PSG vor ungewissem Sommer: Was passiert mit Neymar, Mbappé und Icardi?
Ruhe kehrt bei PSG nie ein. Zumindest nicht, wenn es um Zu- und Abgänge rund um den mit Stars gespickten Kader von Thomas Tuchel geht. Auch in Zeiten der Corona-Krise häufen sich die Transfergerüchte. Mehrere Spieler werden den Verein wohl im Sommer ablösefrei verlassen, zudem wird ein neuer Innenverteidiger gesucht. Und über allem schwebt wie immer die Frage: Was machen Neymar und Kylian Mbappé?
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Eurosport.de ordnet in einer Serie die Lage rund um die europäischen Top-Klubs ein und blickt auf die kommende Transferphase voraus.
In Teil vier der Serie fällt der Blick auf Thomas Tuchels Starensemle in Paris.
Die große Transfer-Frage: Kann PSG sowohl Neymar als auch Mbappé halten?
Die Gefahr, dass einer oder im Worst Case sogar beide Aushängeschilder des Klubs im Sommer das Weite suchen, schwebt wie ein Damoklesschwert über der Stadt der Liebe.
Sowohl um Neymar als auch um Kylian Mbappé ranken sich immer wieder Transfergerüchte. Beide werden von spanischen Top-Klubs umgarnt. Neymar machte bereits vergangenen Sommer keinen Hehl daraus, dass er gerne wieder nach zum FC Barcelona zurückkehren würde, dessen Interesse ungebrochen ist. Mbappé steht bei Real Madrid und Coach Zinédine Zidane ganz oben auf dem Wunschzettel.
Beide haben bei PSG noch bis einen Vertrag bis 30. Juli 2022, für Fußball-Experte Cyril Morin von Eurosport Paris ist ein Verbleib der Offensiv-Stars über den Sommer hinaus jedoch alles andere als sicher:
Durch einen 2:0-Sieg im Achtelfinale-Rückspiel gegen den BVB haben die Pariser zumindest das Viertelfinale des wichtigsten europäischen Wettbewerbs erreicht. Da sowohl die Königsklasse als auch die nationalen Ligen aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres pausieren und offen ist, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann, lässt sich aber nur schwer eine Prognose treffen.
Allerdings drohen Barça und Real durch die potenziell ausbleibenden TV- und Sponsoring-Einnahmen erhebliche finanzielle Einbußen. Das könnte PSG in die Karten spielen. Denn auch wenn Neymar und Mbappé immer wieder mit Querelen auf und abseits des Platzes für Unruhe sorgen, sind sie sportlich für Paris unersetzlich.
Transferziel Nummer eins: Ein Innenverteidger von Weltklasseformat
Während die hochkarätig besetzte PSG-Offensive meist wie eine gut geölte Maschine über die gegnerische Abwehrreihen hinwegpflügt, bleibt die Defensive das Sorgenkind von Trainer Tuchel. Aufgrund von Verletzungen und schwankender Leistungen musste der deutsche Coach in dieser Saison vor allem in der Innenverteidigung oft rochieren.
Weder Thilo Kehrer noch Abdou Diallo oder Presnel Kimpembe konnten sich auf Dauer für einen Stammplatz empfehlen. Marquinhos wird meist im zentralen Mittelfeld gebraucht. Deshalb stand Kapitän Thiago Silva mit seinen mittlerweile 35 Jahren in der Liga 20 Mal in der Startelf. Sicher nicht Tuchels Wunschvorstellung, zumal der Vertrag des Brasilianers im Sommer ausläuft und er den Klub aller Voraussicht nach verlassen wird.
PSG braucht also dringend einen neuen Leader in der Viererkette - im Optimalfall einen von Weltklasseformat. "Kalidou Koulibaly und Milan Škriniar sind Kandidaten“, bestätigt Morin. Allerdings stehen beide beim SSC Neapel bzw. Inter Mailand noch bis 2023 unter Vertrag und dürften demnach nicht billig werden.
Große Namen, die zur Debatte stehen: Cavani und Meunier
Neben den bereits genannten Mbappé, Neymar und Silva droht PSG auch der Abgang von Edinson Cavani und Thomas Meunier. Sowohl der Vertrag des 33-jährigen Stürmers als auch des Rechtsverteidigers läuft im Sommer aus.
Eurosport-Experte Morin ist sich sicher, dass beide den Klub ablösefrei verlassen werden, um eine neue Herausforderung zu suchen. Meunier soll sich bereits mit dem BVB einig sein. Auch bei Cavani dürften die Interessenten Schlange stehen. Im vergangenen Winter scheiterte ein Wechsel zu Atlético Madrid laut übereinstimmender Medienberichte nur am Veto der Pariser. Das muss Cavani nun nicht mehr fürchten.
Hat Morin mit seiner Einschätzung recht, wird Tuchel im Sommer also nicht nur einen neuen Innenverteidiger suchen müssen.
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Und was ist eigentlich mit … Mauro Icardi?
Bis vor einigen Wochen hat sich diese Frage in Paris niemand gestellt. Sportdirektor Leonardos Leih-Coup aus dem vergangenen Sommer schlug auf Anhieb ein und erzielte in der Hinrunde 14 Treffer. Die 70 Millionen Euro, für die PSG den Argentinier im kommenden Sommer fest verpflichten kann, schienen lange eine sichere Investition für eine erfolgreiche Zukunft.
Allerdings hat sich die Personalie Icardi mittlerweile zum Politikum entwickelt. Nach abfallenden Leistungen nach der Winterpause ließ ihn Tuchel im Februar und Anfang März meist auf der Ersatzbank schmoren. Während Leonardo weiter von Icardi überzeugt sein soll, ist der deutsche Coach offenbar ins Grübeln geraten.
"Icardi hat nie verheimlicht, dass er sich eine Rückkehr nach Italien vorstellen kann“, erklärt Morin:
Weniger Konkurrenz in der Offensive als in Paris hätte Icardi bei den beiden Top-Klubs der Serie A allerdings nicht.
Morin: "Es ist offen, ob PSG die fixe Ablösesumme für Icardi bezahlen wird. Wenn nicht, werden sich die Verantwortlichen gleich nach mehreren neuen Stürmern umschauen müssen."
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