Thomas Tuchel und der FC Chelsea führen die Premier League an, obwohl sie gerade erst dabei sind, ihre "großartigste Waffe im Titelrennen" voll einzusetzen.
So sehen das die englischen Kollegen von "www.football.london" und zielen damit auf N'Golo Kanté ab. Der Mittelfeldmann gilt als Herzstück des Blues-Spiels, wurde in den vergangenen Wochen aber durch eine Leistenverletzung und eine Ansteckung mit dem Corona-Virus ausgebremst.
Der Trainer kommt ins Schwärmen, wenn es um die Qualitäten des Franzosen geht. "Mit N'Golo hast du alles, was es im Mittelfeld braucht: ein hohes Arbeitspensum, Intensität, Ballgewinne, Technik, Dribblings, Pässe über das halbe Feld und sogar Tore", so Tuchel. "Ich sehe das Tag für Tag im Training und es ist kaum zu glauben, wie gut er ist. N'Golo ist N'Golo, einfach fantastisch."
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Beim London-Derby gegen den FC Brentford am Wochenende (Samstag ab 18:30 Uhr im Livescoring bei Eurosport.de) soll Kanté wieder mit dabei sein. Chelsea will mit dem nächsten Dreier Platz eins verteidigen.

Hamann: Chelsea nicht auf Niveau von Liverpool und City

Für Tuchel, der nach neun Monaten als Teammanager an der Stamford Bridge bereits die Champions League und den UEFA Supercup geholt hat, wäre es ein weiterer Etappensieg auf dem Weg zur Meisterschaft. Zugetraut wird ihm das allerdings nicht unbedingt. "Ich glaube nicht, dass sie auf demselben Niveau wie Liverpool und Manchester City sind", monierte der deutsche Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann im Interview mit "Goal" und "Spox".
Als einstiger Liverpool- und City-Profi dürfte der 48-Jährige in der Frage freilich nicht ganz unbefangen sein. "Man hat beim 2:2 am vergangenen Spieltag gesehen, dass Liverpool und ManCity die besten Teams in England sind", so Hamann. Chelseas 0:1-Niederlage am 6. Spieltag gegen Guardiolas City-Team wertete er als "Lehrstunde" für die Tuchel-Auswahl. Und: Die Champions League könne man auch "gewinnen, wenn du nicht die beste Mannschaft hast. Aber die Meisterschaft nicht".
Die Tabelle am Saisonende wird zeigen, wer letztlich die beste Mannschaft hatte, sicher ist: Chelsea hat eine sehr gute - und extrem ausgewogene.

Lukaku fügt sich bei Chelsea sofort ein

Nach sieben Ligaspielen haben sich bereits zwölf Spieler in die Torschützenliste eingetragen. Der zweithöchste Wert der Premier-League-Geschichte. Dazu haben die Blues in Romelu Lukaku einen der besten Goalgetter Europas unter Vertrag genommen. Der Belgier, der bereits von 2011 bis 2013 das Chelsea-Trikot trug, kam für 115 Millionen Euro von Inter Mailand. Anlaufzeit benötigte er keine, mit drei Ligatreffern und einem Tor in der Königsklasse ist Lukaku bereits Topscorer bei den Londonern.
Insgesamt stellt Chelsea mit 15 Toren den zweitstärksten Angriff hinter Jürgen Klopps FC Liverpool (17). Gleichzeitig hat Tuchel sein bevorzugtes 3-4-2-1-System mit einer stabilen Defensive ausgestattet. Zusammen mit City verfügt der Tabellenführer mit drei Gegentoren über die beste Abwehr der Liga. "Ich denke, wir können ein neues Level erreichen", glaubt Stürmer Timo Werner.

Gerüchte um Rüdiger-Vertrag: Chelsea-Coach Tuchel gibt Auskunft

In der Tat passt sehr viel zusammen bei den Blues, selbst die Transferbilanz des Sommers ist positiv. Die Abgänge und Leih-Deals mit Tammy Abraham, Kurt Zouma, Fikayo Tomori, Davide Zappacosta, Victor Moses, Tiemoué Bakayoko, Olivier Giroud, Kenedy, Emerson und Michy Batshuayi spülten nach Angaben von "transfermarkt.de" 122,35 Millionen Euro in die Kassen. Auf der Ausgabenseite kommt der Klub durch den Lukaku-Transfer und die Leihe von Mittelfeldspieler Saúl Ñíguez auf 120 Millionen.
Personell und taktisch setzt Tuchel seine Ideen konsequent um. "Er hat sehr klare Vorstellungen", hat Neuzugang Lukaku früh festgestellt.

Dauerbrenner Rüdiger, Werner und Havertz müssen kämpfen

Das führt zwangsläufig dazu, dass es auch Unmut gibt. Werner etwa saß in den wichtigen Partien gegen Zenit St. Petersburg und Juventus Turin in der Champions League oder im Ligaduell mit dem FC Liverpool 90 Minuten auf der Bank. "Natürlich kann ich nicht zufrieden sein, wenn ich nicht spiele", bekannte der deutsche Nationalspieler dieser Tage im Rahmen einer Presserunde. Einen Wechsel schloss er nicht aus. Er müsse "das Gesamtbild betrachten", um eine Entscheidung zu treffen.

Tuchel verrät: Darum ist Havertz aktuell kein Faktor bei Chelsea

Auch Kai Havertz muss um seinen Platz im offensiven Mittelfeld hart kämpfen. In der Liga ließ Tuchel den 22-Jährigen erst einmal durchspielen. Antonio Rüdiger, der dritte DFB-Profi im Kader, ist dagegen der Dauerbrenner im Team. Wettbewerbsübergreifend kommt der Innenverteidiger auf 930 Einsatzminuten - mehr als jeder andere Chelsea-Spieler.
Bislang ist Tuchels Plan ein Erfolgsmodell, zumal sogar einiges dafür spricht, dass Chelsea die Tabellenführung ausbauen kann. Aktuell rangiert der sechsmalige Meister einen Punkt vor Liverpool und derer zwei vor den beiden Manchester-Schwergewichten City und United.

Meister Chelsea? Warum nicht!

Während Chelsea an den kommenden fünf Spieltagen mit Brentford, Norwich City, Newcastle United, dem FC Burnley und Leicester City vermeintlich machbare Aufgaben vor der Brust hat, nehmen sich die Verfolger gegenseitig Punkte ab. Liverpool etwa muss in eineinhalb Wochen bei Manchester United ran. Die Red Devils treffen wiederum am 6. November im Derby auf City.
Entwickeln sich die Dinge im Sinne von Tuchel, könnte der Vorsprung auf Klopp und Guardiola wachsen. Damit wäre das Momentum endgültig aufseiten der Blues.
Meister Chelsea? Warum nicht?
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