenden spanischen Meisters: "Ich glaube, dass ich das Team mit meiner Erfahrung auf ein neues Level hieven kann", äußerte sich der Nationalspieler bei seiner Vorstellung optimistisch.
Ob der die Blaugrana mit dem bestehenden Kader auf internationaler Ebene angreifen kann, darf jedoch angezweifelt werden. Zwar liest sich die Achse aus Marc-André ter Stegen, Jules Koundé, Gündogan und Robert Lewandowski durchaus ansprechend, allerdings starten die Katalanen in der kommenden Saison in eine neue Ära.

Neues Zeitalter bei Barça

Denn mit den Vereinslegenden Sergio Busquets und Jordi Alba, die dem Lockruf von Lionel Messi zu Inter Miami folgten, sind nun die letzten Überreste des erfolgreichsten Vereinsabschnittes (2009 - 2015) verschwunden. Die lange beworbene Rückholaktion des Argentiniers war glücklos - auch hier scheiterte es am Geldhahn, der in Florida einfach besser fließt.
Und so ist das Star-Quartett aus ter Stegen, Koundé, Gündogan und Lewandowski auf die nächste Generation angewiesen. Nationalspieler Gündogan hofft auf das Zusammenspiel mit Talenten wie Ansu Fati (21), Pedri (21) und Gavi (19): "Die Mischung aus jungen, talentierten Spielern und der richtigen Erfahrung, die man braucht, um die größten Titel zu gewinnen, ist perfekt."
Besonders Gündogan selbst dürfte in Barcelona zum Schlüsselspieler aufsteigen. In der vergangenen Saison überragte der Kapitän der Cityzens und stach besonders in den wichtigsten Spielen immer wieder aus dem Team voller Weltstars hervor.
Der FC Barcelona, das ist offensichtlich, hat seine Transferpolitik geändert. Die Katalanen werfen ihr Auge vermehrt auf erfahrene und erschwingliche Spieler, wie Präsident Joan Laporta bei Gündogans Vorstellung durchklingen ließ: "Es ist ein sehr wichtiger Tag für den Verein, denn er ist ein sehr wichtiger Spieler, ein erfolgreicher Spieler, der sich neben anderen großen Angeboten für Barça entschieden hat."
Satt scheint der deutsche Nationalspieler, der sich mit seinem Wechsel einen erfüllte, derweil noch lange nicht zu sein: "Ich möchte weiterhin gewinnen, deswegen bin ich hier. Wir haben unglaubliches Potenzial in diesem Klub. Ich werde mein Bestes geben, dass wir es noch besser und spezieller machen als zuletzt."
Als amtierender spanischer Meister dürfte Gündogan damit besonders die Königsklasse im Sinn haben.
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Quelle: Eurosport

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