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Mesut Özil: Vom Weltmeister zum Außenseiter - Entfremdung des Ausnahmetalents von Deutschland befremdet Weggefährten
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Update 17/03/2026 um 15:51 GMT+1 Uhr
Vom gefeierten DFB-Star zum umstrittenen Spieler: Mesut Özil und sein Bruch mit Deutschland bewegt die Fans noch immer, lange nach seinem Karriereende. Im Mittelpunkt einer neuen Doku stehen nun das Erdogan-Foto, die öffentliche Kritik und Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Doch dabei geht es nicht nur um seine Karriere, sondern auch um Fragen von Integration und Identität.
Mesut Özil: Vom Weltmeister 2014 in Brasilien zum Außenseiter
Fotocredit: Getty Images
Hamit Altintop hat mit Mesut Özil bei Schalke 04 und bei Real Madrid gespielt, er nennt den Weltmeister von 2014 seinen "Freund". Aber, sagt Altintop gleich zu Beginn der dreiteiligen "ZDF"-Doku "Mesut Özil - Zu Gast bei Freunden": "Keiner kennt ihn", den Menschen Mesut Özil - und dieser war auch nicht zu einem Gespräch bereit.
Özil mag sich dem Blick der deutschen Öffentlichkeit schon seit Jahren entziehen, seine Geschichte aber, sagt Filmmacher Florian Opitz, errege "die Gemüter der Deutschen" noch immer "extrem". Sie erzähle "mindestens so viel über die deutsche Gesellschaft und ihren Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund" wie über Mesut Özil selbst.
Özils Weg zwischen DFB und Erdogan
Alles beginnt in Gelsenkirchen. In der Stadt, die Özil in einem Interview von 2017, das erstmals im TV zu sehen ist, "meine Heimat" nennt. Mit der Liebe zu ihr begründet er seine Entscheidung für die deutsche Nationalmannschaft.
Gegen jene der Türkei, dem Land seiner Großeltern - was Teile der Familie als "Verrat" auffassen, wie Vater Mustafa berichtet. Und alles endet mit Özils Bruch mit der DFB-Elf, mit Deutschland - und seiner Hinwendung zu Recep Tayyip Erdogan.
Erdogan-Foto als Wendepunkt
Dazwischen ist: das Foto. Erstmals wirklich thematisiert wird die berühmte Özil-Aufnahme aus dem Mai 2018 mit dem türkischen Staatspräsidenten nach knapp 110 Filmminuten. Sie entsteht zu einer Zeit, so zeigt es die Doku, als sich die Stimmung im Land wandelt.
Von der Integrations-Euphorie, die Özil einen Bambi einbrachte, und der Willkommenskultur von 2015 hin zu Pegida-Märschen und AfD-Hochs. Özil spürt, dass er noch immer als "Deutsch-Türke" wahrgenommen wird, nicht als vollwertiger Deutscher.
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Das umstrittene Foto: Mesut Özil posiert mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan
Fotocredit: Getty Images
Vom Integrationssymbol zum Sündenbock
Und er versteht nicht, dass das Foto ein Fehler war. "Für Mesut war von Anfang an klar: Wir haben nichts Falsches gemacht", sagt sein damaliger Berater Erkut Sögüt, Özil habe Erdogan davor "fast jedes Jahr" getroffen, ohne, dass es interessiert habe.
Doch plötzlich wird Özil vom Integrationsmaskottchen zum Diktatorfreund, nach dem historischen Vorrunden-Aus der DFB-Elf bei der WM zum rassistisch angefeindeten Sündenbock.
DFB-Bruch und Zuwendung zur Türkei
"Wer mit Erdogan posiert", sagt der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel, "kann keinen Platz in der deutschen Nationalmannschaft haben." Özils alte Schule in Gelsenkirchen lädt ihn, den sozial engagierten Gönner, aus. "Das", sagt Berater Sögüt, "hat ihn am meisten getroffen." Tief verletzt tritt Özil, für Ex-Bundestrainer Joachim Löw "einer der besten Nationalspieler, den Deutschland je hatte", aus dem DFB-Team zurück, rechnet mit dem Verband und Deutschland ab.
Seine Karriere bekommt bald einen Knick. Er wechselt in die Türkei, wendet sich noch stärker Erdogan zu, der sein Trauzeuge wird, macht Wahlkampf für dessen Partei AKP und lässt sich das Logo der rechtsextremen Grauen Wölfe tätowieren - ein Wandel, den sich sein früherer Mitspieler Per Mertesacker "nicht erklären" kann.

Mesut Özil heiratet - mit Recep Tayyip Erdogan als Trauzeugen
Fotocredit: Getty Images
Özil heute: Abstand zu Deutschland und tiefer Bruch
Und heute? "Der Mesut", berichtet Löw, "lebt jetzt in der Türkei, ist weniger in Deutschland oder äußerst selten", sei auch dem jüngsten Treffen der Rio-Helden ferngeblieben, "das fand ich schade". Oliver Bierhoff glaubt zu wissen, "dass er einen klaren Schlussstrich ziehen und die Brücken nach Deutschland abbrechen" will.
Warum? Zurück zu Hamit Altintop. "Mesut", sagt er, "ist einfach nur verletzt." Weil das Land, dem er sein außergewöhnliches Talent und den WM-Pokal schenkte, ihm "nicht die Geborgenheit" gegeben habe, nach der er sich sehnte.
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(SID)
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Quelle: Perform
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