Hansi Flick druckste herum, Ralf Rangnick hält sich alles offen - da sprang Lothar Matthäus mit ausgebreiteten Armen auf die Bühne. Seine Bereitschaft, als Nachfolger von Joachim Löw Bundestrainer zu werden, sei "eine Verpflichtung von mir gegenüber dem Fußball", betonte der Rekordnationalspieler: "Ich bin jemand, der immer gerne hilft." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) müsse ihn nur fragen.
Dann würde "es wohl klick machen", sagte Matthäus am Sonntag bei "Sky90", er tippte sich an den Kopf. Oliver Bierhoff habe aber bislang nicht durchgeklingelt. Sonderlich wahrscheinlich ist auch nicht, dass er es tun wird, obwohl sich eine erwartbare Allianz aus Franz Beckenbauer, anderen Weltmeistern von 1990 und der "Bild-Zeitung" zur Unterstützung formiert. "Ja, warum nicht Lothar?", fragt der "Kaiser".
Matthäus (59), der allerdings seit 2011 keine Mannschaft mehr trainiert hat, sondern als anerkannter Experte tätig ist, zieht sogar Parallelen zu Beckenbauers Anfangstagen bei der Nationalmannschaft. "Ein Franz Beckenbauer wollte 1984 auch nicht Teamchef werden, sondern er hat es im Endeffekt gemacht, auch auf einen gewissen Druck hin", sagte Matthäus im "Bild"-Podcast "Bayern Insider".
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Sollte er diesen positiven Druck spüren, "würde ich es mir überlegen", ergänzte er - obwohl seine Lebensplanung das eigentlich nicht vorsehe. Er erhob die Unterstützung der Fans zur Voraussetzung. Sie wird wohl vergleichsweise dürftig ausfallen.
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DFB will sich bei Löw-Nachfolge Zeit lassen

Der DFB hat unter der Woche sehr eindeutig erklärt, dass er "in aller Ruhe und Sorgfalt" (Präsident Fritz Keller) sichten wird. Die Personalie Matthäus wäre eine krasse Überraschung, wahrscheinlich geht der Blick sehnsüchtig zu Flick. Ein deutschsprachiger Sextuple-Trainer mit stallinterner Sportdirektoren-Vergangenheit, das könnte sich der Verband kaum besser malen.
Löws Assistent beim WM-Titel 2014 verweist auf seinen Vertrag beim FC Bayern München und verbittet sich Spekulationen über seine Zukunft. Eine eindeutige Absage nach Art von Jürgen Klopp hat er dabei aber fast angestrengt vermieden. Er vermittelt vielmehr den Eindruck, dass sich durchaus darüber sprechen ließe.
Flick "würde passen", sagte Beckenbauer, "er kennt den DFB in- und auswendig". Allerdings habe er Zweifel, ob die Münchner den 56-Jährigen vorzeitig aus dessen Vertrag bis 2023 entlassen würden. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich da auch nicht besonders begeistert, Mindestvoraussetzung wäre ein geeigneter Nachfolger.
Unmittelbare Verfügbarkeit hat hingegen Rangnick zu bieten. Der frühere Architekt des Erfolgs bei RB Leipzig würde deutlich mehr Reibung verursachen als Flick. Er wird auch sehr heiß als Sportvorstand bei Schalke 04 gehandelt, in Mönchengladbach ist sein Name ebenfalls gefallen. Der 62-Jährige lotet seine Optionen aus: Sein Wert steigt. Auch Matthäus hat ihn wie Flick ("hundertprozentig") als geeigneten Kandidaten bezeichnet, während sich wiederum Olaf Thon und Jürgen Kohler intensiv für Matthäus aussprechen. Das Tänzeln hat begonnen.
Und dann gibt es ja noch einen, der sich gar nicht geäußert hat. U21-Trainer Stefan Kuntz sind mit oder ohne Marcus Sorg höhere Chancen einzuräumen als Matthäus. Es wird nur weit weniger darüber gesprochen.
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(SID)

Löw-Nachfolger beim DFB? Flick lässt Raum für Spekulationen

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